Denkmäler hautnah erleben

Vom 6. bis 8. September können Hamburger die Baukultur ihrer Stadt bei Führungen, Rundgängen, Vorträngen, Lesungen, Konzerten, kindgerechten Veranstaltungen und sogar auf Schienen erleben. An diesem Septemberwochenende öffnen auch Gebäude ihre Türen, die normalerweise nicht öffentlich zugänglich sind.

Hamburgs Denkmal-Landschaft

Auf mehr als 150 Veranstaltungen können Interessierte am Denkmal-Wochenende die eigenen Stadt und ihre Baukultur neu entdecken. Es sind so viele Denkmäler, dass es schwer fällt sich zu entscheiden: Kontorhäuser, Kirchen, Museen, Windmühlen, historische S-Bahn-Züge und Schnellbusse – sie alle repräsentieren Industriedenkmäler, Baudenkmäler und Kulturdenkmäler. Sie sind Zeitzeugen für Hamburgs Stadtgeschichte und –entwicklung. Irina von Jagow, Geschäftsführerin der Stiftung Denkmalpflege Hamburg, legt die alljährliche Veranstaltungsreihe allen Hamburgern ans Herz: „Man lernt seine Stadt kennen, lernt aufmerksamer auf ihre Bauten aus verschiedenen Epochen zu schauen und setzt sich – im besten Fall – für ihre Erhaltung ein.“

Breit gefächertes Programm

Für einen tieferen Einblick in die Architektur der Moderne empfiehlt die Denkmalschutz-Expertin die Auftaktveranstaltung „Moderne, Spätmoderne, Postmoderne – Umbrüche in Architektur und Stadtentwicklung“ mit zahlreichen, kostenfreien Vorträgen in der Freien Akademie der Künste. Ein buntes Familienprogramm mit speziellen Angeboten für kleine und große Besucher bietet St. Katharinen, Haus Anna Elbe, Hafenmuseum Hamburg und viele weitere teilnehmende Denkmäler. Auch die Denkmäler in Harburg sind laut von Jagow einen Ausflug wert – bequem zu erreichen mit dem Barkassenshuttle aus der HafenCity.

100 Jahre Bauhaus

Das diesjährige Motto „Umbrüche in Kunst und Architektur nimmt auf das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses Bezug. Dieser künstlerische, designtechnische und vor allem architektonische Ansatz hat auch in der Hansestadt ein umfangreiches Kulturerbe hinterlassen, das es zu entdecken gilt und das Hamburg mit zahlreichen Veranstaltungen würdigt. Auch beim Tag des offenen Denkmals gibt es viele Gelegenheiten, den Spuren der Bauhaus-Schule zu folgen. Dazu gehören auch die späten Schulbauten Fritz Schuhmachers, die als gelungene Beispiele des Neuen Bauens gelten. Dazu zählt auch die ehemalige Schule Bern in der Lienaustraße. Sie wurde bis 2016 genutzt und steht heute leer. Während der Veranstaltungstage stellen der Verein KuBiZ Schule Berne und die Fritz-Schuhmacher-Gesellschaft ihre Pläne für ein mögliches Kultur- und Bildungszentrum vor. Alle Denkmäler mit Bezug zum diesjährigen Motto sind im aktuellen Veranstaltungsheft mit einem Sternen-Symbol markiert.

 

Premiere dank Rettung

Eine Premiere feiert der Vierländerin-Brunnen am Hopfenmarkt, dessen Restaurierung erst kürzlich abgeschlossen wurde. Auf die von der Stiftung Denkmalpflege initiierte Rettung ist von Jagow besonders stolz, da sich die Grundrestaurierung recht aufwendig gestaltete: „So musste der Baldachin aus Metall von der darunter stehenden steinernen Figur getrennt und einzeln restauriert werden“, erklärt die Denkmal-Expertin, „außerdem wurden das Wasserbecken und die Leitungen saniert, so dass dieser Brunnen nun wieder sprudelt.“ Restauratorin Stephanie Silligmann wird während zweier öffentlicher Führungstermine den Brunnen von 1878 im Detail vorstellen und über ihre Arbeit sprechen.

 

Weitere Highlights

Passend zum diesjährigen Motto und ebenfalls zum ersten Mal dabei ist das ehemalige „Haus der Jugend“ in Ottensen. Geplant von Gustav Oelsner wurde die Staatliche Gewerbeschule zwischen 1928 und 1930 als „Haus der Jugend“ errichtet. Damals galt der schlichte Stahlbetonskelettbau als „Institution der Arbeiterschaft“ an einem repräsentativen Platz als revolutionär. Heute ist in dem Gebäude, das zwischen 2012 und 2016 grundlegend saniert wurde, die Berufsschule für Energietechnik untergebracht. Ein Klassiker unter den Denkmal-Lieblingen sind die „Grindelhochhäuser in Harvestehude. Die ersten Wohn-Hochhäuser Deutschlands sind ebenfalls ein Beispiel für das Neue Bauen in den 1920iger Jahren. Wer nach einem Rundgang die sonst nicht öffentlich zugänglich Dachterrasse entdecken und bei Kaffee und Kuchen die Aussicht über ganz Hamburg genießen will, muss sich zeitig anmelden.

 

 

Auf einen Blick

Das Programmheft zum „Tag des offenen Denkmals“ in Hamburg mit allen relevanten Besucher-Informationen über die 140 Denkmäler gibt es als pdf-Datei zum Download. Einen Überblick über Deutschlands größte Kulturveranstaltung mit allen bundesweiten Terminen und Veranstaltungen inklusiver Karte gibt es online. Smartphone-Nutzer laden sich die kostenfreie iPhone- oder Android-App auf ihr Gerät.

 

 

 

Autorin: Natascha Gotta
Titelfoto: Dachterrasse Grindelhochhäuser © Denkmalschutzamt
Foto: Vierländerin-Brunnen am Hopfenmarkt © Stephanie Silligmann
Foto: Ehemaliges Haus der Jugend © Schule BS22/H. Langenbeins

28. August 2019 von Redaktion

Kategorien: Hamburg entdeckt, Stadtliebe

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