10 Dinge, die man in Hamburg gemacht haben muss

Es bereitet immer wieder Freude, die eigene Stadt neu zu entdecken, oder als Gast unsere Hansestadt zu erkunden:

Lunch- und Feierabendkonzerte

Während die einen noch powershoppen oder ihr Mittagessen zu sich nehmen, genießen andere ein kleines klassisches Konzert. So kann man bei der Konzentration auf die Musik Abstand gewinnen: Der Kopf wird klar, der Geist leichter. Einmal monatlich findet an einem Donnerstag ein Lunchkonzert im Börsensaal der Handelskammer Hamburg statt, der Eintritt ist frei. Ähnliche Konzerte gibt es – mit kleiner kulinarischer Snack-Auswahl – in der Laieszhalle von den Hamburg Symphonikern.
Bevor die großen Abendveranstaltungen beginnen, laden Kammerkunstverein und Halle 424 zum Feierabendkonzert: In einem ehemaligen Lagerschuppen im Oberhafen ist eher besondere Musik an diesem außergewöhnlichen Ort zu hören – übrigens mit niveauvollem Flirtfaktor nach Feierabend.

Backfisch – und zwar frisch!

Es ist weder Labskaus noch Fischbrötchen und bestimmt kein Hamburger, die sowohl typisch hamburgisch als auch lecker schmecken. Es ist der Backfisch! Ein Rotbarschfilet sollte es sein, frisch, in einem dünnen Bierteig, kaum fünf Minuten in gutem Öl frittiert. Kurz abgetropft und – schwups! – neben den Kartoffelsalat auf den Teller gelegt. Unter dem Messer bricht die goldene Kruste, dampfend und saftig tritt das aromatische Filetfleisch hervor – oh köstlicher Backfisch! Aber wo gibt es ihn auf diese Weise wirklich? Immer noch hie und da über die Stadt verteilt in traditionellen Fischgeschäften, häufiger und sehr vielfältig an der Großen Elbstraße. Und einfach sehr lecker in der authentischen Fischgaststätte auf der Veddel.

Hamburg von oben, unten und gegenüber

Von einem Turm aus die Stadt zu überblicken ist immer eine Freude: Das Verlassen der Ameisenperspektive befreit, die Aussicht überrascht. In Hamburg ist dies ein ganz besonderes Erlebnis. Erst oben vom Michel (auch bei Nacht), oder von der Plaza etwa wird die Größe der Elbmetropole verständlich: die weiten Wasserflächen von Alster und Elbe, der Hafen, über den man bis zu den Schwarzen Bergen sieht. Dort steht sogar ein hölzerner Turm, von dem aus die Besucher aus 114 Metern Höhe über Wald und Elbtal Hamburg entgegenblicken. Ein grandioser Blick auf Hamburg ist aus Wilhelmsburg vom Energiebunker zu bestaunen und bei Kaffe und Kuchen zu genießen.
Bevor eines Tages wieder der Fernsehturm für Publikum öffnen wird, steigen Aussichtshungrige dann eben an der Elbe auf das schiffförmige Gebäude Dockland  – übrigens auch ein hervorragender Platz, um nach dem Erklimmen auf den oberen Stufen ein kleines Spontan-Picknick zu zelebrieren (mit kulinarischen Leckereinen aus der Großen Elbstraße). Die Fernwehgarantie beim Schiffegucken ist dort ebenso mit eingeschlossen, wie das Beinahegefühl, selbst auf einem Schiffsdeck zu stehen.
Auch viele Hotels der Stadt, etwa am Dammtorbahnhof oder entlang der Elbe, bieten Bars in oberen Stockwerken und somit interessante Ausblicke. Wer sich für den Untergrund interessiert, steigt hinab in die Hamburger Unterwelten, oder in den Alten Elbtunnel und unterquert das Gewässer zu Fuß. Vom anderen Elbufer bietet sich eine großartige Ansicht der Stadt am Fluss.

Zu Fuß oder mit dem Rad über die Köhlbrandbrücke

Jeder kennt die Köhlbrandbrücke. Doch den tollen Blick aus gut 50 Metern Höhe über Elbe und Hafen kann kaum einer in Ruhe genießen. Denn das seit 1974 genutzte Bauwerk ist für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Einen Aussichtsparklatz wie auf der Brücke über den Nord-Ostseekanal im Verlauf der Autobahn A23 gibt es nicht. Mit etwas Vorlauf ist es jedoch möglich, auch die Köhlbrandbrücke per pedes oder velo zu erobern. Jährlich warten drei Gelegenheiten: Einfach folgende Ereignisse vormerken: die Fahrradsternfahrt, die Vattenfall Cyclassics und der Köhlbrandbrückenlauf. Falls es terminlich für Sie in diesem Jahr nicht passen sollte, kein Problem, erst 2028 soll die Köhlbrandbrücke abgerissen werden – die modernen Containerschiffe brauchen mehr Platz nach oben.

 

Auf der “Cap San Diego“ übernachten

Früher fuhr die „Cap San Diego“ nach Südamerika. Die großen Touren sind seit Mitte der 1980er-Jahre vorbei. Seither liegt der wunderschöne, 1961 vom Stapel gelaufene Stückgutfrachter als Museumsschiff an den Hamburger Landungsbrücken und läuft nur noch zu besonderen Anlässen aus. So fährt die “Cap San Diego“ während des Hafengeburtstags traditionell bei der Ein- und Auslaufparade mit. Wie wäre es jedoch damit, einmal auf dem berühmten Schiff zu wohnen? Einzel-, Doppel- und Kapitänskabine stehen für Übernachtungen zur Verfügung. Motto: „Schlafen, wo Hamburg am schönsten ist: nicht an, sondern auf der Elbe“. Das Beste: Man muss sich seine Verpflegung nicht selbst erangeln, es gibt Frühstück. So hat man auch mehr Zeit, sich die “Cap San Diego“ in Ruhe anzuschauen. Volle Fahrt voraus für das Vergnügen!

Gang durch das Blankeneser Treppenviertel

Bis heute streiten sich die Gelehrten, woher der Name Blankenese kommt. Aus dem Niederdeutschen für „blanke Nase“ oder dem Plattdeutschen für „blankes Nest“. Wie dem auch sei, heimelig ist es in dem ehemaligen Fischerdorf, das heute zu den reichsten Stadtteilen Hamburgs gehört, auf jeden Fall. Vor allem das Treppenviertel muss man gesehen und erkundet haben – am besten zu Fuß. Fast mediterran kommt es daher, die schmucken Häuschen schmiegen sich an das Elbufer. Über allem thront der Süllberg. Dass sie es sehr schön haben, wissen auch die Einwohner. Sie sind auch deshalb glühende Lokalpatrioten. Wer zum Elbadel gehören will, muss schon mehrere Generationen waschechter Blankeneser Ahnen vorweisen können. Hamburgern wird gerne mit leichtem Spott begegnet. Wie sagte einst der weise Methusalix: „Ich habe nichts gegen Fremde, aber diese Fremden sind nicht von hier.“ Abschrecken lassen sollte man sich von dieser Haltung jedoch nicht: Ist alles nur ein Spaß, die Blankeneser bellen gerne, beißen aber nicht.

Besuch eines abendlichen Heimspiels des FC St. Pauli während der Dom-Zeit

Den erfolgreicheren Fußball hat immer der Hamburger SV gespielt, stimmungsvoller war und ist es beim Stadtrivalen FC St. Pauli. Das Millerntorstadion liegt mitten in der Stadt, viele Zuschauer kommen zu Fuß. Besonders beeindruckend ist der Besuch, wenn es schon dunkel ist und auf dem Heiligengeistfeld der Dom lockt. Dann können die “Kiezkicker“ auch planlos buffen, bei Riesenrad und Würstchendurft ist das alles locker zu ertragen. Das Kollektiverlebnis zählt. Spontane Besuche sind leider nicht zu empfehlen, die Eintrittskarten sind heiß begehrt. Also rechtzeitig buchen!

 

Meeresbrise – erst Strandperle, dann Hetlinger Schanze!

Hamburger haben es gut. Wasser ist nicht vor der Tür, sondern quasi im eigenen Garten. Das muss man ausnutzen. Also raus nach Övelgönne, um in der zu Recht legendären “Strandperle“ ein paar Stunden zu genießen. Die verfliegen bei Sandstrand und leckeren Getränken wie im Flug. Einige Kilometer elbabwärts wird es dann vollends maritim. An der “Hetlinger Schanze” winken breiter Strand, Watt und Wellen. Man wähnt sich fast an der Nordsee. Einziges Manko: Es darf dort nicht gebadet werden. Wegen der Elbvertiefung ist die Strömung zu stark, vor allem dann, wenn große Schiffe vorbeifahren. Aber die dicken Dampfer vom Strand aus zu beobachten hat auch seinen Reiz. Wer im Sommer echtes Südsee-Feeling sucht, fährt ebenfalls ein Stück raus, nämlich nach Wedel. Im Beachclub “28 Grad” fühlt es sich an, wie ein Tag im Urlaub.

Über die Hamburger Kanäle paddeln!

In der warmen Jahreszeit tummeln sich oft Dutzende von Segelbooten auf der Außenalster. Das ist ein schöner Anblick. Das wahre Vergnügen zu Wasser liegt jedoch im Verborgenen. Wer mit Kanu oder Ruderboot die Außenalster verlässt und in die Kanäle abbiegt, erlebt eine andere Welt. Ruhe tritt ein. Der Verkehrslärm schwindet, den Paddler umgibt Grün. So gleitet man stundenlang unter Brücken durch eine unbekannte Stadt, erlebt nicht die hektischen Straßenkulissen, sondern eine Welt der unaufgeregten, oft vergessenen Rückseiten. Man verliert das Gefühl für die Zeit – nicht nur für die Dauer, auch für das Jahr. Denn hier an den Kanal- und Flussufern hat sich in den vergangenen Jahrzehnten meist wenig verändert. Und so ist die Bootsfahrt auch eine nostalgische Reise. Nehmen Sie für die Rast eine Wolldecke mit. Und einen Picknick-Korb, gefüllt mit gutem Brot und Olivenöl, Huhn und Käse, Gurken, Eiern, Obst – und einer Flasche Champagner/alstergekühltes Bier. Unser Tipp: den Osterbekkanal bis zum Museum der Arbeit hinauffahren.

Eine Fahrt mit einer historischen S-Bahn

Ist es tatsächlich erst 15 Jahre her? Oder ist es schon 15 Jahre her, dass die alten blau-gelben S-Bahn-Züge aus dem Hamburger Stadtbild verschwunden sind? Besser gefragt: Fast verschwunden sind? Denn der Verein “Historische S-Bahn Hamburg“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, einige der alten Triebwagen zu erhalten und weiter auf die Schiene zu bringen. Das ist gut so, denn mag man heute auch die Fahrt in den modernen S-Bahnen genießen, so hat es doch seine Charme, zum Beispiel noch einmal auf den alten Holzbänken im Bereich hinter der Fahrerkabine Platz nehmen zu dürfen. Ein Trip mit der historischen S-Bahn ist aber nicht nur für Nostalgiker ein Muss, sondern für alle, die einmal wissen wollen, wie sich eine Fahrt in die Hamburger Geschichte anfühlt.

Wir wünschen Ihnen schöne Hamburg-Erlebnisse!

Heimweh – Fernweh: Hafen und Elbe fest im Blick

 

Titelfoto: © HAMBURGschnackt.de – Bernd Nasner

Foto: Cap San Diego © HAMBURGschnackt.de – Bernd Nasner

Foto: Beachclub “28 Grad” in Wedel © HAMBURGschnackt.de

 

15. März 2017 von Redaktion

Kategorien: Gentlemens Tipps, Hamburg entdeckt, Stadtliebe

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1 Kommentar
  1. Phillip 8 Monaten her

    Schafft man das innerhalb einer Woche?

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