Gut gerollt: Fouls sind bei „Big Balls“ erlaubt.

„Big Balls“: Das ist echt zum Kugeln

Klare Sache, Foul im Strafraum. Der Abwehrspieler hat erst den Angreifer umgehauen und danach noch nicht einmal den Ball gespielt. Elfmeter, keine Diskussion bitte, dafür muss man nicht einmal eine TV-Zeitlupe sehen. Ein Pfiff des Schiedsrichters bleibt allerdings aus. Etwaige Buhrufe oder Schmähungen seitens des Publikums? Lassen sich auch nicht vernehmen.

Immerhin: Es kommt zur Rudelbildung auf dem Feld. Wieder und wieder, während eine Gruppe von jungen Leuten, die sich das „Big Balls“-Spiel auf der Krähenwiese im Stadtpark anschaut, angesichts der kuriosen Darbietung vor ihnen das Grinsen nicht mehr aus den Gesichtern bekommt.

Es darf gefoult werden

Aber man muss auch ziemlich humorlos sein, wenn man den Anblick nicht amüsant findet: Männer und Frauen, die sich übergroße und mit Luft gefüllte Plastikkugeln über den Oberkörper und Kopf streifen, so dass nur noch die Beine zu sehen sind – und die dann versuchen, Fußball zu spielen.

Das sieht nach Slapstick aus.

„Foulen“, sagt Delf Deicke, „ist ausdrücklich erlaubt.“ Ein Satz, der quasi den Sinn des Spiels auf den Punkt bringt. Welche Mannschaft ein Tor erzielt, das ist auch nur halb so spannend wie die Frage, wer wen am besten bei diesem auch „Bubble Ball“, „Bubble Soccer“ oder „Bubble Football“ genannten Kick aus dem Gleichgewicht und in die Schildkröte-auf-dem-Rücken-Position schubst.

Das kennt man irgendwie vom Autoscooter auf dem Hamburger Dom, vom American Football oder Rugby. Wer nicht rempelt, hat schon verloren. Aber bei „Big Balls“ schaut es – im positiven Sinne – so richtig zum Kugeln aus.

Lustig, aber auch kraftraubend

Delf Deicke, der eine TV-Produktionsfirma besitzt und für RTL arbeitet, bietet den Freizeitspaß an, nachdem er vor einiger Zeit ein Video davon gesehen hatte. „Wir wollten das dann auch ausprobieren“, erzählt er. „Nur haben wir niemanden gefunden, der das macht.“ Also habe man die Bälle auf eigene Kosten produzieren lassen. Delf Deicke grinst: „In jedem Manne steckt ja noch das kleine Kind.“

Freilich kostet das Spiel auf Ballhöhe richtig Kraft. Meist ist nach fünf Minuten eine Pause angesagt. Oder ein Teamwechsel.

Erlaubt ist auch nicht alles, was lustig aussieht. Den Gegner von hinten oder der Seite einfach über den Haufen zu kugeln, dass soll eigentlich nicht vorkommen. „Aber es gibt auch Gruppen, denen das egal ist“, erzählt Delf Deicke.

Ein Schiedsrichter, der derartige Zweikämpfe unterbindet, würde vermutlich bei allen sehr schnell anecken.

Bildbeschreibung: Kugelrunder Spaß: Erst den Gegner rammen, dann vielleicht den Ball spielen.
Autor: Markus Tischler

6. Juli 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg spielt, Sportbegeisterung

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