Smart City Hamburg: Mobiles Leben in der Stadt

Mobilität ist ein Grundbedürfnis für eine wachsende Zahl von Menschen in Hamburg, aber die Straßen, Schienen und Parkplätze können nicht unendlich mitwachsen. Ein smartes Szenario für die Zukunft sieht daher so aus: Alle Verkehrsteilnehmer bewegen sich zu unterschiedlichen Zeiten auf verschiedensten Wegen durch die Stadt und entzerren damit den Verkehrsknoten.

Urbane Mobilität durch Vielfalt

Hamburg hat eine kompakte Stadtstruktur und verfügt schon heute über ein großes Angebot an öffentlichen Transportmöglichkeiten (ÖPNV). Ein dichtes Netz aus U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen und Fähren spannt sich durch das ganze Stadtgebiet und ermöglicht ein entspanntes Reisen auf Land- und Wasserwegen. Hier nutzen jeden Tag rund 2 Millionen Menschen die öffentlichen Verkehrsmittel. Das klingt für unsere Ohren erst mal nicht sehr aufregend. Wer aber einmal in einer der vielen amerikanischen Städte ohne ÖPNV unterwegs war, weiß: Dieses Netzwerk ist purer Luxus!

Digitale Stadtkarten und Fahrpläne

Nicht nur der fliegende Wechsel zwischen verschiedenen Transportmitteln verändert unsere Art uns zu bewegen, sondern auch die Verbindung zwischen unserem Gehirn und dem Internet. Viele Menschen nutzen heute digitale Stadtkarten zur Orientierung oder mobile Apps, um die besten Verkehrsmittel zu finden. Bevor ich morgens aus dem Haus gehe um einen unbekannten Ort aufzusuchen, sehe ich mir die Strecke zuerst auf Google Maps an. Dann checke ich mit der HVV-App, mit welchen Transportmitteln ich am besten von meinem Standort zum Ziel komme. Alles andere wäre vom Gefühl her ein Blindflug. Es könnte nämlich sein, dass ich an einer Haltestelle ewig auf die nächste Bahn warten muss, wegen einer Störung unterwegs stecken bleibe oder in eine Baustelle hinein gerate. Eine aktuelle Verkehrs-App kann das verhindern und mir eine alternative Route zeigen.

Die Evolution macht einen Sprung

Damit wir uns in Zukunft zeitlich und räumlich sinnvoll in der Stadt verteilen können, braucht es noch mehr: Eine Plattform, auf der Informationen über alle öffentlichen Verkehrsmittel, Fahrzeuge und andere Transportmittel zusammenlaufen, die in der Stadt unterwegs sind. Der Mobilitäts-Mix in Hamburg hat weitaus mehr zu bieten als Bus- und Bahnverbindungen. Die switchh-App soll uns in Zukunft auch alle anderen Transport-Optionen wie CarSharing, Leih-Fahrräder, Taxi oder Mietwagen anzeigen, zu denen wir von unserem Standpunkt aus wechseln können. In erster Linie soll das neue Verkehrs-Konzept vor allem eines tun: Die Menschen zum Umsteigen ermutigen. Damit sie an Haltestellen und Bahnhöfen zum Beispiel mit Park-and-Ride vom Auto in den ÖPNV wechseln. Die Vernetzung von Fahrzeugen, Infrastruktur und Mensch wäre der Sprung zum intelligenten Transportsystem (ITS). Aber ganz so einfach ist es noch nicht…

Mobile Daten und das Internet der Dinge

Man ahnt es schon: Eine Mobilitätsplattform, die auf die Verknüpfung aller Verkehrsmittel in der Stadt abzielt funktioniert nur, wenn sie zu jeder Zeit die Positionen, Fahrpläne und Störungsmeldungen aller Fahrzeuge in Echtzeit abrufen kann. Diese Daten werden aus Detektoren, Verkehrskameras und unseren Smartphones gewonnen. Bei Manchem wird sich jetzt im Kopf ein haarsträubendes Überwachungs-Szenario auftun. Tatsächlich muss man sich immer wieder klar machen, dass wir unterwegs mit dem Smartphone nicht nur Daten empfangen, sondern auch Informationen produzieren. Das Ganze ist ein Tauschhandel: Wir geben Informationen über Standortdaten, Bewegungsprofile und Vorlieben ab und bekommen dafür eine Infrastruktur die auf Informationstechnologie aufbaut. Allerdings müssen die Bewohner der vernetzten Stadt darauf vertrauen können, dass ihre Privatsphäre dabei nicht verletzt wird. Die Diskussion um Datenschutz ist daher ein zentraler Punkt beim Aufbau einer Smart City.

Stadt der tausend Wege

Hamburg entwickelt gemeinsam mit dem HVV und privaten CarSharing Anbietern eine Mobilitätsplattform für alle. Während Städte in anderen Teilen der Welt gerade erst anfangen, über ÖPNV nachzudenken. Aber warum sollten wir darauf einsteigen? Vielleicht, weil der Mobilitäts-Mix ein Abenteuer ist. Dahinter steckt die Idee einer Stadt, die so gebaut ist, dass man alles zu Fuß, mit Bahn und Bus oder mit dem Fahrrad erreichen kann. Wer sich traut, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, wird seine Stadt ganz neu kennen lernen! Es lohnt sich zum Beispiel, morgens das Fahrrad zur nächsten U-Bahn Station zu nehmen, von dort mit dem Bus weiter zu fahren, noch ein Stück zur Arbeit zu laufen und sich auf dem Rückweg einen ganz anderen Weg zu suchen. Vor allem begreift der geneigte Abenteurer dabei eines: Hamburg ist ein Organismus mit tausend Wegen und Verbindungslinien, die alles miteinander verknüpfen. Abenteuerlust wäre ein schöner Anreiz, um das Auto mal stehen zu lassen und bis 2020 tatsächlich 25 % des Stadtverkehrs auf zwei Räder zu bringen.

 

Smart City Hamburg: Die Zukunft unserer Stadt

 

Autorin: Julia Barthel

Foto: © HAMBURGschnackt.de – Bernd Nasner

4. Januar 2017 von Redaktion

Kategorien: Hamburg wächst, Wissensdurst

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