Verbindung aus Tanz und Akrobatik: Estella Siebel beim Poledance.

Poledance: Akrobatische Drehmomente

Okay, als ich noch ein schmächtiger Junge war, da habe ich es auch getan. Wozu sind die Haltestangen in S- und U-Bahnen sonst auch gut gewesen, wenn nicht dafür, um die Minuten zwischen den Stationen für den einen oder anderen Drehmoment zu nutzen? Von wegen, die Erde ist rund. Hin und wieder war sie einfach nur ein kleiner Kreis. Die Stange und ich. Das Problem: Den anderen Gästen reichte es vollkommen, wenn sie sich daran festhalten konnten. Wofür die Stangen ja eigentlich auch gedacht waren. Und es immer noch sind.

Wer dagegen ins Poledance-Studio in der Holstenstraße in Altona kommt, der möchte sich nicht nur festhalten, der möchte sich diesen Drehmomenten hingeben. Und wenn Estella Siebel mal eben ohne großes Aufwärmen kurz Schwung holt, zwei- bis dreimal um eine Stange kreist, dann sieht das nach großem Spaß aus. Elegant, akrobatisch, schwerelos – und wirkt total einfach.

Nun ist die 30-Jährige nicht nur Leiterin des Studios. Sie ist auch Trainerin, und sie hat 2010 bei der Miss Aerial Pole International gewonnen, sich für die World Pole Sport & Fitness Championships qualifiziert wie auch am Finale der European Poledance Championships teilgenommen. „Auf Poledance“, erzählt Estella Siebel, „bin ich Ende 2006 in einem Fitnessstudio aufmerksam geworden.“

Dort hat auch Julia Damm den Weg an die Stange gefunden. Und ist hängengeblieben. Und weil die Erde nicht nur rund, sondern die Welt dann auch noch klein ist, hat die Hamburgerin beschlossen, im April 2014 in Barmbek das Studio Pole your Body zu eröffnen. Weil das Interesse so groß war (und immer noch ist), machte sie im Januar dieses Jahres die zweite Anlage auf – und stellte ihre ehemalige Kurstrainerin Estella Siebel ein.

Poledance-Studioleiterin Julia Damm: „Der Erfolg ist schnell sicht- und spürbar“
Poledance-Studioleiterin Julia Damm: „Der Erfolg ist schnell sicht- und spürbar“

Dass dieser Sport in Deutschland vorwiegend von Frauen ausgeübt wird, mag an dem einen oder anderen Klischee liegen. Zum einen, weil es an das Tabledance in einschlägigen Nachtclubs erinnert. Zum anderen, „weil es hierzulande unter Männern leider immer noch zu oft als schwul gilt“, räumt Julia Damm ein und betont: „In anderen Ländern ist das nicht so.“

Im Poledance ist der Erfolg schnell zu sehen

Womöglich muss also den Männern erst einmal klar gemacht werden, dass Poledance sehr wohl die Fitness steigert und nicht nur eine sportliche Tanzvariante ist. „Es verbessert die Koordination, die Kraft, die Ausdauer, die Flexibilität, und es verbindet Tanz und Akrobatik“, sagt Estella Siebel. Und Julia Damm ergänzt: „Der Erfolg ist sehr schnell sicht- und spürbar.“

Eine „Unterrichtsstunde“ dauert 75 Minuten, „denn neben dem eigentlichen Stundenthema legen wir großen Wert auf ein gutes Warm up und Cool down“, fährt die 34-Jährige fort. Die Kurse wie Classic, Floorwork, Tricks und – auch das – Sexy Pole gehen über sechs Wochen. Die Figuren heißen unter anderem Allegra, Janeiro und Spatchcock. Oder auch Klammeraffe.

Ich habe mich dann doch noch an eine Stange getraut. Okay, die Drehmomente in S- und U-Bahnen, damals ging das noch so locker von der Hand, ist aber auch lange her. Aber es einmal unter professioneller Anleitung im Studio zu probieren, ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

Autor: Markus Tischler
Bildbeschreibung Titelfoto: Verbindung aus Tanz und Akrobatik: Estella Siebel beim Poledance.

16. März 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg trainiert, Sportbegeisterung

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