Mein Hamburg: Tom Synnatzschke

Was lieben die Hamburger an ihrer Stadt – und was nicht? Was bewegt ihr Leben oder was wollen sie bewegen? Menschen erzählen über ihre Leidenschaften, Lieblingsorte und ihr Leben in unserer Metropole. Wir fragen Hamburg Greeter Tom Synnatzschke

In New York hatte Tom Synnatzschke eine ehrenamtliche Führung der Big Apple Greeter mitgemacht und war sofort begeistert. Als Klaus Bostelmann das Projekt 2012 nach Hamburg holte und den Verein Hamburg Greeter gründete, war Tom Synnatzschke von Anfang an dabei. Als Producer von Naturfilmen bei Doclights, einer Tochterfirma von Studio Hamburg, ist der gebürtige Hamburger oft unterwegs. Doch immer wieder zieht es ihn zurück in die Hansestadt. Besonders freut es ihn, wenn durch seine Führungen Hamburg für Besucher zu einem ganz besonderen Erlebnis wird.

Hamburg ist eine spannende Stadt, weil …

… ich Städte liebe, die am Wasser liegen und viel Grün bieten. Beides finde ich in Hamburg. Außerdem mag ich die besondere Mischung aus schick und shabby, die hier nebeneinander existiert, die edlen Stadtteile wie Eppendorf und Harvestehude einerseits, andererseits St.Pauli und die einstigen Arbeiterviertel wie Barmbek oder den maßlos unterschätzen Dulsberg.

Was hält Sie in der Stadt?

Wenn man aus einer Hafenstadt kommt, zieht es einen immer wieder in die Welt. Ich habe in Berlin gearbeitet, bin in Madrid und England zur Schule gegangen, aber es zog mich immer wieder zurück nach Hamburg. Mit Hamburg verbinde ich Heimat. Meine Eltern und Großeltern sind hier geboren, ich bin in Wandsbek-Gartenstadt aufgewachsen und wohne nun in Alt-Rahlstedt.

Mit welchem Konzept zeigen Sie Menschen Hamburg, was möchten Sie von der Stadt vermitteln?

Die Hamburg Greeter sind eine richtige Erfolgsgeschichte. Über 100 Ehrenamtliche machen mit. Mein Ziel ist, als Einheimischer einem Gast einen Teil der Stadt zu zeigen, ihn zu meinen Lieblingsorten zu führen. Wir wollen mit den Gästen ins Gespräch kommen. Ich mache im Durchschnitt einen Greet im Monat. Jede Führung ist wie ein Blinddate, immer anders und immer sehr persönlich.

Wohin gehen sei mit Ihren Gästen am liebsten?

Ich richte mich nach den Wünschen der Gäste, aber ein großes Faible habe ich für St. Georg, die Schanze, das Karoviertel und St. Pauli. Gerade über St. Pauli haben die Besucher eine bestimmte Vorstellung, gehen aber am Ende der Tour mit einem ganz anderen Bild nach Hause, wenn sie die Seitenstraßen kennengelernt haben mit der St. Pauli Kirche und ihrem engagierten Pfarrer, der die Flüchtlinge aufnahm, oder etwas über die Entstehung von Park Fiction erfahren oder über den Hintergrund der Religionsfreiheit, die einst der Straße Große Freiheit mit der katholischen Kirche ihren Namen gab.

Wohin gehen Sie in Hamburg, wenn es mal ganz privat sein soll?

Im Sommer gehe ich gerne ins Grüne, nach Boberg oder Entenwerder. Aber ich mag es auch ganz städtisch, etwa mit Hafenblick im Café Amphore und lasse das Leben vorbeitreiben.

Welche Zukunftsvision haben Sie für die Stadt?

Ich wünsche mir mutigere Ideen für Architektur und für kreative Räume wie etwa das Gängeviertel oder den Oberhafen. Es gibt so viele Regularien, die so vieles verhindern. Etwas mehr Rotzigkeit würde Hamburg guttun.

Wie lautet Ihr Lebensmotto, Ihr Lieblingszitat, oder Ihr Lieblingsschnack?

Das Unbekannte im Bekannten entdecken.
Bei den Führungen lerne ich immer wieder dazu, genauso in meinem Beruf. Selbst beim zwanzigsten Film über Elefanten lerne ich jedes Mal etwas Neues.

 

Autorin:  Herdis Pabst

Foto: Tom Synnatzschke mit Hamburg-Besuchern © Tom Synnatzschke

 

30. November 2016 von Redaktion

Kategorien: Hamburg begrüßt, Mein Hamburg, Stadtliebe

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