Schauspieler und Sänger Delio Malär

Jungschauspieler Delio Malär: „Musik macht high“

Schon mit 22 Jahren steht Delio Malär auf der großen Bühne. Bei HAMBURG schnackt! erzählt der Schweizer, wie er das geschafft hat.

Delio Malär kam 2011 aus Zürich zur Schauspielausbildung nach Hamburg. Der Schweizer spielt Gitarre, Cello und Blockflöte, er singt und schauspielert seit seiner Gymnasialzeit und schreibt eigene Songs. Ein Jahr vor seinem Abschluss als Schauspieler steht Delio Malär schon auf Hamburgs großen Bühnen. Aktuell spielt der 22-Jährige den Beatle Paul McCartney in „Backbeat“ im Altonaer Theater. Spontan trifft man Delio Malär in der Schanze, denn dort rockt er gern mal mit seiner Gitarre unter der S-Bahn-Brücke.

Delio, mal ganz ehrlich: Bei deinem Talent hattest du bestimmt viele Möglichkeiten. Warum bist du ausgerechnet nach Hamburg gekommen?

Das war ein Zufall, über den ich heute wahnsinnig froh bin. Ich wollte nach der Schule raus aus der Schweiz und habe im Internet die Schule für Schauspiel gefunden, die ein Vorsemester zum Ausprobieren angeboten hat. Für die Findungsphase ist das echt super.

Das war der einzige Grund, hier herzukommen?

Zunächst ja, aber mich hat vom ersten Tag an das Hamburg-Fieber gepackt. Die Stadt und ihre Leichtigkeit haben mich total angezogen. Ich wusste sofort: Das ist es. Wer einmal Calamari auf dem Fischmarkt gegessen hat, will hier nicht mehr weg.

Eine Musicalausbildung in der Stadt der Musicals kam nicht infrage?

Überlegt habe ich das, aber letztlich ist im Schauspiel der kreative Prozess freier gestaltbar als in den durchgeplanten Musicalshows. Und ich kann auch im Theater meine Musik einbringen.

Wenn man dich spielen und singen sieht, wirkst du ganz mit der Musik verbunden.

Das bin ich auch, absolut! Ich muss mich, damit es gut wird, richtig in die Musik reinsteigern. Ein großer Spaß und ein tolles Gefühl. Wie eine natürliche Droge, das kann einen echt high machen.

Du spielst bereits ein Jahr vor deinem Abschluss mit den Profis auf der Bühne des Altonaer Theaters. Wie hast du die Rolle des Paul McCartney in „Backbeat“ ergattert?

Der Kollege, der ursprünglich Paul McCartney werden sollte, ist kurzfristig abgesprungen. Deshalb wurde ein Schauspieler gesucht, der auch singen und Gitarre spielen kann und zudem ins bereits vorhandene Bandgefüge passt. Mein Vorsprechen war dann einen Tag vor Probenbeginn – und lief super.

Dann hast du mit Leuten gearbeitet, die seit Jahren im Business sind. Hast du es jemals zu spüren bekommen, dass du Neuling bist?

Überhaupt nicht, das war vom ersten Tag an ein Zusammenarbeiten unter Profis. Das Team ist großartig. Wir konnten gemeinsam kreativ sein, ich kann gar nicht genug davon schwärmen.

Hattet ihr viel Freiraum, um euch auszuprobieren?

Ja, da hat uns der Regisseur Franz-Joseph Dieken Möglichkeiten gegeben, wodurch auch extrem geile Dinge entstanden sind, die man nicht planen kann. Genau die machen ein Stück aber authentisch.

War die Stelle, an der du verschiedene Musiker parodierst, unter anderem die Chanson-Göttin Edith Piaf, auch so etwas Spontanes?

Ja, das ist ein gutes Beispiel. Ich habe rumgealbert und Liedstellen einfach in verschiedenen Stilen gesungen. Alle haben sich weggeschmissen vor Lachen und wollten mehr. Und dann haben wir’s aufgenommen.

Das klingt alles fast zu harmonisch, um wahr zu sein.

Stimmt! Und deshalb hat auch ein Kollege zu mir gesagt: Delio, nach „Backbeat“ bekommst du große Probleme, denn so toll wird’s nicht immer!

Hast du trotz der Warnung schon Pläne?

Nach meinem Abschluss möchte ich durch die Welt touren. Vorher mache ich hier weiter Musik, zum Beispiel in der „Albers Bar“, wo ich den „Tag der Helden“ ins Leben gerufen habe. Da spiele ich die Titellieder von früheren Fernseh-Cartoons wie „Ducktales“ oder „Chip & Chap“. Ist immer total klasse zu sehen, wenn die Leute sich an damals erinnern und wieder genau so fühlen.

HAMBURG schnackt! und die Leserschaft würden sich freuen, wenn du einen Song auf Plattdeutsch schreiben würdest.

Ich schau mal, was sich da machen lässt. Ob man’s glaubt oder nicht, das Schwizerdütsch ist davon sprachlich gar nicht so weit entfernt.

Interview: Anja-Katharina Riesterer

30. September 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg musiziert, Stadtliebe

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