designxport Raum

Design aus Hamburg für die weite Welt

Eines muss Babette Peters gleich klarstellen „Vielen ist gar nicht klar, dass die meisten Verpackungen von Supermarktprodukten aus Hamburg kommen“, sagt die promivierte Kunsthistorikerin.

Babette Peters weiß schon lange, dass der Beruf des Designers weit mehr braucht als künstlerisches Talent und Kreativität. Und dank der Bemühungen der von ihr geleiteten designxport GmbH dringt dies auch immer stärker zu den Hamburgern durch.

1995 startete die Wirtschaftsbehörde die Initiative „hamburgunddesign“. Das Ziel: Stärkung des Designstandortes. Unter der Leitung von Babette Peters hat sich das Projekt weiterentwickelt.

Dr Babette Peters
Promovierte Kunsthistorikerin Dr. Babette Peters.

Design soll für die Menschen erlebbar werden

Designxport versteht sich als Schnittstelle zwischen Kultur, Wissenschaft, Technologie und Wirtschaft und will die Bedeutung von Design erlebbar machen. Mit Projekten, Austausch und Networking. Darauf bezieht sich auch der Name des in der Hafencity ansässigen stadteigenen Unternehmens – Port für den Hafen, das X für den Umschlagplatz, an dem Ideen, Kontakte und Informationen zusammenlaufen und weiter in die Welt hinausgehen.

Hier haben auch die Designfestivals der Stadt ihren Ursprung. Erst im Juli dieses Jahres öffneten zwölf Label anlässlich des „popup festivals“ ein ganzes Wochenende lang ihre Türen für Interessierte.

Designer haben Macht – und müssen diese verantwortungsvoll einsetzen

„Der Designer hat große Verantwortung und auch Macht“, sagt Babette Peters. Ob Milch, Orangensaft oder Zahnpasta: Designer sorgen dafür, dass der Kunde unter zehn ähnlichen Produkten gerade das eine aussucht. Dabei müssen Infos wie „Bio“, „zuckerfrei“ oder „light“ vermittelt werden. Innerhalb weniger Sekunden entscheidet der Konsument. Davon hängt der wirtschaftliche Erfolg eines Produkts ab.

Nicht umsonst hat deshalb das Bundeswirtschaftsministerium vor kurzem den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Dieser soll auf die ökonomische Bedeutung von gutem Design hinweisen. „Wirtschaft und Design gehören ganz notwendig zusammen“, sagt Babette Peters.

Der Gedanke der Nachhaltigkeit wird auch beim Design immer wichtiger

Ihre Macht können Designer nutzen, zum Beispiel im Einsatz für die Verwendung nachhaltiger Materialien. „Auch wenn der Einfluss des Designers geringer ist, als er sein sollte. Die Unternehmen gucken skeptisch auf die finanziellen Chancen der Nachhaltigkeit, da fehlt ein Umdenken“, sagt Babette Peters. Dabei seien Ideen und Möglichkeiten da, so die 58-Jährige.

Beispiele gibt es reichlich. Eines ist ein vom Hamburger Glen Oliver Löw entwickelter Bürostuhl. Der „Think Chair“ lässt sich in fünf Minuten auseinanderbauen. Und dann? Zurück in den Produktionskreislauf. Die Materialien sind zu 98 Prozent recycelbar.

Piktogramme als neue internationale Zeichensprache

Momentan sind im designxport-Foyer Piktogramme der Hamburger Firma Mutabor ausgestellt. Die grafische Sprache ist universell verständlich. Mit den oft humorvollen Bildern kommentieren Johannes Plass und Heinrich Paravicini das aktuelle Weltgeschehen.
Das Projekt „Lingua Digitalis“ umfasst Buch, App, Webportal und Plakate. Im digitalen Kalender-Blog Lingua 365 kann man hineinschnuppern.

Babette Peters freut sich über die Initiative des 2013 zur kreativsten Designagentur Deutschlands gekürten Unternehmens Mutabor. „Das ist ein Beispiel dafür, wie wir hier bei designxport ganz hochrangigen Ideen eine Plattform bieten.“

Autorin: Anja-Katharina Riesterer

29. September 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg designt, Kulturgenuss

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