Kunst Kiosk

Elbe für den Hals

Zwei junge Frauen, eine Idee – in ihrem Laden soll es nur Handgefertigtes geben. Kein Problem, der “Kunst Kiosk” auf St. Pauli macht es möglich.

Fünf Jahre alt und ein voller Erfolg: Das ist der “Kunst Kiosk” in der Paul-Roosen-Straße, gegründet von Ina Wasilew und Johanna “Nanni” Hoffmann. Selbstgemachte Kleinigkeiten von Postkarten über Kulturbeutel bis hin zu Auftragsschnitzereien überzeugen Hamburger und Touristen.

“Die Idee entstand spontan”, sagt Ina, die an diesem Vormittag allein im Laden ist. Sie und “Nanni” kannten sich von der Arbeit in der “Barbarabar“, wussten jeweils von der Kunstliebe der anderen. “Nanni hat hier vorher schon Produkte verkauft, als der Laden jemand anderem gehörte. Als er zumachen sollte, schnappte sie zu und holte mich ins Boot. Ich habe sofort zugesagt”, sagt Ina.

Zeit und Leidenschaft als Startkapital

Allzu viel Geld konnten die zwei nicht investieren, sie haben selbst renoviert und sich Türen vom Sperrmüll geholt. “Aber Zeit und Leidenschaft haben wir gegeben – das tun wir noch heute.” Jeweils drei Arbeitstage arbeiten die beiden pro Woche im Laden, sie haben noch andere Jobs, zum Beispiel Illustratorin.

Erfolgreich arbeiten sie mit “Provisionskünstlern” zusammen. Gleichgesinnte können sich für 20 Euro im Monat ein Regalfach bei den Kunst-Freundinnen anmieten und ihre Stücke anbieten. Alles muss handgemacht sein, das ist wichtig. Die Kunden sollen mit “Einmaligem” nach Hause gehen. Mittlerweile gibt es im “Kunst Kiosk” auch Vernissagen.

Kunst Kiosk

Neben der Einarbeitung ins Betriebswirtschaftliche (“Das ging nur mithilfe einer Steuerberaterin”) hat Ina vor allem eines gelernt: nein zu sagen. “Wir wollen wirklich innovative und qualitativ gute Stücke anbieten, da muss man genau hinsehen.”

Junge Unternehmensgründern gibt sie einen Tipp: “Wer eine Idee hat und dafür brennt, soll sie umsetzen. Wenn man sich nicht verwirklicht, bekommt man diese ganzen Wehwechen, unter denen heute so viele Menschen leiden.”

Ein Elbstückchen zum Umhängen

Heute Vormittag ist im Laden wenig los, Ina nutzt die Zeit und bastelt Ketten – kleine Glaskugeln, die sie mit Elbsand füllt. “An denen kommen die Touristen nicht vorbei, aber auch echte Hamburger nicht.” Warum? “Hier liebt einfach jeder die Stadt”, vermutet Ina, “da bietet sich ein echtes Elbstückchen an.”

Ein Dauerbrenner sind auch handgefertigten Ohrringe, mit blauen, grünen, roten Glaskugeln. Und Süßigkeiten gibt’s im “Kunst Kiosk” auch – ein wenig versteckt, links hinter der Kasse.

Text: Anja-Katharina Riesterer

10. Juni 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg künstlert, Kulturgenuss

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