Drei Minuten Jonathan: Wiederentdeckung einer Idylle

Es gab eine Zeit, da werkelte jeder in seinem Garten. Das ist noch nicht lange her. Vielleicht vierzig oder fünfzig Jahre. Im Frühjahr und Herbst gruben Familien gemeinsam die Scholle um. Im Sommer wurde Obst direkt von Bäumen und Sträuchern gegessen. Später erntete man Gemüse und danach Kartoffeln. Das war viel Arbeit. Im Nachhinein aber ein Idyll.

Die Natur wird versteckt

Doch auch der Umgang mit dem eigenen Garten unterliegt dem gesellschaftlichen Wandel. Heute muss das Grün hinter dem Haus meist pflegeleicht sein. Der Nutzgarten gehört weitgehend der Vergangenheit an. Steingärten und Kunstrasen sind in Mode gekommen. Die Natur wird versteckt, damit sie keine Arbeit macht. Dass dadurch auch Insekten, Vögel und andere Tiere verschwinden, nehmen die „GärtnerInnen“ von heute billigend in Kauf. Dabei könnte der eigene Garten – richtig genutzt – dazu beitragen, die Natur zu erhalten.

Ein wenig Freude in die Welt bringen

Allerdings scheiden sich daran die Geister. Manche schwören auf verwilderte Gärten. Andere mahnen, die Vielfalt von Pflanzen und Tieren müsse erhalten bleiben. Es gibt Initiativen, die alte Pflanzensorten, wie zum Beispiel Bohnen, bewahren. Das urbane Gärtnern und das Teilen von Gärten werden ebenfalls propagiert. Die Gesellschaft ist sich auch in dieser Frage uneins.

Neulich habe ich einen alten Mann von bestimmt 90 Jahren getroffen. Er bewirtschaftet noch seinen Garten und pflanzt Jahr für Jahr die schönsten Blumen. „So bringe ich ein wenig Freude in die Welt“, erklärte er seine Motivation.

Natur schenkt Wohlbefinden und Heiterkeit

An dieser Selbstverständlichkeit sollten wir uns alle ein Beispiel nehmen. Wenn jeder einen Garten pflegt, wird viel für die Natur getan. Dazu zählen natürlich auch Blumenkästen und Hochbeete. Schrebergärten könnten wieder und weiter in Mode kommen. Derzeit liegen viele Flächen brach.

Im Umgang mit Gärten zeigt sich unsere Gleichgültigkeit gegenüber der Natur. Wir sind zwar besorgt über den Klimawandel und demonstrieren für den Umweltschutz. Vor der eigenen Haustür stören uns aber sprießende Beikräuter und die Blätter im Herbst. Wie derzeit so vieles in unserer Gesellschaft, ist das widersinnig.

Eine Karikatur zeigt Adam und Eva am abgestorbenen Baum der Erkenntnis, umgeben von einer einzigen großen Müllhalde. Adam ruft zu Gott empor: Wir sind fertig mit ‘Die Erde untertan machen!‘

Lassen wir es nicht so weit kommen. Erfreuen wir uns lieber an großen und kleinen Gärten, die wir selbst gestalten. Entdecken wir die Idylle des Gartens wieder. Das bringt uns der Natur nicht nur näher, sondern gibt uns Entspannung, Wohlbefinden und Heiterkeit zurück. Genau das, was wir im Moment sehr gut gebrauchen können.

 

Warum drei Minuten, Jonathan?

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Und hier geht es zu dem aktuellen Buch des Hamburger Schriftstellers David Jonathan.

 

 

 

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Foto/Grafik: © David Jonathan/photolab

9. Juni 2021 von Redaktion

Kategorien: Hamburg liest, Kulturgenuss

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