Einstieg ins Urban Gardening

Manuela Husmann ist Gartenexpertin und leidenschaftliche Stadtgärtnerin. Sie hat unter anderem den Gemeinschaftsgarten am Tutenberg Institut mit gegründet, betreibt den Veranstaltungskalender Laurustico – Club für Gartenfreunde (www.laurustico.de) und gibt Gartenführungen sowie -seminare.

Sie stellt fest, dass immer mehr Stadtbewohner zwar die Gartenlust packt. Doch wie viel Zeit und Liebe so ein Garten tatsächlich braucht, wird oft unterschätzt. »Den Weg zum eigenen Garten sollte man daher mit Bedacht und am besten in mehreren Schritten gehen«, rät sie – und hat uns ein paar gute Tipps für den Einstieg ins Urban Gardening gegeben.

1. Schritt: Die eigene Fensterbank

Unter dem Stichwort Minifarming kann man mit dem eigenen Garten bereits auf dem Fensterbrett oder Balkon beginnen und hier Kräuter, Obst und Gemüse ziehen. »Hilfreich ist es auch, wenn man Gartenseminare besucht, wo man zum Beispiel schon mal das Pikieren üben kann«, erklärt sie. Der Botanische Sondergarten in Wandsbek in Hamburg bietet solche Workshops beispielsweise an.

2. Schritt: Die Grünfläche vor der Haustür

Wer bewiesen hat, dass er die Ausdauer und Zeit besitzt, die Gärtner nun mal brauchen, kann als nächstes Etappenziel eine Grüninsel oder Baumscheibe vor seiner Haustür ins Visier seines grünen Daumens nehmen. »Entsprechende Patenschaften kann man bei der Stadt beantragen«, erklärt Manuela Husmann – und die Stadt freut sich über solches Engagement. Ein Hinterhof bietet – mit Kübeln bestückt – ebenfalls gute Möglichkeiten. Dies sollte aber mit dem Vermieter und den Nachbarn abgesprochen werden.

3. Schritt: Der Gemeinschaftsgarten

Der nächste Schritt ist ein Gemeinschaftsgarten: Hier hat man mehr Möglichkeiten, man muss aber auch eine Wegstrecke in Kauf nehmen. »In unserem Gemeinschaftsgarten des Hamburger Tutenberg Institut kann man zum Beispiel 6 bis 24 Quadratmeter mieten«, so Manuela Husmann. Pro Quadratmeter muss man hierbei mit etwa drei Euro pro Jahr rechnen. Infos zu weiteren Gemeinschaftsgärten in Hamburg findet man auch bei der Initiative Grünanteil (www.gruenanteil.net).

Der Vorteil eines Gemeinschaftsgartens: Man ist in netter Gesellschaft, kann Tipps austauschen und sich gegenseitig notfalls auch mal beim Gießen vertreten (etwa in der Urlaubszeit). Der Nachteil: Die Vorstellungen, wie ein Garten aussehen sollte, sollten übereinstimmen.

4. Schritt: Der eigene Garten

Viele haben eine recht romantische Vorstellung vom eigenen Garten. In der Realität macht er viel Freude – ist aber auch harte Knochenarbeit und vor allem eine langfristige Verpflichtung. Wer von einem Schrebergarten träumt sollte sich zuvor die Regeln und Bedingungen genau anschauen.

Oder die Gartenpatenschaft

Alternativ zum Kleingarten kann man sich natürlich auch nach einem verwaisten Gartengrundstück umsehen, Kontakt zu den Besitzern aufnehmen – und mit etwas Glück ein kleines Paradies für’s Gartenglück finden. So jedenfalls erging es Manuela Husmann: »Eines Tages fuhr ich an einer „wunderschönen“ alten Villa vorbei – mit einen total verwilderten Garten«, berichtet sie.

Also hielt sie an und hinterließ einen Zettel an der Tür mit der Frage, ob sie den Garten pflegen dürfe und ihrer Telefonnummer. Wenig später meldete sich die Besitzerin, eine ältere Dame. Und Manuela Husmann hat den Zaubergarten zu ihrem Langzeitprojekt erklärt.

Egal wie groß ein Urban Garden ist, man sollte im Vorfeld klären, ob er mit den eigenen Hobbies oder der Familie kollidiert: »Ein Garten braucht vor allem im Sommer Pflege – wer da Tennis spielen oder Segeln gehen will, sollte sich das noch mal überlegen«, findet Manuela Husmann. Außerdem sollte der Partner oder die Familie auch ihre Freude am Gärtnern haben.

30. Juni 2013 von Redaktion

Kategorien: Hamburg grünt, Lebensfreude

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