Attraktor: Makerspace in City-Nord

Schlaglöcher, moosig vergrünte Betonwände, unheimliche Totenstille und Orientierungslosigkeit in gleichförmiger Bauwüste. Das waren die Attribute, die die in den 1960ern geplante und gebaute Bürostadt City-Nord über viele Jahre auszeichneten. Doch seit einiger Zeit kommt wieder vermehrt Leben in den einst so tristen Stadtteil.

Seit 2010 treffen sich zum Beispiel Tüftler, Bastler und Technik-Begeisterte in einem rund 400 Quadratmeter großen Ladenlokal am Mexikoring 21. Hier haben die Mitglieder des Vereins Attraktor e.V. eine offene Werkstatt und ein Veranstaltungszentrum eingerichtet. Neben großen Tischen und einer Couch-Garnitur aus zweiter Hand stapeln und türmen sich Materialien für technikverliebte Bastler: Leiterplatinen, Arduino-Boards, Schrauben, Glühbirnen, Bretter, Plastikmaterialien aller Arten und vieles mehr.

3D-Drucker, CNC-Fräsen und Siebdruck

Daneben stehen Geräte wie 3D-Drucker, CNC-Fräsen oder eine Siebdruck-Belichtungseinheit. „Wir beschäftigen uns vor allem mit Themen wie Elektronik, Mikrocontroller, Physical Computing, computergestützter Materialbearbeitung, Quadcopter-Flug, Funk, Computer und deren Netzwerke sowie Computerspiele-Entwicklung“, berichtet Sebastian Wendel, einer der Mitglieder des Attraktor.

Im Attraktor gibt es aber auch weniger technische Themen: Jüngst haben Mitglieder des Attraktor zum Beispiel eine eigene Siebdruck-Werkstatt gebaut und eingerichtet sowie einen Workshop für Kinder und Erwachsene durch geführt. Daneben gibt es die regelmäßige Basteldonnerstage und offene Näh-Werkstätten, bei denen sich Freunde der Do-It-Yourself- und Handmade-Kultur treffen und austauschen können. Auch die Nutzung von Open-Source-Programmen wie Gimp oder Inkscape kann man im Attraktor erlernen.

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Das Programm

Dabei läuft im Attraktor alles ehrenamtlich. Rund 90 Mitglieder sorgen mit ihren Beiträgen nicht nur für die Finanzierung (nichts desto trotz ist der Verein chronisch klamm, sodass Spenden jederzeit herzlich willkommen sind). Sie richten auch die regelmäßigen Stammtische, Vernetzungstreffen und Workshops aus, sorgen für Kooperationen – etwa mit dem Fab Lab St. Pauli, mit dem es ein 3D-Print-Lab beim Reeperbahn Festival hatte – und halten die Infrastruktur des Makerspace in Schuss.

Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn der Attraktor steht vor der Kündigung seines Mietvertrages. „Eigentlich sollte unser Mietvertrag noch mindesten sieben Jahre laufen“, berichtet Sebastian Wendel. Doch mittlerweile hat der Vermieter einen neuen Plan: Er nennt sich “Winderhude 70 – City-Nord” und sieht den Teilabbruch des Hauses sowie einen Neubau vor. Wer also vergleichbare Räume anzubieten hat, kann sich gerne beim Verein melden!

Jeder kann mitmachen!

Doch unterkriegen wollen sich die Nerds vom Mexikoring nicht. Für sie bedeutet dies schlicht, dass sie nun eben noch ein bisschen findiger werden müssen… Und so ist der Verein gerade dabei, noch mehr Interessierte und Begeisterte in die City-Nord zu holen: Denn jeder ist herzlich eingeladen, einfach so zu den Netzwerkveranstaltungen, Workshops und Treffen zu kommen. Besonders gerne sehen die Attraktor-Mitglieder Kinder in ihren Veranstaltungen.

Wichtige Links zum Attraktor

Eine Übersicht der aktuellen Termine: wiki.attraktor.org/Attraktor_Wiki
Der Attraktor-Blog mit Neuigkeiten: blog.attraktor.org
Der Statur der Tür per Twitter: twitter.com/tuerstatus

28. Oktober 2013 von Redaktion

Kategorien: Hamburg erfindet, Wissensdurst

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