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Mit dem Fahrrad auf Traumstraßen unterwegs

Einsame Highways oder beeindruckende Bergstraßen: HAMBURG schnackt!-Autor Markus Tischler ist mit dem Rad außergewöhnliche Touren gefahren.

Die Frage, die mir der Mann mittleren Alters auf einem Parkplatz im Yellowstone National Park stellte, war keine der üblichen. Er schaute auf mein rotes Fahrrad, sah mich anschließend an und wollte wissen, wie nun dieses Fahrrad heißt.

Zugegeben: Ich musste ein bisschen nachdenken. Wir schrieben das Jahr 2012 . Und mit eben diesem Rad hatte ich 1999 meine erste Tour (damals zusammen mit meiner Mutter) unternommen – die Westküste der USA von Seattle bis San Francisco. Weitere Reisen sollten folgen, doch dazu gleich mehr. Aber an einen Namen für mein Fahrrad? Daran hatte ich bis zu jenem Septembertag 2012 nie gedacht.

„Scout“, sagte ich schließlich, „es heißt Scout.“ Es war eine spontane Entscheidung. Der Name passt, habe ich mir damals gedacht. Und denke es immer noch.

Das wunderschöne Gefühl des Ankommens

Knapp 16 Jahre ist Scout mittlerweile alt. Und er ist in dieser Zeit immer ein treuer Begleiter gewesen. In Neuseeland, in Norwegen und Schottland. Auf den Fahrten über die höchsten Pässe in den Alpen und Pyrenäen. Auf den einsamen Highways zum Grand Canyon, Bryce Canyon und Zion National Park. Auf bis zu 3500 Meter hoch gelegenen Straßen in den Rocky Mountains. Im Yellowstone National Park, auf dem Beartooth Pass und der Going-to-the-Sun Road.

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Touren-Augenblicke: Das Sognefjell in Norwegen, der Highway 12 in Utah, Verkehrsstau auf der Südinsel von Neuseeland und das Stilfser Joch, die „Königin der Alpenstraßen“

Ich kann nicht sagen, welche Strecke die schönste von allen war. Es gab auf allen Fahrten gute und schlechte Tage. Was nicht heißen muss, dass ein grauer Tag auch gleich ein grauenhafter gewesen ist.

Tourenradeln hat viel mit Landschaftserlebnissen zu tun. Und sehr viel mit ankommen. Im nächsten Ort, auf dem nächsten Pass. Aber eben auch bei sich selbst.

Neues erfahren – im wahrsten Sinne

Es ist ebenso das Gefühl gewesen, aus eigener Kraft unterwegs zu sein. Das Gefühl, alles, was ich brauche, am Fahrrad mit mir zu tragen. Das Gefühl von Freiheit. Loslassen zu können. Auch wenn sich beim Tourenradeln Abläufe wiederholen, zum Beispiel das Zelt auf- und abzubauen, es ist immer wieder ein Hochgefühl, wenn es weiter geht auf der Straße. Hinaus, um Neues zu erfahren. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Es sind aber jene Momente, wie die auf dem Parkplatz, die ich auf meinen Reisen immer wieder erlebt habe. Die sich nicht in Bildern festhalten lassen. Es sind die Momente, in denen mich wildfremde Menschen angesprochen, von ihren Touren berichtet oder mich zu sich eingeladen haben.

„Scout“ verdankt einem solchen Moment seinen Namen.


Von Markus Tischler sind beim Verlag Books on Demand folgende Reiseberichte und handlichen Bildbände erschienen:

Bildbände:
– Die Straße, die zur Sonne geht: Highways im Nordwesten der USA
– Highways im Land der Canyons: Traumstraßen in Arizona und Utah
– Unterwegs auf dem Cabot Trail
– Sommerregen am Polarkreis. Mit dem Rad unterwegs in Norwegen

Reiseberichte:
– Eistee und French Toast: Eine Radreise im Südwesten der USA
– Hors Catégorie: Eine Radreise in den Alpen

Autor: Markus Tischler
Bildbeschreibung Titelfoto: HAMBURG schnackt!-Autor Markus Tischler liebt das Tourenradeln.

22. Juni 2015 von Redaktion

Kategorien: Stadtliebe

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