Albers-Joram

Kerstin Albers-Joram: Für die Kirche unterwegs im Handwerk

Kerstin Albers-Joram ist für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt unterwegs. Ihr Weg in diesen Beruf war einer über Umwege.

Man muss Kerstin Albers-Joram nicht groß erklären, wie sie sich für ein Foto doch hinstellen und in die Kamera lächeln möge. Die 46-Jährige tut das ganz von alleine. Entspannt, locker, fröhlich. Hin und wieder nur muss sie die Augen schließen, wenn die Wintersonne zu sehr blendet.

Aber der kleine Park neben dem Altonaer Rathaus bietet dann doch den schöneren Hintergrund als ihr Büro beim Kirchlichen Dienst für die Arbeitswelt (KDA) in der Evangelischen-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. Seit zwei Jahren ist die Hamburgerin dort als Referentin für den Bereich Handwerk sowie betriebsbezogene Arbeit tätig und für die Homepage zuständig.

Dabei ist Kerstin Albers-Joram selbst keine regelmäßige Kirchengängerin und „der Weg zur Kirche ist denn auch einer über Umwege gewesen“, erzählt sie. Lebenskünstlerin, das sei sie in ihrer Vergangenheit halt gewesen. Ausgedehntes Studium in der Hansestadt und in Köln, längere Aufenthalte in Griechenland und Spanien, immer mit der Frage im Herzen: „Was macht Sinn in diesem Leben? Es kann nicht nur im Kleinen liegen, sondern auch im Großen.“ Aber eben auch von dem Wunsch bewegt, „dass ich etwas vom Leben und der Welt kennenlernen wollte“.

Sie spricht daher auch nicht von dem einen roten Faden, der sich durch ihr bisheriges Leben gezogen hat, sondern von mehreren. Ihre langjährige Tätigkeit als selbstständige Dozentin sowie Coach in der Hamburger Erwachsenenbildung ist einer davon gewesen – bevor sie sich auf die Stellungausschreibung des KDA beworben habe. „Ich hatte damals das Gefühl, die ist wie für mich gemacht.“

Der Slogan lautet: „Kirche am anderen Ort“

Ihre Beziehung zu Gott bezeichnet die Mutter eines sechs Jahre alten Sohnes als „eine fragende und suchende“ mit vielen Facetten. Aber Kerstin Albers-Joram hält bei ihren Treffen mit Menschen aus dem Handwerk auch keine Bibelstunden ab. „Wir unterstützen den Mindestlohn“, betont sie beispielsweise, „aber ich gehe nicht zu den Leuten und sage: ‚Jetzt beten wir gemeinsam dafür‘.“

„Es ist unter anderem die bodenständige Art der im Handwerk tätigen Menschen und das Gefühl, diese erreichen zu können“, schätzt die gelernte PR-Beraterin an ihrer Arbeit. Denn die Kirche und das Handwerk, stellt sie fest, hätten doch einiges gemeinsam.

„Bestimmte Werte teilen sie – das ist ohne Frage. Aber auch das Problem eines angestaubten Images.“ So müsse die Kirche wieder sichtbar und für mehr Menschen von Bedeutung werden. Und weil die Menschen heute immer seltener den Weg in die Kirche finden würden, „müssen wir sie aufsuchen, und das ist in der heutigen Zeit auch in der Arbeitswelt“.

Der Slogan der KDA Nordkirche laute dementsprechend, wie Kerstin Albers-Joram betont, „Kirche am anderen Ort“. Es ist denn auch ihr Weg, nach draußen zu gehen. „Meine Energie ziehe ich aus dem Zusammensein mit Menschen und dem Gefühl, etwas zusammen mit ihnen bewegen zu können.“

Autor: Markus Tischler
Bildbeschreibung Titelfoto: Kerstin Albers-Joram: Viele rote Fäden im Lebenslauf.

2. März 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg verbindet, Tatkraft

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