Studentinnen: Natalia

Dem Lockruf Hamburgs gefolgt

An Hamburgs Hochschulen lebt die Vielfalt. Studierende kommen von überall. Die Gründe für Hamburgs Attraktivität sind ganz unterschiedlich.

Rund 80.000 Studierende lernen derzeit an den 21 Hamburger Hochschulen, knapp 10.000 kommen aus dem Ausland. Damit liegt die Hansestadt etwas über dem deutschlandweiten Wert von elf Prozent. Was macht Hamburg für Studierende so attraktiv? Hamburg schnackt! hat sich umgehört.

Wenn Natalia an ihren ersten Eindruck von Hamburg denkt, sieht sie sich auf der Fähre in Finkenwerder. Mit der Gastmutter ist die heute 25-Jährige nach St. Pauli gefahren und hat „vor Staunen den Mund nicht mehr zubekommen“, so schön fand sie Hamburg.

Als Au-pair kam sie mit 20 Jahren aus der Ukraine, weil sie Deutsch studiert hatte und von ihrer Familie gedrängt wurde, praktische Erfahrungen zu sammeln. Eine Au-pair-Organisation sorgte dafür, dass Natalia in Hamburg landete. „Darüber bin ich so froh, ich gehe hier nicht mehr weg.“

Studentinnen: Claudia

Anders war der Auftakt in Hamburg für Claudia aus Österreich. „Als Kleinstädterin fand ich den Hauptbahnhof zu groß, zu voll, zu anonym.“ Mittlerweile ist die 20-Jährige richtig angekommen, sie studiert Germanistik an der Universität Hamburg.

Claudia findet, dass ihre Wohngegend rund um Billstedt und Horn einen viel zu schlechten Ruf hat. „Es ist wunderschön dort, man hat Ruhe und viel Grün. Und die Mieten sind gerade noch bezahlbar.“

Das Problem mit einer günstigen Unterkunft stellt sich für Tracy nicht. Die Studentin der Klimawissenschaft kam vor zwei Jahren auf Vermittlung des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) aus Hongkong nach Hamburg und zog direkt ins Studentenwohnheim. „Zwar ist das Zimmer klein, und wir teilen uns eine Küche auf dem Flur, aber der Preis ist echt okay“, sagt die 24-Jährige.

Studentinnen: Tracy

Mit der hiesigen Bevölkerung kommen die Drei gut klar. Slavistikstudentin Natalia fällt positiv auf, dass hier alle „wahnsinnig freundlich sind, selbst im Supermarkt. Man wird begrüßt und verabschiedet, so was gibt es bei uns in der Ukraine nicht. Da wird gar nicht geredet – oder gemeckert.“

Claudia als Tiroler Frohnatur findet die Hamburger distanziert und eher zugeknöpft. „Man muss lernen, dass das nicht böse gemeint sondern einfach die hanseatische Art ist.“ Im Gegenzug seien ihre österreichischen Landsleute übertrieben freundlich, alle werden sofort geduzt. „Das mag bestimmt auch nicht jeder.“

Bevor Tracy aus Hongkong herkam, wusste sie nicht viel über Stadt und Land. „Bei der WM 2006 habe ich mich in die Deutschlandfarben verliebt und dachte, dass man hier täglich Eisbein isst“, sagt sie grinsend.

In Hamburg Ruhe und Entspannung gefunden

Mittlerweile weiß sie, wie multikulturell und weltoffen Hamburg ist. Im Deutschkurs an der Uni trifft sie auf Leute aus allen Kontinenten. „Da lernt man quasi täglich eine neue Kultur kennen.“

Tracy schätzt an Hamburg den Stadtpark mit dem See. Dort ist sie oft, das Studentenwohnheim ist nicht weit entfernt. „Ich habe erst in Hamburg gelernt, dass man auch mal gar nichts tun kann.“ In Hongkong seien die Tage komplett durchgeplant. „Man kommt nie zur Ruhe. Aber diese Zeit, um nachzudenken und Dinge zu verarbeiten, möchte ich nicht mehr missen“, sagt Tracy.

WM-Spiele gucken, deutsches Team anfeuern

Alle drei haben in Hamburg einen Freund gefunden und gucken mit diesen die Fußball-WM. Claudia ist wieder Österreich-Fan, seitdem sie hier wohnt. „Mal sehen, ob ich trotzdem heimlich Deutschland unterstütze.“

Natalia guckt die Spiele „halb freiwillig“ mit ihrem Freund auf dem Heiligengeistfeld. Dort wird auch Tracy die „unglaublich fußballverrückte Atmosphäre dieser Stadt“ genießen und sich über die Deutschlandfarben freuen.

Autorin: Anja-Katharina Riesterer
Fotos: Anja-Katharina Riesterer / 1. Natalie, 2. Claudia, 3. Tracy

16. Juni 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg lehrt, Wissensdurst

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