Einradhockey

Beim Einradhockey geht es um den Spaß

Einradfahren ist anspruchsvoll. Den „Rädertierchen“ reicht das nicht. Sie jagen, ausgerüstet mit Eishockeyschlägern, auch einem Ball nach.

Das Leben von Tennisbällen ist recht übersichtlich. Die einen segnet schon nach ein paar Schlägen das Zeitliche, die anderen werden in Rente geschickt und gehen irgendwann irgendwo in irgendeiner Kiste ein. Doch es gibt Filzkugeln, denen ein Leben nach dem Tod vergönnt ist. Beim Einradhockey zum Beispiel. „Tote Tennisbälle springen nicht mehr so hoch ab“, sagt Spieler-Trainer Jan John von den „Rädertierchen“ des Niendorfer TSV. Sein oder Nichtsein – für Tennisbälle also alles eine Frage von Zentimetern.

Die Tore sind selbstgebaut

Ein Donnerstagabend in der Sporthalle an der Angerstraße (Hohenfelde). Jan John und sechs Teammitglieder haben ihre Räder und Schläger für ein paar Minuten auf den Boden gelegt. Pause. Zeit für einige Fragen und Antworten.
Zum Beispiel die, ob die Eishockeyschläger vielleicht auch so etwas wie Auslaufmodelle seien und daher bei den „Rädertierchen“ gelandet sind? „Nee“, sagt Jan John, „die sind gekauft.“ Und die Tore? „Die haben wir selbst gebaut.“ Höhe und Breite sind festgelegt, aber dass das Gehäuse aus Plastik-Wasserrohren bestehen muss, dürfte im Regelwerk kaum vorgeschrieben sein.

Einradhockey
Gespielt wird mit Eishockeyschlägern und „toten Tennisbällen“

Gespielt wird mit Eishockeyschlägern und „toten Tennisbällen“
Bleiben noch die Räder, die offenbar eine Menge aushalten können. Jan John spielt Einradhockey, seit er 17 ist. Jetzt zählt er 33 Jahre und sagt: „Ich habe seit drei Jahren ein neues Rad, es ist erst mein zweites.“ Auf Helme wird verzichtet, im Training wie in den Partien. Es sei insgesamt ein verletzungsarmer Sport, betont Jan John. „Aber das verändert das Spiel, da fühlt sich mancher geschützt und denkt, er könne nun die Sau rauslassen.“

Jan John und viele Spieler aus anderen Teams haben es aber nicht so damit, sie wollen lediglich Spaß haben. „Das Miteinander bei den Turnieren ist daher sehr angenehm.“ Und „Rädertierchen“, das klingt ja auch nicht gerade furchterregend, sondern nett und niedlich – oder genau genommen nach Lebendfutter in der Fischzucht. „Der Name“, sagt Jan John, „war einfach die Idee eines Spielers, der Biologie studiert hat.“

Ziel ist die Teilnahme an der B-Meisterschaft

Aber es ist natürlich nicht so, dass sich die „Rädertierchen“ nun von der Konkurrenz einfach so verspeisen lassen würden oder wollen. Auch sie haben sich ein Saisonziel gesetzt: die Teilnahme an der B-Meisterschaft wie 2013. Dafür müssen die Hamburger am Ende der Turnierrunde mindestens Platz 16 belegen.

Eine Mannschaft besteht aus fünf Sportlern, gespielt wird in gemischten Teams. Die „Rädertierchen“-Auswahl setzt sich derzeit aus 15 Aktiven zusammen, die aus ganz Hamburg kommen. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Kenntnisse in der Fischzucht sind nicht nötig. Und wer vorher noch nie etwas von einem „toten Tennisball“ gehört hat, darf trotzdem mitmachen. Nur das Einradfahren sollte man dann schon beherrschen.

Autor: Markus Tischler
Bildbeschreibung Titelfoto: Einradhockey ist eine rasante Sportart, die Ball- und Gleichgewichtsgefühl erfordert.

17. Oktober 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg spielt, Sportbegeisterung

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