Mobilität der Zukunft – digital und vernetzt

Wie werden wir uns in Zukunft durch die Straßen unserer Stadt bewegen, Staus vermeiden und Zeit gewinnen? Impulse für die Mobilität der Zukunft sollen vom größten Digitalisierungskongress in Deutschland ausgehen. Auf dem Kongress solutions.hamburg trafen Experten für Mobilität, Logistik und Digitalisierung zusammen, um Antworten zu finden. Sie sind sich einig: Das private Auto lohnt sich kaum mehr. Einst war es der Inbegriff von Freiheit und Mobilität. Doch heute? Mit Steuern, Versicherungen und Reparaturen kostet es den Besitzer satte 500 Euro im Monat und steht zu 95 Prozent der Zeit nur herum.

Mobilität als Baukasten

Die Alternative sind eine ganze Reihe an Transportmitteln von ÖPNV über Carsharing bis zum StadtRAD, die nur darauf warten, uns clever von A nach B zu bringen. Hans Stapelfeldt, Netzwerkmanager für intelligente Verkehrssysteme in Hamburg, diskutierte mit Experten und interessierten Besuchern bei einem Workshop der Logistik-Initiative über die Mobilität der Zukunft.

Dr. Max Kury (Ubeequo/Europcar) befasst sich mit dem Aufbau digitaler Plattformen, die uns die Suche nach dem besten Weg erleichtern. Er betont: Der Kunde muss sich eigentlich nur die Frage stellen: „Was möchte ich heute tun?“. Je nachdem, ob ich erst später zur Arbeit fahre, danach aber noch ein Meeting am anderen Ende der Stadt habe oder die Kinder zum Sport bringen möchte – der beste Weg zum Ziel hängt davon ab, wie ich meinen Tag gestalte. Das Verkehrskonzept der Zukunft ist multimodal wie ein Baukastensystem.

Eine Plattform für alles

Mit der Digitalisierung können wir erstmals das ganze Bild sehen: private Verkehrsteilnehmer, ÖPNV, Taxi-Dienste und andere Transportanbieter, die gemeinsam in einem Netz aus Straßen und Schienen unterwegs sind. Marcus Willand von der zu Porsche gehörenden Management- und IT-Beratung MHP sieht darin eine große Chance für Unternehmen, neue Geschäftsideen zu entwickeln.

In der finnischen Hauptstadt Helsinki hat ein Startup den Sprung gewagt und mit der App Whim einen Dienst entwickelt, über den man bald alle Verkehrsmittel vom ÖPNV über das Taxi bis zum Mietwagen buchen und bezahlen kann: als Flatrate, im Paket oder nach Bedarf. Der Anreiz, das eigene Auto stehen zu lassen und andere Angebote zu nutzen, ist hoch. Doch wo technisch alles möglich ist, wird Vertrauen zum Schlüssel für den Erfolg: Mobilität als Service funktioniert am besten, wenn alle Verkehrsanbieter der Stadt integriert sind.

Das Paket und die letzte Meile

Privatverkehr ist aber nicht das einzige Projekt für eine fließende Zukunft. Der E-Commerce in Hamburg boomt, und während immer mehr Paketdienste ausrücken, um die Waren an unsere Haustür zu bringen, wird es eng auf den Straßen. Parken in zweiter Reihe und Staus sind an der Tagesordnung. Das liegt nicht nur an den vielen Paketen, sondern auch an Betrieben, die auf tägliche Lieferungen angewiesen sind: Supermärkte, Apotheken, Gastronomiebetriebe oder Verkaufsstellen für Zeitungen und Zeitschriften. Man braucht nicht viel Fantasie, um der Prognose des Mobilitäts-Experten Horst Manner-Romberg von der auf Logistik spezialisierten Unternehmensberatung MRU zu folgen: Bis 2020 ist mit einem Zuwachs von rund 40 Prozent bei der Sendungsbeförderung auf den Straßen der Stadt zu rechnen.

Im Projekt „Smart last Mile“ entwickeln Hamburg und die Logistik-Initiative deshalb neue Verkehrskonzepte, die auf alternative Transportträger und dezentrale Depots für Pakete setzen.

Die Trends der Zukunft

Die digitale Stadt ist kein Ort für Einzelkämpfer, denn sie lebt von frei fließenden Daten. Mobilitäts-Experten schauen auf Städte wie Los Angeles, Kopenhagen und Chicago, die mit der freien Verfügbarkeit von Daten neue Wege und Geschäftsmodelle erschließen. In Asien sind Lösungen wie autonomes Fahren und vernetzte Lösungen bereits Realität. Die Stadt von morgen macht Mobilität nicht alleine, sondern als Teamplaner.

 

Intelligente Verkehrssyteme für unsere Stadt

 

Autorin: Julia Barthel

Foto: © alphaspirit – Fotolia.com

27. September 2017 von Redaktion

Kategorien: Hamburg wächst, Wissensdurst

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