Kulturelle Kleinode locken

Die Welt der Künstler, Musiker und Literaten zieht uns an. Sie versprechen Inspiration und Genuss. Hier finden Sie die schönsten Orte der Stadt, um aus der Zeit zu fallen, zum Beispiel in die Kultur der Jahrhundertwende und der klassischen Salons.

Warburg-Haus in Eppendorf

Mitten in der Stadt schuf Aby Warburg zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Bibliothek, in der traditionelle Grenzen überschritten wurden: Bücher über Naturreligionen und Naturwissenschaft, Kulte der Antike und indianische Rituale standen gleichberechtigt beieinander. Die Bücher befinden sich nicht mehr im Haus, aber der wissenschaftliche Geist ist höchst lebendig: Im Lesesaal finden heute Vorträge und Veranstaltungen zu aktuellen Themen unserer Zeit statt. Dieses Jahr liegt der Schwerpunkt auf „politischen Emotionen“, angekündigt sind Forscherinnen und Forscher von internationalem Rang. Ein Genuss allein ist schon der Vortragsraum, dessen leuchtende Decke in Form einer Ellipse an die Umlaufbahn der Planeten erinnert.

 

Dehmelhaus in Blankenese

Richard und Ida Dehmel waren ein literarisches Liebespaar der Jahrhundertwende: Seine Gedichte wurden von Zeitungen in ganz Europa gedruckt, sie empfing in ihren Salons die aufstrebenden und berühmten Künstler ihrer Zeit. Ihr Künstlerhaus in Blankenese war Refugium und Ort der Gastlichkeit für Maler, Schriftsteller und Komponisten aus Deutschland und seinen Nachbarländern. Heute kann man bei Führungen durch das Dichterhaus, umgeben von Mobiliar und Kunstwerken aus dem Jahr 1912, den Geist der Salonkultur atmen.

Kunstverein Kettenwerk e.V. in Langenhorn

Auf einem Gelände mit historischen Industriegebäuden im Hamburger Norden findet sich die gesamte Breite zeitgenössischer Kunst. Die Künstler behandeln in ihren Ausstellungen gleichsam intellektuelle und alltägliche Themen wie „Bewegung“ und nutzen dafür so unterschiedliche Methoden wie Malerei oder Miniaturkunst. In den Ateliers des Kunstvereins Kettenwerk im Valvo Park Langenhorn, treffen Industriegeschichte und Kunstmoderne aufeinander. Die nächste Ausstellung startet im Herbst, die Ateliers können jederzeit auf Anfrage besucht werden.

Heine Haus Hamburg in Ottensen

Wem die Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts am Herzen liegt, der befindet sich bei den Matineen und Soiréen im Heine Haus Hamburg in bester Gesellschaft. Im klassizistischen Gartensaal finden regelmäßig Lesungen und Vorträge statt, die sich um Dichtkunst und Lyrik drehen. Darüber hinaus können die Besucher direkt nach dem Vortrag gelebte Salonkultur genießen, in der das direkte Gespräch bei Wein und Brot zum Gedankenaustausch einlädt. Die nächste Mittwochssoirée des Literaturwissenschaftlers Joseph A. Kruse im Juni ist eine Hommage an Heinrich Heine, den berühmten Dichterneffen des früheren Hausbesitzers Salomon Heine.

Goßlerhaus in Blankenese

Jazz im klassizistischen Herrenhaus mit weißen Säulen auf einer Anhöhe im Park – das klingt wie ein Sommernachtstraum? Einmal im Monat kann dieser Traum wahr werden, denn dann öffnet der Förderverein Goßlerhaus e.V. die Türen des Hauses für den Genuss von Kammermusik und Kabarett in exklusiver Atmosphäre. Der wahre Charme der Vorstellungen liegt in der unmittelbaren Nähe zwischen Publikum und Künstlern. Im kleinen Konzertsaal mit 80 Plätzen kommt es leicht zum Kontakt, der später in angeregten Gesprächen bei einem Glas Wein vertieft werden kann. Beim Jazz-Spätschoppen am 13. Juni sind Unterhaltung und Umherschweifen in Haus und Garten ausdrücklich erwünscht.

 

 

Autorin: Julia Barthel
Titelfoto: Lesesaal im Warburg-Haus Hamburg © Thies Ibold
Foto: Warburg-Haus Hamburg © UHH, RRZ/MCC, Mentz
Foto: Gosslerhaus, © Förderverein Goßlerhaus e.V.

23. Mai 2018 von Redaktion

Kategorien: Hamburg inszeniert, Kulturgenuss

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