Mein Hamburg: Oliver Kohl

Was lieben die Hamburger an ihrer Stadt – und was nicht? Was bewegt ihr Leben oder was wollen sie bewegen? Menschen erzählen über ihre Leidenschaften, Lieblingsorte und ihr Leben in unserer Metropole. Wir fragen Oliver Kohl, den neuen Kommandeur der Führungsakademie Hamburg.

Über 100 militärische und zivile Dozenten sowie 500 Gastdozenten unterrichten in Sicherheitspolitik, Management, Ethik, Recht und vielem mehr. Auf Brigadegeneral Kohl kommt eine spannende Aufgabe an der Führungsakademie zu. Den Hamburgern stellt er sich an dieser Stelle kurz nach Dienstantritt und sehr persönlich vor.

Welche Aufgaben hat die Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg?

Wir bilden höhere militärische und zunehmend auch zivile Führungskräfte aus und weiter, um sie bestmöglich auf die Herausforderungen von heute und morgen vorzubereiten. Es geht also, einfach gesprochen, um möglichst realitätsnahe und praxisbezogene berufliche Qualifizierung für höchste Tätigkeiten in der Bundeswehr. Hierbei spielt aber nicht nur „das reine Handwerk“ eine Rolle, sondern auch Bildung, und vor allem eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung.

Daneben wollen wir künftig noch mehr die umfassende Expertise aller Angehörigen der Führungsakademie nutzen, um uns intensiver mit grundsätzlichen militärstrategischen und sicherheitspolitischen Fragen auseinander zu setzen und uns in die Diskussionen einzubringen. In diesem Rahmen wird die bereits bestehende sehr gute Zusammenarbeit mit der Helmut-Schmidt-Universität/Universität der Bundeswehr Hamburg noch weiter ausgebaut.

Warum ist die Führungsakademie in Hamburg? Seit wann ist sie hier?

Hamburg hat sich vor genau 60 Jahren sehr darum bemüht, dass die Führungsakademie nach Hamburg verlegt wird. Wesentliches Argument war seinerzeit wohl auch das „lehrfreundliche Hamburger Wetter“.  Außerdem hat die Bundeswehr erkannt, dass diese weltoffene und aufgeschlossene Stadt ein hervorragender Ort für eine Ausbildungseinrichtung ist, in der nicht nur Offiziere aus Deutschland, sondern aus aller Welt ausgebildet werden. Und wir tragen, wenn man so will, mit hunderten von internationalen Lehrgangsteilnehmern jedes Jahr ein wenig zu dieser Weltoffenheit bei.

Was gefällt Ihnen an Hamburg, reizt Sie nur die Aufgabe oder auch die Stadt?

In meiner bisherigen Laufbahn habe ich bereits fünf Jahre beruflich in Hamburg verbracht und mit meiner Familie sogar acht Jahre hier gewohnt. Dabei habe ich die Hamburger und ihre Stadt schätzen und lieben gelernt. Es freut mich daher sehr, wieder in die Hansestadt zurückzukommen. Es ist wie „nach Hause kommen“!

Aber es ist natürlich auch die Aufgabe, die mich über alle Maßen reizt. „Führung“ und „Ausbildung“ sind die beiden Aspekte, die seit gut 33 Jahren meinen beruflichen Alltag prägen. Die Akademie nun zu führen, ist für mich etwas ganz Besonderes.

Was haben Sie sich für Ihre neue Tätigkeit vorgenommen?

Ich hielte es für absolut vermessen, einen Tag nach der Übernahme der Verantwortung bereits detaillierte Vorstellungen für die Ausgestaltung einer solch komplexen Aufgabe zu haben. Daher nur so viel: Ich möchte meinen Betrag dazu leisten, dass militärische Führungspersönlichkeiten unsere Akademie verlassen, die für alle Herausforderungen gewappnet sind – und das alles auf der zeitlosen Basis, die der dritte Kommandeur der Akademie und spätere Generalinspekteur der Bundeswehr, Ulrich de Maizière, bereits 1964 höchst treffend formuliert hat: charakterliche Lauterkeit, solide Fachkenntnisse und breite Bildung!

Stichwort Öffnung und Nahbarkeit für Menschen, Sie öffnen am 9.6. Ihre Tore, um den Tag der Bundeswehr mit tausenden Hamburgern gemeinsam zu feiern – was liegt Ihnen für die Hamburger besonders am Herzen?

Das wird ein großer Tag für uns alle, für die Angehörigen der Führungsakademie und ihre Familien, aber auch alle Hamburger sind herzlich eingeladen, uns an diesem Tag in der Clausewitz-Kaserne in Blankenese zu besuchen. Es wird historische Rundgänge geben, bei denen die Besucher sehr gute Einblicke in die Geschichte der Akademie erhält.

Was erwartet und erleben die Besucher an diesem Tag noch?

Wir zeigen natürlich auch Großgerät, wie den neuen Schützenpanzer Puma oder das altbewährte Kettenfahrzeug Wiesel. Auch andere Bundeswehrdienststellen aus Hamburg sind mit dabei. Der Sanitätsdienst und das Bundeswehr-Krankenhaus präsentieren ihr vielfältiges Leistungsspektrum, von einem begehbaren Model des menschlichen Herzens bis hin zur Rettungskette. Die Marinetaucher sind darüber hinaus mit einem Tauchcontainer vor Ort. Aber nicht nur für die Großen wird eine Menge zu erleben sein, auch an die Kinder haben wir gedacht: Hüpfburg, Klettergarten, Pedalo-Fahren, Kinderspielplatz und vieles mehr runden ein abwechslungsreiches Programm ab. Alle sind herzlich eingeladen!

Haben Sie ein Lebensmotto, Lieblingszitat oder Lieblingsschnack?

Bei aller Ernsthaftigkeit für unsere Aufgabe im Dienst für unser Land finde ich den Hinweis von Theodor Fontane sehr treffend: Wo Tränen fließen, kann nichts gelingen. Wer schaffen will, muss fröhlich sein!

 

 

Hamburger Führungsakademie der Bundeswehr

Der neue Kommandeur der Führungsakademie der Bundeswehr, Brigadegeneral Oliver Kohl, ist künftig neben der TOP-Führungskräfteausbildung der nationalen Streitkräfte für eine sehr international ausgerichtete und breit aufgestellte Ausbildungsinstitution verantwortlich. Über 80 Lehrgänge finden an der Führungsakademie der Bundeswehr jährlich statt, 3.000 Lehrgangsteilnehmer nehmen dort pro Jahr an Kursen teil, etwa 250 von ihnen sind international und kommen aus der ganzen Welt.

 

 

Foto: © Führungsakademie der Bundeswehr/Katharina Roggmann

16. Mai 2018 von Redaktion

Kategorien: Hamburg lehrt, Mein Hamburg, Wissensdurst

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