Filmfest Hamburg 2017

Eintauchen in fremde Welten – das geht nirgendwo so leicht wie im Kino. Mit einem vielschichtigen Filmprogramm feiert Filmfest Hamburg vom 5. bis 14 Oktober sein 25. Jubiläum

In zehn Tage zeigt das Hamburger Filmfest 130 Filme aus 59 Ländern. Zu sehen ist das Filmprogramm in fünf Festival-Kinos: dem CinemaxX am Dammtor, dem Metropolis Kino neben der Oper, dem Passage in der Mönckebergstraße, dem Abaton im Univiertel und dem Studio Kino in der Bernstorffstraße. Tickets gibt es in den Kinos, am Festivalcounter im Levantehaus, über eine telefonische Hotline und natürlich auch online. Als Orientierungshilfe sind die Filme in verschiedene Sektionen nach Themen oder Ländern aufgeteilt. Beim Michel Kinder und Jugend Filmfest gibt es ein spannendes Programm für die jüngeren Zuschauer. Doch die Zuschauer können nicht nur Filme, sondern auch deren Macher erleben. Die Filmbranche ist zu Gast auf dem roten Teppich, in den Kinos und im Festivalzelt am Allende-Platz vor dem Abaton Kino, in dem viele Veranstaltungen bei freiem Eintritt stattfinden.

Ein hochkarätiges internationales Programm

Deutschland-, Europa- und Weltpremieren sind hier zu sehen, darunter etliche Gewinnerfilme von den großen Festivals. “The Square“, eine Groteske im Künstlermilieu, erhielt die Goldene Palme beim Filmfestival in Cannes und wird in Hamburg als Abschlussfilm laufen. Mit dem Drehbuchpreis ebenfalls in Cannes ausgezeichnet: “The Killing of a Sacred Deer“ mit Nicole Kidman. George Clooneys Regiearbeit “Suburbicon“ mit Matt Damon ist im Programm. Jürgen Vogel stellt seinen neuen Film “Der Mann aus dem Eis“ vor, für den er in die Rolle des 5300 Jahre alten Ötzi geschlüpft ist. Lars Eidinger kommt mit dem russischen Film “Mathilde“. Die Liebesgeschichte zwischen Zar und Tänzerin sorgte in Russland für einen Skandal, nicht nur, weil ein Deutscher die Hauptrolle spielt. Da Zar Nikolaus II im Jahr 2000 heiliggesprochen wurde, hält die russische Kirche den Film für Blasphemie. Die Weltpremiere wird nun im Passage Kino stattfinden.

 

Ein filmisches Abschiedsgeschenk zur Eröffnung

Das Festival startet mit dem US-amerikanischen Film “Lucky“, einer anrührenden Geschichte über einen, der mit viel Humor auf seinen Lebensabend blickt. Harry Dean Stanton spielt diese Rolle mit Bravour. 1984 gewann Regisseur Wim Wenders mit Stanton als Hauptdarsteller in “Paris Texas“ die Goldene Palme in Cannes. “Lucky“ ist Stantons letzter Film. Mit 91 Jahren starb er am 15. September.

Douglas-Sirk-Preis und mehr

An Wim Wenders geht in diesem Jahr der renommierteste Preis des Festival. Der Douglas-Sirk-Preis zeichnet Filmschaffende für ihr Lebenswerk aus und zeigt ihren neuesten Film. Wenders Film “Submergence“ erzählt von Liebe, räumlicher Trennung und dem Meer. Insgesamt werden auf dem Festival neun weitere Preise verliehen, darunter der von der Kulturbehörde gestiftete und mit 25 000 Euro dotiere Produzentenpreis für europäische Kino-Koproduktionen und der ebenso hoch dotierte Fernsehproduzentenpreis. Neben dem Kritikerpreis und dem Publikumspreis gibt es mit einem Preis, gestiftet von der Friedrich-Ebert-Stiftung, und einem, gestiftet vom Auswärtigen Amt, zwei politisch ausgerichtete Auszeichnungen.

Starke Filme aus Hamburg und Norddeutschland

Auch für Filme aus Norddeutschland ist das Festival ein attraktives Schaufenster. David Kross und Frederick Lau stellen mit “Simpel“ einen Film vor, bei dem zwei ungleiche Brüder durch Norddeutschland touren und ausprobieren, wieviel selbstständiges Leben trotz der Behinderung möglich ist. Mit “Es war einmal Indianerland“ stellt Studenten-Oscar-Gewinner Ilker Çatak seinen ersten Langfilm vor, eine Geschichte ums Erwachsenwerden nach dem erfolgreichen Jugendbuch von Nils Mohl. Weitere Filme sind am ersten Festivalwochenende kompakt im Metropolis zu sehen. Natürlich werden auch hier viele Filmschaffende als Gäste erwartet.

Festivalleiter Albert Wiederspiel

Glamouröse TV-Vorschau

Eines der schillerndsten Programme des Festivals ist 16:9, eine Vorschau auf kommende außergewöhnliche Fernsehfilme. Denn gerade bei diesen Vorführungen werden viele Gäste erwartet. Zwei „Tatort“-Produktionen sind dabei, neue Komödien und Dramen und mit “Tian – Das Geheimnis der Schmuckstraße“ ein Debütfilm, der als Mysterythriller von einem dunklen Kapitel auf St. Pauli erzählt.

 

Mein Hamburg: Maria Köpf

 

Autorin: Herdis Pabst
Titelfoto: Festivalauftakt im CinemaxX Dammtor
Foto: Festivalleiter Albert Wiederspiel © Wolfgang Schildt

5. Oktober 2017 von Redaktion

Kategorien: Hamburg filmt, Kulturgenuss

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