Eindrucksvolle Spaziergänge: Tankstelle für die Seele!

In und um Hamburg …

Langsam in den Boberger Dünen

Die sanft geschwungenen Hügel der Boberger Dünen bilden wohl den größtmöglichen Kontrast zu den Ecken und Kanten der Stadt – und liegt doch nur wenige Kilometer östlich des Zentrums. Die weiße Sandlandschaft erinnert an die Lüneburger Heide oder an Sylt. Wer sie betritt, wird sofort eine angenehme Verlangsamung spüren – allein schon, weil die Schritte im Sand viel kürzer ausfallen. So bleibt mehr Zeit für die genaue Beobachtung: Das Naturschutzgebiet um die Dünen gilt als das artenreichste Hamburgs, in dem außer seltenen Orchideen und Fröschen viele Pflanzen und Tiere leben, die anderorts ausgestorben sind.

Anfahrt: mit dem Auto direkt zum Parkplatz Boberger Düne nahe des Informationshauses Boberg, mit der S-Bahn bis Mittlerer Landweg oder Nettelnburg, von dort zu Fuß.
Beste Zeit: an einem lichten Nachmittag
Ratsame Ausrüstung: festes Schuhwerk mit hohem Schaft, Pflanzenführer, Tropenhelm

Verirrt im Sachsenwald

Wer sich in einem ausgedehnten Forst verlaufen will, sollte nach Aumühle fahren. Dann nach Osten losmarschieren und möglichst bald den Hauptweg verlassen, um auf kleineren Pfaden ins Innere des Waldes vorzudringen. Da wird es bald düster. Nur einige Pilze leuchten ocker und braun und locken immer tiefer in den Wald. Wildschweine sind scheu, aber ihre Spuren unübersehbar: aufgewühlter Boden, Suhlen in den Senken. Nun ist die Sonne untergegangen, Lichtungen sind selten, die Orientierung unmöglich. Verirrt im Sachsenwald.

Anfahrt: S-Bahnhof Aumühle
Beste Zeit: spätnachmittags bis in die Dämmerung an bewölkten Tagen
Ratsame Ausrüstung: Taschenlampe, Kompass, Streichhölzer und eine Pelerine

Nebel im Raakmoor

Viel weiträumiger als es auf der Karte wirkt, ist das Raakmoor. Im Inneren des langgestreckten Waldes liegt ein aufgestauter Teich – und ein echtes Sumpfgebiet. Es ist der Rest eines ausgedehnten Moores, das schon vor langem durch Landwirtschaft und Torfgewinnung fast verschwand und vor 40 Jahren renaturiert wurde. Hier leben noch Kreuzottern und Moorfrösche. Von einfachen Aussichtsbühnen ist der Blick frei auf die Nebelschwaden über dem Kernmoor, wo zwischen Binsengewächsen auf schwarzem Wasser kleine Hühner schwimmen.

Anfahrt: U-Bahnhof Langenhorn Nord
Beste Zeit: Morgens, bevor der Nebel sich lichtet
Ratsame Ausrüstung: Gummistiefel

Vogeleldorado Haseldorfer Marsch

Hinter Wedel erstreckt sich das weite Wiesengebiet der Haseldorfer Marsch mit ihren alten Bauernhäusern, grasenden Schafen und Kühen und unzähligen Vögeln. Sie Elbe ist ganz nah. Der Deich ist nie fern. Dahinter liegen Fluss-Auen, eine Region, in der sich der Gegensatz von Land und Wasser auflöst. Bruchwald geht in Röhrichtsümpfe über, durch das sich Wasserarme dem Elbstrom entgegenschlängeln. Es ist ein Eldorado für Vogelkundler, mit einigem Glück kann man sogar einen Seeadler sehen.

Anfahrt: S-Bahn Wedel
Beste Zeit: frühmorgens
Ratsame Ausrüstung: Fernglas, Thermoskanne, Schokolade

Schwitzen in den Harburger Bergen

Wie eine echte Mittelgebirgswanderung fühlt es sich an, durch die Harburger Berge zu streifen, eine Landschaft mit viel Wald, einigen Wiesen und Feldern. Erstaunlich steil sind viele An- und Abstiege. Man kann sich ohne weiteres ganze Tage verlieren. Und vom 116 Meter hohen Hasselbrack beim Blick über die Elbmarsch auf Hamburg verblüfft feststellen, wie nah man der Hansestadt geblieben ist.

Anfahrt: S-Bahnhof Neugraben
Beste Zeit: im Frühtau
Ratsame Ausrüstung: Feste Schuhe, kleiner Wanderrucksack, große Wasserflasche

Vergessen im Duvenstedter Brook

Es ist egal, von welchem Ausgangspunkt man sich in die Moorlandschaft im äußersten Nordosten Hamburgs aufmacht: Nach einer Stunde im Duvenstedter Brook wird – wie Reinhard Mey einmal dichtete – alles was zuvor groß und wichtig erscheint, nichtig und klein. Der Weg durch das innere Naturschutzgebiet gewährt immer wieder neue Ausblicke in das weite Sumpfland. Kraniche rufen ihr wehmütiges Krruuk-Krruuk. Im Herbst kann man die Brunft der Rothirsche und des Damwilds erleben.

Anfahrt: U-Bahnhof Ohlstedt. Mit dem Auto: z. B. Duvenstedt
Beste Zeit: immer
Ratsame Ausrüstung: Fernglas, Thermoskanne

Abschweifen an der Wandse

Eine Wanderung entlang des Alsterzuflusses durch das östliche Stadtgebiet, ermöglicht – gerade weil es gar nicht im Fokus der Aufmerksamkeit liegt – ganz eigene Entdeckungen. Der Weg lässt sich gut an der Alster beginnen. Der Abschnitt vom Mühlenteich bis zum Pulverhofpark in Rahlstedt heißt auf Bürokratendeutsch „Wandsegrünzug“, denn hier reiht sich wie auf einer Perlenschnur Park an Park. In die umgebende Stadt abzuschweifen, verschafft interessante Kontraste, und man findet überall wieder zum Flüsschen zurück. Hinter Rahlstedt verlässt die Wandse die Stadt und schlängelt sich durch die Naturschutzgebiete Höltigbaum und Stellmoorer Tunneltal. Die Wanderer sind ganz im Grünen.

Anfahrt: S-Bahnhof Friedrichsberg
Beste Zeit: nachmittags
Ratsame Ausrüstung: Brausepulver und Grußfreude

 

Autor: Hilmar Schulz

Foto: © HAMBURGschnackt.de – Bernd Nasner

 

18. Oktober 2016 von Redaktion

Kategorien: Hamburg entspannt, Lebensfreude

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