Ein Netz alter Karawanenstraßen

Handel ist seit Menschengedenken ein Treiber für Ideen- und Kulturaustausch. Ein frühes Beispiel ist die sogenannte Bernsteinstraße, über die der begehrte „brennbare Stein“ aus fossilem Harz von der Nord- und Ostsee nach Süden in den Mittelmeerraum gelangte. Doch legendär ist die Seidenstraße. Sie verband über Jahrhunderte Asien mit Europa. Heute soll der Handel zwischen Ost und West mit der sogenannten „Neuen Seidenstraße“ ausgebaut werden. Wir stellen in einer dreiteiligen Serie die Seidenstraße und ihren modernen Nachfolger vor.

Teil 1: Ein Netz alter Karawanenstraßen

Die Seidenstraße hat die Entwicklung der Menschheit mit geprägt, weil sie früh Handel und Ideenaustausch zwischen Ost und West ermöglichte. Eine „Neue Seidenstraße“. Schon der Klang des Namens löst romantische Vorstellungen aus. Die „Seidenstraße“: Eine Verbindung zwischen Ost und West. Sie weckt ein Gefühl von unendlicher Weite, exotischen Gütern, fremden Menschen und Kulturen. Sofort packt uns das Reisefieber und wir träumen uns in eine Welt, wie Karl May sie beschrieben haben könnte. Doch obwohl die Wirklichkeit weit weniger prosaisch war, trug die Landverbindung zwischen den Welten zur Entwicklung der Menschheit bei.

Ein Puzzle des frühen Ost-West-Handels

Was wir heute als „Seidenstraße“ bezeichnen, war ein altes Netz von Karawanenstraßen, dessen Hauptroute den Mittelmeerraum auf dem Landweg über Zentralasien mit Ostasien verband. Ihren Namen erhielt diese Landverbindung zwischen den Völkern erst im 19. Jahrhundert von dem deutschen Geographen Ferdinand von Richthofen. Der Forschungsreisende und Begründer der modernen Geomorphologie prägte in seinen Studien über das Kaiserreich China den Begriff „Seidenstraße“. Vor ihm war noch niemand auf den Gedanken gekommen, die Handelsrouten als ein einheitliches Gebilde zu begreifen.

Am ehesten lässt sich die historische Seidenstraße als Puzzle begreifen, das, aus vielen Teilen zusammengesetzt, das Bild eines umfangreichen, dauerhaften und sehr frühen Ost-West-Handels zeichnet. Auf ihren verschlungenen Wegen reisen Güter und Ideen, Sprachen und Gebräuche, Religionen und gesellschaftliche Vorstellungen. Der Buddhismus erreichte durch sie China und Europa, wurde so mit den Errungenschaften Asiens vertraut. Jedoch breiteten sich auch Krankheiten aufgrund der vielfältigen Kontakte schneller aus. Die Pest fiel über die Seidenstraße in Europa ein – nach neuesten Forschungen wohl als Folge des Handels mit Fellen. Weshalb sie allerdings nicht in gleichem Maße in China und Indien wütete, ist der Wissenschaft bis heute ein Rätsel.

Die Seidenstraße war für Jahrhunderte vergessen

Trotz der Seuche und manch anderer Unbilden überwogen die Vorteile. Wenn die Seidenstraße unterbrochen war, stockte die Entwicklung besonders in Europa. Nach dem Zusammenbruch des römischen Reiches zum Beispiel. Die Handelsverbindung wurde unsicher, der Austausch zwischen Ost und West kam weitgehend zum Erliegen. In Europa brach das Mittelalter an.

Nicht von ungefähr wollte Christoph Kolumbus im Jahr 1492 einen Seeweg nach China finden. Eine Ahnung vom östlichen Reich hatte sich über die Jahrhunderte erhalten. Durch den Reisebericht von Marco Polo haben sich um das Gebiet des Kublai Khan Legenden gebildet. China soll wiederentdeckt werden. Bekanntlich kam es anders und Kolumbus landete in einem unbekannten Land – dem heutigen Amerika. Europa orientierte sich neu. China konzentrierte sich auf sich selbst. Die Seidenstraße geriet für einige Jahrhunderte in Vergessenheit.

Es geht spannend weiter mit der Seidenstraße. Lesen Sie Teil 2 „Drehscheibe des Handels mit Asien“ ab dem 3. Februar 2021 hier bei uns.

 

Drehscheibe des Handels mit Asien

 

 

 

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Foto: Steinbogen © Pixabay

20. Januar 2021 von Redaktion

Kategorien: Hamburg transportiert, Unternehmenslust

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