Boxenbauer Markus Rilling: Gute Idee aus der eigenen Not geboren

Recycling-Boxen: Nachhaltig laut

Altes Gehäuse, neuer Inhalt. Eine Firma auf St. Pauli zeigt, was man Sinnvolles mit ausrangierten Lautsprechern machen kann: Recycling-Boxen

Wegwerfen ist einfach. Kann jeder. Aber mit ausgedienten Alltagsgegenständen noch etwas Vernünftiges anzufangen und diese in etwas Neues zu verwandeln – das kann nicht jeder. Markus Rilling und Jan-Peter Kuntoff können es.

Bei ihnen war es pure Not, die sie dazu brachte, sich dem so genannten Upcycling zuzuwenden. „Für einen Grillabend an der Elbe brauchten wir eine Musikanlage mit Boxen“, erinnert sich Markus Rilling. Die Einzelteile hatten sie, zudem noch Lust und das handwerkliche Knowhow. Und los ging es.

Als Markus Rilling später am Straßenrand alte Lautsprecher fand, kam er auf die Idee, auch für andere tragbare Aktivboxen mit Batteriebetrieb aus alten Gehäusen zu bauen. Seit drei Jahren nun vertreiben Markus Rilling und Jan-Peter Kuntoff ihre handgemachten Retroboxen-Unikate unter der Marke soundpauli.

Nachschub ist kein Problem, es wird sehr viel weggegeben

An das Material kommen die beiden auf Flohmärkten oder über Kleinanzeigen. Kürzlich rief die Tochter eines Inhabers eines Radiogeschäfts an. Auf dessen Dachboden lagerten noch Lautsprecher aus den 1960er-Jahren.

„Das alte Design in neuem Glanz wiederaufleben zu lassen, ist ein Vergnügen“, sagt Markus Rilling. Als gelernter Tischler ist er für die Oberflächen zuständig: Schleifen, Lackieren oder das Platzieren von Schaltern und Griffen.

Jan-Peter Kuntoff kümmert sich um die Technik im Innern des Kastens. Er baut neue Lautsprecher, Verstärker und Batteriefach sowie eine Anschlussbuchse für das Smartphone ein.

Liebesbeziehung zur selbst gebauten Box

„Man verliebt sich in jede Box, die man baut“, so Markus Rilling. Doch da sich die Leute begeistert zeigen, sei es leichter, sie wegzugeben. Ab 200 Euro bieten die beiden den Umbau an.

Zur Haupteinnahmequelle werde soundpauli aber wohl nicht werden, ist sich Markus Rilling sicher. „Wir stecken so viel Zeit in diese Boxen, dass die Gewinnmarge nicht im Verhältnis zum Aufwand steht.“

Aber als Hobby sei die Arbeit ideal. Markus Rilling arbeitet als Grafikdesigner, Jan-Peter Kuntoff ist hauptberuflich Programmierer. „Nach neun Stunden vor dem Computer kann ich so etwas Handwerkliches machen und bekomme den Kopf frei“, sagt Markus Rilling.

Bildbeschreibung: Boxenbauer Markus Rilling: Gute Idee aus der eigenen Not geboren

Autor: Hilmar Schulz

6. Oktober 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg produziert, Unternehmenslust

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