Das mörderische Hamburg Friedrich Dönhoffs

Was verbindet die Morde an einem Kfz-Mechaniker, einem jungen Sport-Ass und einer renommierten Zahnärztin? In seinem vierten Kriminalroman „Heimliche Herrscher“ stellt Friedrich Dönhoff den jungen Kommissar Sebastian Fink zunächst vor ein Rätsel.

Mordserie ohne erkennbares Motiv

Frisch verliebt plant Fink gerade eine Italienreise mit seiner Freundin, als eine Mordserie den Hamburger Kommissar fordert. Neapel muss warten. Die Opfer haben scheinbar nichts gemeinsam. Was sie jedoch verbinden könnte, ist ihr Engagement in der Flüchtlingsarbeit. Die Morde versetzen die Stadt in Aufruhr, Fink muss das Motiv herausfinden, um den Täter zu stoppen. Seine Ermittlungen führen den Kommissar in das Rotlicht-Gewerbe, das jeder kennt, über das aber niemand spricht und das stillschweigend toleriert wird.

Aktuelle Themen im Fokus

Wie in den drei Fällen zuvor bettet Dönhoff die Mordermittlungen in aktuelle gesellschaftspolitische Themen ein. Ging es im Vorgänger „Seeluft“ um das Problem der Umweltverschmutzung, stehen in „Heimliche Herrscher“ Prostitution, Menschenhandel und die Flüchtlingsdebatte im Mittelpunkt. Dabei sind die Geschichten auch ohne massive Gewaltszenen spannend. Der vierte Teil der Fink-Reihe besticht ebenfalls mit Lokalkolorit und zeigt Dönhoffs Liebe zu Hamburg.

 


Lesung Friedrich Dönhöff in der Bücherhalle Hamburg-Eidelstedt

Offen statt verschlossen

Im Gegensatz zu vielen anderen bekannten Romankollegen ist der junge Fink kein depressiver und desillusionierter Ermittler vom Typus „einsamer Wolf“. Stattdessen wohnt der lebensbejahende Kriminalist in einer WG. Seine neue Freundin legt als bekannte DJane in angesagten Clubs auf. Es dürfte spannend werden, wie sich diese Beziehung weiterentwickelt.

Vom Sachbuch zum Kriminalroman

Friedrich Dönhoff, der eigentlich Graf von Dönhoff heißt, ist der Großneffe der verstorbenen Publizistin und „Zeit“-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff. Dönhoff, der 1967 in Hamburg geboren wurde und zeitweise in Kenia aufwuchs, lebte während seiner Zivildienstzeit bei seiner bekannten Großtante in Blankenese. Der Drehbuchautor machte sich zunächst einen Namen mit Biographien. Sein bekanntestes Werk ist eines über seine Großtante: „Die Welt ist so, wie man sie sieht“. 2008 erweiterte Dönhoff mit seinem ersten Kriminalroman „Savoy Blues – Ein Fall für Sebastian Fink“ sein literarisches Repertoire. Mit mördermäßigem Erfolg, wie man inzwischen weiß.

 


Friedrich Dönhoff und Martin Walker im Périgord

 

Friedrich Dönhoff

„Heimliche Herrscher – Ein Fall für Sebastian Fink“
Diogenes Verlag
352 Seiten
Paperback
ISBN: 978-3-257-30037-6
16,00 Euro

 

 

Autorin: Natascha Gotta
Foto: Friedrich Dönhoff © Marvin Zilm

25. April 2018 von Redaktion

Kategorien: Hamburg liest, Kulturgenuss

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