Drei Minuten Jonathan: Gute Vorsätze

Neues Jahr, neues Glück. Könnte man meinen. Aber nehmen wir uns nicht immer dieselben guten Vorsätze für jedes neue Jahr vor? Mehr Sport, Abnehmen, ein besserer Mensch sein. Und so weiter. Wollen wir damit nicht vor allem die Erwartungen von Familie und Freunden erfüllen? Nicht in diesem Jahr.

Ein Brief an mich selbst

Gehen wir davon aus, dass alle guten Vorsätze spätestens nach zwei Wochen sowieso vergessen sind. Was bleibt, ist das Gefühl von Versagen – und natürlich die Enttäuschung bei unseren Lieben. Macht das Sinn? Nicht im Geringsten. Also muss eine ganz neue Idee her. Ich versuche es mit einem Brief an mich selbst. Darin schreibe ich mir, wo ich mich im neuen Jahr sehe. Nicht zu öffnen vor dem ersten Januar 2022

Eine Übung in Dankbarkeit

Ein Brief an mich selbst – das ist wie eine Zeitkapsel. Ich darf orakeln, was im neuen Jahr geschehen wird. Nicht nur bei mir, sondern auch in meinem Umfeld. Ja, sogar in der ganzen Welt. Es geht nicht um gute Vorsätze. Vielmehr geht es um Hoffnungen und Ängste, Ideen und Ziele, Erwartungen und Befürchtungen. Eine gute Übung, um mich auf das neue Jahr vorzubereiten. Aber auch Raum, um dankbar für das im alten Jahr Erreichte zu sein, an das ich anknüpfen kann.

Denn das ist die Schwierigkeit bei guten Vorsätzen. Sie kommen praktisch aus dem Nichts. Weil ein anderer findet, ich müsste gesünder leben, nehme ich mir vor, mich ausgewogener zu ernähren. Mit mir hat das nicht viel zu tun. Gute Vorsätze werden mir meist aufgedrängt.

Bringen Sie Ihr zukünftiges Ich zum Lachen

Wenn ich in einem Brief an mich über mein Leben und die Situation reflektiere, in der ich mich gerade befinde, komme ich zu ganz anderen Ergebnissen – und eventuell auch Vorsätzen. Jedenfalls denke ich nicht, etwas tun zu müssen. Außerdem kann ich mich das ganze Jahr über darauf freuen, meinen Brief zu öffnen. Was habe ich mir geschrieben? Ist alles gekommen, wie ich es mir erträumt habe? Gedanken und Wirklichkeit zu vergleichen, ist spannend. Probieren Sie es aus.

Tipp: Schreiben Sie nicht zu ernst, damit Sie gleich am ersten Januar etwas zu Lachen haben. Ach ja, natürlich können Sie auch Briefe zehn Jahre oder mehr in die Zukunft schicken.

Hier geht es zu dem aktuellen Buch des Hamburger Schriftstellers David Jonathan.

 

Drei Minuten Jonathan: Zeit

 

 

 

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Foto/Grafik: © David Jonathan/Photolab

13. Januar 2021 von Redaktion

Kategorien: Hamburg liest, Kulturgenuss

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