Bücher sind Schätze: Programmleiterin Verena Behr im Gespräch

Bücher sind Schätze

Viele Bücher gibt es nicht mehr zu kaufen – sie sind vergriffen. Die letzten Exemplare dieser Titel verstauben in irgendwelchen Bibliotheken und privaten Sammlungen. Viel zu schade, befand der Severus Verlag aus Hamburg und druckt seit 2010 die spannendsten Dokumente vergangener Zeiten neu.

Ein Gespräch mit Programmleiterin Verena Behr über historische Alltagskultur, wieder entdeckte Weisheiten und der Weg zurück zur Quelle.

Warum lohnt es sich, alte Bücher neu zu lesen?

Verena Behr: Weil es einfach spannend ist zu sehen, wie die Menschen früher lebten und dachten. Geschichte ist ja immer eine Interpretation der Wirklichkeit – manchmal sogar die Interpretation der Interpretation. Doch wenn man zum Beispiel die Gedanken aus dem Tagebuch eines Rudolph Diesel liest, als er den Motor erfand – oder die privaten Zeilen aus den Briefen eines Heinrich Heine an seine Familie… dann erfährt man hautnah, wie unsere Vorfahren unsere Welt erlebten und beurteilten.

Es gibt viele vergriffene Bücher – welche davon sind spannend?

Verena Behr: Das hängt von der Relevanz ab, die die Bücher für die Menschen heute haben. Bücher von oder über bekannte Persönlichkeiten sind natürlich immer spannend. Genauso faszinierend sind auch die Berichte von Zeitzeugen bekannter historischer Ereignisse oder Epochen. Auch Bilder von früher und Regionalia finden immer eine interessierte Leserschaft.

Im Gespräch: Verena Behr, Programmleiterin des Severus Verlag, Hamburg

Was können wir aus den historischen Büchern lernen?

Verena Behr: Viel! Gerade in unserer schnelllebigen Zeit zeigen diese Bücher, dass die Welt auch ganz anders aussehen kann. In einem unserer Reiseberichte kann man beispielsweise über eine Forschungsreise nach Neuseeland lesen. Man erfährt unmittelbar, wie viele Wochen und Monate die Menschen damals unterwegs waren – und dass sie tatsächlich mit einer Welt konfrontiert waren, die noch viele weiße Flecken hatte. Das ist in der heutigen Zeit, in der wir in Sekundenschnelle rund um die Welt per Internet vernetzt sind, schon beeindruckend.

Was bedeutet die Digitalisierung der Medien für Ihren Verlag?

Verena Behr: Natürlich bieten wir einige Titel parallel auch als E-Books an, denn diese boomen unglaublich. Doch viele unserer Titel leben auch davon, dass sie besonders schön gestaltet und gedruckt sind. Dazu kommt, dass viele unserer Kunden ihre Bücher als eine Art Schatz sehen, die sie gerne in ihren Regalen stehen haben möchten. Deshalb ist das liebevoll gedruckte Buch für uns nach wie vor sehr wichtig.

ÜBER DEN SERVERUS VERLAG

Das Motto Severus Verlages (severus-verlag.de) in Hamburg lautet „ad fonte“, was so viel heißt wie „zurück zu der Quelle“ – und das hat seinen Grund: Denn der Verlag veröffentlicht vergriffene Bücher neu. Darunter zum Beispiel die Abenteuer- und Seefahrergeschichten des Hamburger Schriftstellers Friedrich Gerstäcker, das Tagebuch von Rudolph Diesel (dem Erfinder des gleichnamigen Motors) oder ein Kochbuch mit klassischen Hamburger Rezepten von Hulda Behnke.

16. November 2013 von Redaktion

Kategorien: Hamburg publiziert, Wissensdurst

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