Turmuhren in Hamburg

Turmuhren: Kunstwerke aus der Uhrgeschichte

Sie zieren Kirchtürme und beeindrucken durch schöne Ziffernblätter. Doch für Klaus Wettwer zählt vor allem das Innenleben einer Uhr.

Wer etwas über eine Kirchturmuhr erfahren will, der muss deren Zeiger beobachten. Womöglich reicht eine Minute aus um zu erkennen, wie es um das Betriebsleben dieser oder jener Uhr bestellt ist.

„Wenn die Zeiger schleichen, dann handelt es sich um ein mechanisches Uhrwerk. Springen sie, dann ist es ein elektronisches“, sagt Klaus Wettwer, Türmer der Osterkirche in Bramfeld. Als Mitglied des Fachkreises Turmuhren in der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie e.V. interessiert Klaus Wettwer vor allem die Mechanik und nicht die Steuerung per Funksignal.

Weil dem so ist, kann es passieren, dass man in einem Gespräch mit dem 69-Jährigen erst einmal aneinander vorbeiredet. Der Grund ist einfach: Der Autor dieses Stückes geht schlichtweg nach der Optik und gerät ins Grübeln, weil Klaus Wettwer die wunderschöne Uhr an der Handelskammer nicht kennt. Aber wenn Klaus Wettwer davon spricht, ob er eine Uhr gesehen hat oder nicht, dann meint er damit, dass er die Mechanik der Uhr schon einmal betrachten durfte.

Die Hansestadt – das unentdeckte Land

Wie viele mechanische Uhrwerke in Hamburg noch existieren, das weiß Klaus Wettwer allerdings nicht. Ohnehin scheint das Gebiet der Hansestadt diesbezüglich noch ein weitgehend unentdecktes Land zu sein. Im Fachkreis Turmuhren sei er der einzige Hamburger, erzählt der selbständige Optiker und räumt ein: „In manchem Dorf in Süddeutschland habe ich mir mehr Turmuhren angesehen als hier.“

Turmuhren in Hamburg, Klaus WettwerKlaus Wettwer kennt sich aus mit der Mechanik von Turmuhren.

Womöglich ist der Stellenwert der Turmuhren südlich der Elbe wirklich höher, und tatsächlich finden sich hier und da sogar kleine Museen. In Hamburg aber gebe es nicht einmal einen Förderkreis, betont Klaus Wettwer. „Daher mangelt es zum Beispiel auch an einer Katalogisierung noch vorhandener Turmuhren.“

„Uhren sind Kunstwerke“

Aufzuschreiben dürfte es angesichts von weit über einhundert Kirchen in der Hansestadt jedenfalls so einiges geben. Dass sich Klaus Wettwer dieser Arbeit nicht annimmt, liegt indes daran, dass er immer noch arbeitet. Freilich sammelt er Uhren. Eine Standuhr sowie elf Wand- beziehungsweise Tischuhren geben daheim die Zeit vor.

Nur seine erste Uhr überhaupt, die ist ihm vor langer Zeit abhanden gekommen. „Ich habe sie in einer Jugendherberge im Waschraum liegen gelassen.“ Wie die Uhr ausgeschaut hat, dass aber habe er nicht vergessen. Vermutlich meint er damit tatsächlich das Gehäuse und das Ziffernblatt. „Uhren sind Kunstwerke“, sagt Klaus Wettwer zum Abschied. Das freilich gilt für Innen- wie Außenansichten.

Autor: Markus Tischler

11. Juli 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg schützt, Tatkraft

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