Mein Lieblingsort: HADAG-Fähren

Mein Lieblingsort: HADAG Fähren beim Sonnenuntergang

Sie gehören zum täglichen Bild des Hafens wie der Michel zu Hamburg: die HADAG-Fähren. Vor 126 Jahren wurde der Linienverkehr aufgenommen, von dem nicht nur Pendler profitieren. Selbst zur Rush Hour kann eine Fahrt außerordentlich entspannend sein.

Zugegeben, es hat einer Reise an die Westküste der USA bedurft, um festzustellen: Die Skyline von Städten wie Seattle oder San Francisco vom Wasser aus zu sehen, hat schon sehr viel. Imponierend, beeindruckend, fotogen. Aber Hamburg?

Die HADAG-Fähren musste ich eigentlich nie benutzen. Und Hafenrundfahrten? Klar, das stand auf dem Programm, wenn Besuch da war. Früher einmal. Aber da war ich noch jung.

Die Zeiten haben sich geändert. Hin und wieder eine Fahrt von den Landungsbrücken bis nach Finkenwerder und zurück an klaren Wintertagen oder am frühen Abend im Sommer – dieses Vergnügen möchte ich nicht mehr missen.

Stille Momente auf dem offenen Deck

Wenn Containerbrücken, Schiffe und die Landungsbrücken in das warme Licht der tiefstehenden Sonne getaucht werden, wenn sich die Glasfront der Elbphilharmonie in flüssiges Gold zu verwandeln scheint – dann sind dies die stillen Momente, in denen ich weiß: Oben auf dem offenen Deck habe ich für ein paar Minuten meinen Lieblingsplatz gefunden.

1888 verkehrten zum ersten Mal Fähren der heutigen HADAG im Linien-Verkehr im Hamburger Hafen. Damals firmierte das Unternehmen noch unter dem Namen Hafendampfschifffahrts-Actien-Gesellschaft.

Rund zwei Jahre später waren 47 Schiffe in Betrieb. Bis 1899 wurde die Flotte um zwölf Schiffe erweitert, die jeweils 300 Menschen befördern konnten. Die Eröffnung des Alten Elbtunnels 1911 führte jedoch zu einem erheblichen Rückgang an Fahrgästen.

23 Schiffe verkehren auf sieben Linien

So nutzen statt der bis zu 260.000 Pendler nur noch 38.000 die Verbindung nach Steinwerder. 1918 übernahm schließlich die Stadt die Reederei, nachdem der Senat zuvor eine Tariferhöhung verweigert hatte. 1969 erfolgte die noch heute gültige Umbenennung in HADAG Seetouristik und Fährdienst AG.

Derzeit verfügt die HADAG über 23 Schiffe unterschiedlicher Größe, darunter die aus den 60er-Jahren stammende “Kirchdorf”. Das Streckennetz umfasst sieben Linien, die auf rund 30 Kilometer Wasserweg 22 Anlegestellen bedienen.

Im vergangenen Jahr wurden 8,7 Millionen Fahrgäste gezählt. Das klingt viel, wenn man es mit 1977 vergleicht, als “nur” 2,2 Millionen Passagiere das Angebot nutzen. Der bisherige Rekord mit 21,3 Millionen wurde 1958 aufgestellt.

Autor: Markus Tischler
Header-Foto: Markus Tischler // Blick auf den Sonnenuntergang

Dieser Beitrag ist Teil der HAMBURG schnackt! Aktion MEIN LIEBLINGSORT. Auf der Aktionsseite finden Sie weitere Informationen und Lieblingsorte in der interaktiven Hamburg-Karte. Sie haben auch einen Lieblingsort? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail oder besuchen die Lieblingsort-Gruppe. Portrait_von_Markus TischlerDies ist ein Lieblingsort von:
MARKUS TISCHLER, HAMBURG SCHNACKT!
Markus Tischler, Jahrgang 1968, lebt und arbeitet als freier Journalist und Fotograf in Hamburg. Die Fähren nutzt der Hamburger nicht nur, weil ihm die schöne Aussicht vom Deck auf die Stadt gefällt. Er gelangt so von Frühjahr bis Herbst schnell und bequem nach Finkenwerder, um von dort aus zu Radtouren im Alten Land aufzubrechen.

 

30. Juni 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg reist, Lebensfreude

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