Mein Hamburg: Mathias Adler

Was lieben die Hamburger an ihrer Stadt – und was nicht? Was bewegt ihr Leben oder was wollen sie bewegen? Menschen erzählen über ihre Leidenschaften, Lieblingsorte und ihr Leben in unserer Metropole. Wir fragen Mathias Adler, der seit zwei Jahren den werktäglichen Newsletter “Hamburger Tagesjournal“ herausgibt.

Mathias Adler, studierter Volkswirt, ist Experte für Neue Medien. Als Geschäftsführer verantwortete er den Multimediabereich der Axel Springer AG und den Fernsehsenders Hamburg 1. Im dritten Jahr gibt er nun den digitalen Newsletter Hamburger Tagesjournal heraus.

Sie leben und arbeiten als Journalist in der Stadt. Wie ist Ihr Blick auf Hamburg?

Hamburg ist meine Heimat. Ich bin begeistert von dieser Stadt und schreibe jeden Tag gerne über das, was hier passiert. Hamburg ist eine sehr homogene Stadt, anders etwa als Berlin, wo ich auch lange gearbeitet habe. Die Stadt hat sehr viele Stärken und schöne Seiten, aber man muss aufpassen, nicht zu selbstgefällig zu werden. Auch sollte die Stadt davon wegkommen, so auf den Hafen fixiert zu sein.

Medien sind Ihr Metier. Was reizt Sie, den digitalen Newsletter Hamburger Tagesjournal herauszugeben?

Ich fand es faszinierend, ein eigenes Medium zu kreieren, mein eigener Chef zu sein und eine eigene Stimme zu haben. Erst durch die Digitalisierung und die geringen Distributionskosten ist so etwas möglich geworden. Das Hamburger Tagesjournal bietet einen schnellen Überblick über die Themen der Stadt und die Akzeptanz ist außerordentlich hoch. Da gab es offensichtlich eine Marktlücke in Hamburg. Mein Anspruch ist es, bei Redaktionsschluss die relevanten Informationen aus der Stadt zusammengetragen zu haben. “Alles was Sie heute wissen müssen“ ist das Versprechen des Hamburger Tagesjournals.

Um welche Themen geht es beim Tagesjournal?

Ganz klassisch versuche ich, alle Bereiche abzudecken, also Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur und Buntes. Dabei nutze ich neben der eigenen Recherche verschiedenste Medienquellen von der Bild bis zur taz. Politiker und Verbände nutzen für ihre eigene Kommunikation zunehmend auch soziale Netze wie Facebook oder Twitter. Das binde ich ebenfalls in die Berichterstattung mit ein. Die Sachverhalte formuliere ich so, dass die Leser schnell informiert sind. Wer intensiver in das Thema einsteigen will, kann dann die verschiedenen Quellenangaben anklicken.

Bislang ist es ja noch recht schwierig, digitalen Journalismus zu finanzieren.

Den Königsweg habe auch ich noch nicht gefunden. Ich setze auf verschiedene Standbeine. Beim Tagesjournal gibt es inzwischen einen gewissen Werbeumsatz. Daneben produziere ich aktuelle Videos für den Auftritt des Tagesjournals bei Facebook und auch für andere Plattformen. Daneben bin ich beratend tätig.

Gibt es in Hamburg noch einen Ort, der für Sie ausschließlich privat ist? Wohin zieht es Sie?

Ich wohne in der Nähe der Elbe und genieße es sehr am Strom zu stehen, besonders wenn ich den Kopf freikriegen will. Aber wenn dann die Baggerschiffe vorbeifahren, um ihren Schlick bei Wittenbergen abzuladen, dann bin ich natürlich schon wieder beim Journalistischen. Genauso wie beim Blick auf Containerschiffe. Die scheinen in diesem Jahr wieder besser beladen zu sein, meine ich zu beobachten.

Was wünschen Sie sich für die Stadt?

Hamburg muss sich neue Wege überlegen und Alternativen zum Hafen finden. Hier sehe ich Potential in der Wissenschaft und in der Kultur. Ich bin ein großer Fan der Elbphilharmonie. Ich glaube, dass sie der Stadt so ein anderes Gesicht gibt, nach außen und nach innen. Grundsätzlich sehe ich Hamburg auf einem ganz guten Weg in die Zukunft.

Wie ist Ihre Vision für die Medienstadt Hamburg?

Hamburg muss sich sehr viel Mühe geben, in der digitalen Welt weiter Bestand zu haben. Mit den großen Verlagen gibt es einige Dickschiffe in der Stadt, aber in den digitalen Wandel muss noch mehr Energie fließen. Diese Transformation muss allerdings von den Unternehmen ausgehen. Die Stadt kann nur versuchen, gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Grundsätzlich sehe ich Hamburg als Medienstadt aber weiterhin gut aufgestellt.

Haben Sie ein Lebensmotto, ein Lieblingszitat oder Lieblingsschnack?

Alles wird gut. Und so arbeite ich daran, das Hamburger Tagesjournal als Marke weiter zu entwickeln. Da sehe ich weitere Potentiale unter anderem im Videobereich und im Veranstaltungsbereich.

 

Autorin: Herdis Pabst

Foto: Mathias Adler © Hamburger Tagesjournal

 

8. März 2017 von Redaktion

Kategorien: Gentlemens Tipps, Hamburg publiziert, Mein Hamburg, Wissensdurst

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