Mein Hamburg: Stefan Gwildis

Was lieben die Hamburger an ihrer Stadt – und was nicht? Was bewegt ihr Leben oder was wollen sie bewegen? Menschen erzählen über ihre Leidenschaften, Lieblingsorte und ihr Leben in unserer Metropole. Wir fragen den Hamburger “Soulman“ Stefan Gwildis.

Diesem Mann merkt man sofort an: Das, was er tut, kommt von ganzer Seele – Musik!
Seine Augen funkeln lebensfroh und wenn er sich freut, sagt er so schön norddeutsch-begeistert „hääärlich!“

Was lieben Sie an Hamburg, Stefan Gwildis?

Es sind definitiv die Menschen! Sie sind weltoffen, sabbeln nicht so viel, machen und bewegen aber eine ganze Menge – das gefällt mir. In Hamburg lernt, schätzt und lebt man Offenheit in Hinsicht von Unterschiedlichkeit in den Einstellungen. Unsere Stadt und Metropole bietet vielfältige Orientierungen und sie ist in der Tat das Tor zur Welt: Wenn du ein Paddelboot auf die Elbe setzt, kannst du theoretisch bis Amerika durchpaddeln – alles ist möglich.

Wie würden Sie sich selbst als Mensch beschreiben?

Ich bin auch so ein Hamburger Jung, wie eben beschrieben – und ich bin interessiert!

Und musikalisch?

Schon mein Elternhaus war durchflutet von richtig guter Musik. Ich bin geprägt von Jazz, frühen amerikanischen Topmusikern, auch Motown und vielen anderen Stilrichtungen, die ich bis heute immer wieder mit einfließen lasse.

Es gibt viele weibliche Fans, was schätzen diese an Ihnen?

Natürlich meine unglaubliche erotische Ausstrahlung (lacht herzlich). Aber ernsthaft, ich habe mit mir persönlich Waffenstillstand geschlossen: Wenn ich mir morgens im Spiegel begegne, dann geht das ganz prima mit Humor und gegenseitigem Einvernehmen. Vielleicht strahle ich genau das auch aus.

Sind Sie der Speckgürtel-Frauen-Versteher aus Ihrem Song Doppelhaushälftenherz?

Ich sehe, was ich sehe…

Und die männlichen Fans?

Ich erhalte oft Dankschreiben von Männern dafür, dass sie auch privat mit ihren “Arbeitsschuhen“ unterwegs sein dürfen. Da habe ich wohl eine Menge Akzeptanz geschaffen.

Wie entstehen die genialen Texte zu Ihren Songs?

Das ist ganz viel meinem Freund Rolf Claussen  und unseren Gesprächen zu verdanken. Mit ihm und Joja Wendt sind wir zudem als die Söhne Hamburgs kreativ und gehaltvoll unterwegs.

Manche Ihrer Songtexte zerschmelzen förmlich wie köstliche Pralinen und wirken tief. Was geht Ihnen persönlich unter die Haut?

Es ist das Thema Leben und der Übergang in den Tod. Wo werden wir hingehen? Was wird bleiben? Auch hier sind das Gespräch und die Gemeinschaft mit Rolf ungemein wertvoll und wichtig für mich.

Ihre Wünsche und Pläne für die Zukunft?

Da gibt es sehr viele. Das Thema Charity liegt mir sehr am Herzen und 2017 kommt ein spannendes Thema: Es ist das Theodor Storm Jahr und da sind mit dem Ernst Deutsch Theater Lesungen und Musik geplant, auf die ich mich schon jetzt freue.

Gibt es unentdeckte jungen Hamburger Musiker, die Ihnen besonders gut gefallen und die man im Auge behalten sollte?

Ja, in der Tat: Jonny Bongers! Da lohnt es, genauer hinzuhören – richtig gut!

Wo ist denn “Pollerhocken, Schiffe gucken, Schnauze halten“ in Hamburg am schönsten?

Landungsbrücken! Immer wieder, zu jeder Zeit und bei jedem Wetter direkt auf Brücke 10. Auch ist dort die kulinarische Versorgung optimal.

Ihr Lieblingsplatz in Hamburg, den Sie Freunden empfehlen würden?

Man gehe zum Alten Schweden, diesem riesigen Stein am Elbstrand, spreche mit ihm, spüre die Kraft, die diesem innewohnt und erfreue sich der fehlenden Widerworte – ein hääärlicher Platz!

Und was könnte an Hamburg besser sein?

Ich komme aus einer Hockey spielenden, sportbegeisterten Familie, die schon seit vier Generationen hier lebt. Das Thema Sport sollte in Hamburg ganz besonders nach dem NEIN zu Olympia unbedingt weiter ausgebaut werden!

Ihr Lieblingsschnack, Lebensmotto oder Lieblingszitat?

Da halte ich es mit der Weisheit meines Großvaters: “Aus einem traurigen Arsch kommt kein fröhlicher Furz.” Vielleicht war es genau dieser trockene Humor und eine Haltung, die ihn durch schwere Zeiten und russische Kriegsgefangenschaft brachte. Meiner Großmutter telegrafierte er sein Überleben: “Hausfreund fortschicken – komme selbst!”

 

Stefan Gwildis Tourdaten

Foto: Stefan-Gwildis_Foto_105-musicSandra-Ludewig

 

 

 

3. Mai 2016 von Redaktion

Kategorien: Hamburg musiziert, Kulturgenuss, Mein Hamburg

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