Reverend

Mein Hamburg: Ekkehart Opitz

Was lieben sie an Hamburg – und was nicht? Was bewegt ihr Leben oder was wollen sie in Hamburg bewegen? Menschen erzählen über ihre Leidenschaften, Lieblingsorte und ihr Leben in unserer Stadt. Wir fragen Ekkehart Opitz von der „St. Pauli Krimitour“.

Seine Jugend verbrachte Ekkehart Opitz im Schwabenland. Von dort hat er einen leichten Zungenschlag mitgebracht, der in kuriosem Widerspruch zu seiner norddeutschen Erscheinung steht. Mitte der 1990er Jahre zog der Kulturwissenschaftler zurück in seine Geburtsstadt Hamburg, nach St. Pauli. Hier betreibt er das Portal reeperbahn.de. Zudem leitet Ekkehart Opitz als Reverend Roosen die „St. Pauli Krimitour“, alles unter dem Motto „Auf den Spuren der Bösen“.

Ekkehart Opitz, was muss in Hamburg unbedingt bleiben, wie es ist?

Toleranz.

Was sollte sich in Hamburg auf jeden Fall ganz schnell ändern?

Wieder dorthin kommen, dass sich Fremde in U- und S-Bahnen unterhalten. Da ist immer eine Stimmung wie auf Begräbnissen.

Gibt es für Sie einen besonderen Ort, einen Lieblingsplatz in der Stadt?

Der Hafen ohne die Hafen City.

Was ist die gruseligste Ecke Hamburgs?

Das Rathaus.

Sie sind vor fast 20 Jahren nach St. Pauli gezogen: Wie hat sich der Stadtteil entwickelt?

Das kleine Feine verschwindet nach und nach. Es gibt von allem immer mehr: mehr Partys, mehr Kioske, höhere Häuser, mehr Gäste und auch mehr Touren. Da sich das ganze Treiben meist am Wochenende abspielt, ist es an diesen Tagen schon erdrückend. Aber im Schatten dieser Vergnügungssucht sind auch gute Sachen entstanden: der „St. Pauli Nachtmarkt“ und die „Kreativnacht St. Pauli“.

Und was fehlt?

Die Kultur, die im Untergrund entsteht. Kleine Off-Bühnen, wo es jung und frech zugeht. Solche Etablissements haben den Kiez in seine Blüte geführt. Im Hippodrom kreisten die Pferde und im Salambo gab es phantasievolle Sex-Shows. Zurzeit haben wir nur Formatangebote wie überall.

Welches Buch sollte man lesen, wenn man etwas über den Kiez erfahren will?

„Die Reeperbahn“ der Hamburger Autorin Ariane Barth und für die Augen die Fotobücher Günther Zints.

Haben Sie ein Lebensmotto, einen Spruch oder Schnack?

Wo der Zweck aufhört, fängt der Sinn an.

Autor: Hilmar Schulz
Bildbeschreibung Titelfoto: Verbrechensexperte Ekkehart Opitz: Wenn es dunkel wird, schlüpft er in die Rolle des Reverend Roosen.

11. März 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg entdeckt, Mein Hamburg, Stadtliebe

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