SofaConcerts Gründerteam

Komm auf mein Sofa, Konzert!

Die Idee ist so einfach wie genial: eine Online-Plattform, über die Musikfans Künstler aus aller Welt zu Konzerten in ihr Wohnzimmer, ihren Garten oder auf die Dachterrasse einladen können. Marie-Lene Armingeon und Miriam Schütt haben mit SofaConcerts ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Miriam Schütt erzählt uns stellvertretend für beide Gründerinnen mehr über das Projekt und ihre Beziehung zu Hamburg.

Was macht Hamburg für Sie aus?

Ich persönlich bin ein totaler Wassernarr, ich surfe auch. Hamburg ist für mich eine geniale Stadt, weil sie in der Nähe vom Wasser ist und man einfach so unglaublich viele Möglichkeiten hat. Marie ist eine Läuferin und jeden Mittwoch bei den Tide Runners. Hamburg ist eine Großstadt, aber es gibt genug Natur. Das ist das, was wir sehr lieben.

Wo kann man in Hamburg am besten Konzerte schauen, wenn man sie nicht im eigenen Wohnzimmer veranstaltet?

Wir sind große Fans vom Knust. Zum einen, weil hier viele Bands auftreten, die bei uns auf der Plattform sind und die die Art von Musik machen, die wir lieben. Zum anderen, weil hier eine große Vielfalt stattfindet. Das Knust ist für uns eine geniale Anlaufstelle und es ist direkt neben unserem Büro. So müssen wir manchmal nur aus dem Fenster schauen, um tolle Konzerte zu erleben.

Wann und wie sind Sie auf die Idee zu SofaConcerts gekommen?

Das ist mittlerweile zweieinhalb Jahre her. Marie und ich kommen ursprünglich aus dem Schwabenländle und kennen uns bereits seit der Schulzeit. Wir haben gemeinsam das Musikabitur gemacht und häufig verschiedene Konzerte besucht. Einmal waren wir auf einem Wohnzimmerkonzert und total begeistert – sowohl von der Band als auch der ganzen Atmosphäre. Dann haben wir uns gefragt: Warum gibt es das eigentlich nicht häufiger? Man kennt ja Airbnb, BlaBlaCar oder Mitfahrgelegenheit, aber eine europaweite Plattform, die geniale Musiker aus aller Welt und Musikfans zusammenbringt und jedermann ermöglicht, Konzerte zu veranstalten, das gab es noch nicht. So ist aus der Leidenschaft heraus die Idee zu SofaConcerts entstanden.

Hier das Video:

youtube.com/watch?v=aXtP78es0aE

Wie funktioniert das Ganze genau?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Man kann sich einfach auf SofaConcerts anmelden – sowohl als Gastgeber als auch als Künstler. Es sind mittlerweile Bands und Gastgeber aus 16 Ländern angemeldet. Die Konzertfläche kann variabel sein: mal ist es das Wohnzimmer, die Küche, der Dachboden, der Garten. Sobald man ein bisschen mehr als 15 Quadratmeter hat, kann man sich ein Profil erstellen. Künstler aus aller Welt können Gastgeber anschreiben oder Gastgeber laden sich für einen speziellen Anlass Künstler aus aller Welt zu sich nach Hause ein. Unser Credo geht etwa in die Richtung: Bühnen schaffen, wo vorher keine waren. Alles, was man braucht, ist eine kleine Fläche und seine Freunde. Der Künstler spielt in der Regel unplugged, bringt alles mit, stellt sich in die Ecke und los geht’s.

Haben Sie selbst über Ihre eigene Plattform Künstler zu Ihnen nach Hause geholt?

Ja, wir sind bei uns auf der Plattform registriert. Das ist immer witzig, weil wir den Künstlern nicht sagen, dass wir etwas mit SofaConcerts zu tun haben und so praktisch selbst Kunde unserer eigenen Plattform sind. Ich hatte zum Beispiel vor nicht langer Zeit einen Sänger aus Philadelphia, Ryan Tennis, bei mir zu Hause. Der wusste bis zum Ende des Konzerts nicht, dass ich die Gründerin von SofaConcerts bin. Es war total cool zu sehen, wie das so ankommt und wie sich die Künstler geben.

Haben Sie Lieblingskünstler aus Hamburg?

Ich zum Beispiel finde Matteo Capreoli total toll. Der ist auch bei uns auf der Plattform. Ich mag deutsche Musik sehr. Ich weiß, dass Marie gerne Perry O’Parson oder Tom Klose hört. Das wechselt aber eigentlich ständig. Gerade in Hamburg haben wir sehr viele coole Künstler. Hamburg ist auch eine Stadt, in der jeder Künstler mal auf seiner Tour vorbeikommt – ob national oder international. Durch unsere Bürolage neben dem Knust schneit im Grunde wöchentlich ein Künstler herein, um mal Hallo zu sagen.

Was ist für Sie das Schönste an Ihrer Arbeit?

Das Schönste an unserer Arbeit ist, dass wir unsere Leidenschaft zum Beruf gemacht haben. Wir sind beide komplette Musikfans, waren es auch schon immer und haben gerne Musik gehört, die nicht so mainstreammäßig ist oder ständig im Radio kommt. Wir lieben es, täglich neue Künstler zu entdecken. Außerdem motiviert es sehr zu sehen, wie sich SofaConcerts verbreitet und wie viele tolle Momente und neue Freundschaften daraus entstehen. Wir kriegen täglich Mails von begeisterten Leuten, die Konzerte veranstalten.

Haben Sie einen Lieblingsschnack oder ein Lebensmotto?

Mmh, keine einfache Frage. Vielleicht in die Richtung „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“. Wenn man nichts ausprobiert, kann man das später nur bereuen. In meiner Wohnung hängt sonst noch ein Songzitat von Ben Howard: „Keep your head up, keep your heart strong.“

 

Titelbild: SofaConcerts Gründerinnen Marie-Lene Armingeon und Miriam Schütt

Autor: Tim Kinkel

Foto: © Nicole Siemers

 

6. Oktober 2016 von Redaktion

Kategorien: Hamburg musiziert, Kulturgenuss

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