Kamin

Kamin-Boom: Feuer frei!

Heizen mit Holz und Pellets ist en vogue; in Deutschland gibt es fast 15 Millionen Haushalte, die auf Kamin und Kachelofen setzen. Die Tendenz ist steigend. Offenkundig ist es immer mehr Menschen einiges an Zeit und Arbeit wert, selbstgemachte wohlige Wärme in den eigenen vier Wänden zu spüren.

Selbst geschlagenes Holz ist besonders begehrt

In unserer Nachbarschaft musste im Spätherbst ein hoher Ahorn gefällt werden. Der Baum war von einem Pilz befallen. Es war nicht auszuschließen, dass der arme Gesell eines Tages bei einem Sturm umkippen und auf Häuser stürzen würde. Also weg damit, natürlich fachgerecht von einem Baumfäller vorgenommen.

Interessant waren die Aktivitäten der Kaminbesitzer bei uns im Viertel. Alle meldeten sich freiwillig zum Helfen. Als Lohn gab es einen gewissen Anteil vom Holz des angeschlagenen Ahorns.

Ökonomisch ging die Rechnung sicherlich nicht auf. Doch das war den Fällgutfreunden egal. Und zwar so was von. Selbst geschlagenes Holz brennt länger – im Herzen.

Stundenlang assistierten sie dem mit einer Säge bewaffneten Baumkletterer, der die Aktion leitete. Die Freude über das eigene Holz war so groß, dass noch Tage nach dem Fällen darüber gesprochen wurde.

Der Kamin als neues Kultobjekt

Wurden früher die Samstage damit zugebracht, den Familienwagen zu waschen, zu legen und zu föhnen, geht es jetzt an die Pflege des Kaminvorrats. Sauber und ordentlich wird das Holz gespalten und anschließend gestapelt. Es ist erquickend und labend, den Männern zuzuschauen, die so freudig in ihrer Freizeit Waldarbeiter spielen.

Gerne wird auch gefachsimpelt. Etwa darüber, welche Säge besonders gut geeignet ist, wie man Äxte schärft und warum man am Spalteisen keinesfalls sparen sollte. Auch die korrekte Stapelung des Holzes ist ein immergrünes Thema.

Ich selbst bin kein Kamineigentümer, habe aber durch passives Mithören (nicht Lauschen) und aktives Nachfragen gewisse Kenntnisse erlangt. Die reichen natürlich noch lange nicht zum gewissenhaften Umgang mit der eigenen Feuerstätte.

Holz ist nicht gleich Holz, am Rauch kann man es erkennen

So viel habe ich aber schon begriffen, dass ich mich nicht mehr auf dem Holzweg wähne, wenn ich hier feststelle: Nur gut abgehangenes, sorry: abgelagertes Holz darf verfeuert werden.

Ist das Brennmaterial zu feucht, hat keiner was davon, vor allem nicht die kaminabstinenten Anwohner. Denn das muss man leider sagen: Zuweilen qualmt es mächtig, dann wird Feinstaub rausgepustet und es riecht eher nach Ruhrpott denn Waterkant. Diese Holzmichel!

 

Autor: Clemens Gerlach
Foto: © Maho – Fotolia.com

13. Dezember 2017 von Redaktion

Kategorien: Hamburg genießt, Lebensfreude

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