Handwerken macht glücklich

Die Freude am Selbermachen unterstützt der Verein Frauenhandwerkstatt darin, kreative Wünsche in die Tat umzusetzen. Hier werden Werkstätten für Ton- und Holzarbeiten angeboten, in denen Interessierte ihre handwerklichen Talente entdecken oder verfeinern können. Jana Broxtermann bringt ihr Fachwissen in Tischler- und Polsterkursen gerne an die Frau.

Wie lange arbeiten Sie jetzt schon mit Holz, Jana Broxtermann?

Als gelernte Raumausstatterin hatte ich schon immer das Gefühl, die Tischlerei wäre eine sinnvolle Ergänzung. So beendete ich meine Tischlerlehre 2007 und arbeitete verstärkt mit Holz und  meinen eigenen Stücken. Schon seit meiner Kindheit mochte ich alte Möbel, deshalb absolvierte ich noch eine zusätzliche Ausbildung zur Restaurateurin. Seit 2015 kann ich verstärkt alte Möbel im Holzbereich und für neue Polsterungen bearbeiten. Damit habe ich mir einen Lebenstraum erfüllt.

Die Kurse sind gut besucht. Was wird besonders häufig von den Teilnehmerinnen nachgefragt?

Das sind die Tischlerkurse. Inzwischen hat jedoch auch das Selbstpolstern nachgezogen, sehr gut werden die Heimwerkerkurse nachgefragt. Dort können sich die Teilnehmerinnen Holz- und Malertechniken aneignen und alles, was so gebraucht wird, wenn man seine Wohnung auf Vordermann bringen  möchte.
Der Verein Frauenhand-Werkstatt hatte angefragt, ob ich die Holzverarbeitungskurse wieder aufleben lassen könnte.Diese Aufgabe habe ich gern übernommen, so kam es zum Unterrichtskonzept von Frauenhand.

Wie laufen die Kurse ab?

In den Tischlerkursen gebe ich die Arbeitsobjekte vor. Die Frauen sind immer sehr überrascht, wie viel sie nach einer kurzen Einweisung selbst bauen können. In den Polsterkursen muss ich manchmal den Elan bremsen, denn Großmöbel können leider nicht bearbeitet werden, da uns noch eine Industrienähmaschine fehlt. Allen Kursen gemeinsam ist jedoch, dass die Frauen sehr motiviert sind, etwas mit den eigenen Händen zu schaffen. Am Ende ist die Freude über die Arbeitsresultate immer sehr groß.

Was bereitet Ihnen am Unterrichten besonderen Spaß?

Ich liebe es, mit unterschiedlichen Charakteren zu arbeiten und sie zu motivieren, an die eigenen Fähigkeiten zu glauben. Das Sahnehäubchen ist die oft ungläubige Freude und der Stolz der Teilnehmerinnen, wenn sie dann ihr fertiges Werkstück in den Händen halten. Es ist wunderbar zu sehen, dass sie so motiviert sind, um weiter mit Holz als Grundstoff zu arbeiten. Auf den Fotos unserer Kurse ist das gut zu sehen.

Können die Teilnehmerinnen Ihre Kurse auch ohne Vorkenntnisse besuchen?

Generell sind keine Vorkenntnisse notwendig, allerdings wäre es bei den Maschinen- und Oberfräskursen schon gut, wenn die Teilnehmerinnen Erfahrungen mit Holzarbeiten mitbringen.

Unter dem Namen Caleah fertigen Sie eigene Möbel. Was zeichnet Ihre Entwürfe aus?

Hier verbinde ich die Tischlerei mit alten Möbeln, die ich sehr liebe. Ich versuche, den alten Stücken Leben einzuhauchen, indem ich sie zu neuen Möbelstücken verarbeite. Das soll mein Beitrag zur Nachhaltigkeit sein und auch bei einer jüngeren Käuferschicht das Interesse an überlieferter Handwerkskunst wecken.

Das Angebot der Frauenhandwerkstatt richtet sich schwerpunktmäßig an Frauen. Es gibt jedoch in Hamburg noch mehr Orte, wo jedermann sein Handwerklichkeit unter Beweis stellen kann und Zugang zu Maschinen sowie Werkzeugen besteht. Eine gute Adresse für Holz- und Metallarbeiten ist das Fab Lab St. Pauli. Hier kann jeder Mitglied werden und gegen eine kleine Gebühr die Gerätschaften nutzen. Wem der Sinn nach Textilfertigung beziehungsweise Siebdruck steht, für den empfiehlt sich das Stoffdeck in Wilhelmsburg.

 

 

Autorin: Ilona Kiss
Foto: Frauenhand Tischlern © seventyfour/Fotolia.com

13. Februar 2019 von Redaktion

Kategorien: Hamburg teilt, Unternehmenslust

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