Für Hamburgerinnen und Hamburger ein Vergnügen: der Universitätsball

Wir fragen Kai Kiehn und Evelyn Staske, Organisatoren des Universitätsballes, der am 19. Novermber 2016, zum vierten Mal im Grand Elysée stattfinden wird, was uns erwartet.

Sie sind stolz auf die Universität Hamburg, weil …

… es eine noch recht junge und  – das macht sie besonders – von den Hamburgern demokratisch gegründete Universität im Herzen der Stadt ist, die sich zu einer der größten Universitäten Deutschlands entwickelt hat und als eine der wenigen Volluniversitäten eine außergewöhnliche Vielfalt an wissenschaftlichen Disziplinen anbietet. Neben dem attraktiven Standort ist das für viele ein Grund, in Hamburg zu studieren.
Die Universität ist deutlich besser als ihr Ruf. Sie ist in einigen Bereichen bereits exzellent aufgestellt und in anderen Bereichen vielleicht durchschnittlich, aber selten so schlecht, wie sie gerne gemacht wird. Wir sind stolz auf das, was aus uns dank des Studiums in Hamburg geworden ist und das wir in einem Land leben dürfen, in dem Bildung ein Gemeingut ist. Die Universität ist ein Teil davon und von uns. Wir möchten die guten Seiten hervorheben und die weniger Guten verbessern.

Was wollen Sie mit dem Universitätsball bezwecken?

Wir möchten die Universität auch gesellschaftlich noch besser in die Stadt integrieren und Begegnungspunkte zwischen den Hamburger Bürgern und ihrer Universität sowie deren Mitgliedern und Leistungen schaffen. Entsprechend ist der Ball auch öffentlich und jeder ist herzlich eingeladen dabei zu sein. Karten können direkt  bestellt werden.

Darüber hinaus ist es eine gute Möglichkeit, um auch die Absolventen, darunter viele berühmte Persönlichkeiten, mindestens einmal im Jahr wieder nach Hamburg und an ihre Alma Mater zu holen. Last but not Least feiert die Universität 2019 ihr hundertjähriges Jubiläum und bis dahin wollen wir den Universitätsball in der Stadt etablieren, um es dann richtig krachen zu lassen.

Was erwartet die Gäste des Universitätsballes? Ist es nur für Tänzer?

Der Universitätsball ist kein reines Tanzevent. Wir hatten daher auch schon überlegt, den Namen zu ändern, um Nichttänzer nicht abzuschrecken. Tatsächlich gibt es ein Rahmenprogramm, das für alle etwas bietet. Nach dem Empfang im Grand Foyer gibt es ein 3-Gänge-Gourmetmenue im großen Ballsaal. Zwischen den Menüs präsentieren wir die Universität z.B. mit Science Slam oder der Versteigerung von Professoren (Rent a Prof) auf unterhaltsame Art. Gerne auch verbunden mit einem Charity Gedanken. So sind z.B. im letzten Jahr mit Rent a Prof 10.000 EUR für die Flüchtlingshilfe der Universität gespendet worden. Der Festsaal und das Foyer bieten aber auch abseits der Tanzfläche genügend Platz für gute Gespräche und andere Aktivitäten.

Darüber hinaus vergeben wir jedes Jahr die Schirmherrschaft an einen Partner der Universität. Dieses Jahr z.B. an den Generalkonsul von Südkorea, der für uns eine prachtvolle und aufwändig inszenierte Fashion Show mit traditionellen Hanboks organisiert, auf die wir uns schon sehr freuen.

Was sollte in Hamburg so bleiben wie es ist?

Kiehn: Hamburg hat eine erfrischende Vielfalt und mit dem hanseatischem Flair, der Alster, dem Hafen und viel Natur ein lebenswertes Umfeld. Die Balance zwischen wachsender Stadt und attraktivem, naturverbundenem Standort, sollte auf jeden Fall erhalten bleiben.

Staske: Was ich fantastisch finde ist, dass theoretisch jedes Kind – unabhängig von Hautfarbe oder Bildungshintergrund – von der Krippe bis zum Abitur und noch weiter in unserem System einen Platz hat. Allerdings scheitert es immer wieder fundamental weil Details nicht bedacht werden.

Was sollte sich ändern?

Staske: Ich bin seit 14 Jahren aktiv verantwortlich in diversen Gremien der Elternarbeit tätig. Was ich dort gesehen habe sprengt jegliche Vorstellungskraft. Kinder, die von Mitschülern krankenhausreif geschlagen und gemobbt werden und die Schulbehörde sagt dazu würden immer zwei gehören; Schüler, die von Lehrern schikaniert werden und die Schulleitung hat keine Handhabe; hochintelligente Syrer werden nicht zum Abitur zugelassen, da sie nicht 4 Jahre in einer zweiten Fremdsprache unterrichtet wurden aber perfekt Arabisch, Englisch und Deutsch sprechen … Ich würde mir wünschen, dass die Politiker erst einmal in die Kitas und Schulen hinein schauen, bevor neue Reformen das Hamburger Bildungssystem erschüttern, die Schulbehörde sich ernsthaft mit den Eltern und Schülern auseinander setzt und das nötige Geld auch wirklich in die Bildung gesteckt wird!

Kiehn: Ein klein wenig mehr Offenheit und Begeisterung würde manchmal ganz gut tun. Das gilt auch in Hinblick auf die Universität und das noch nicht so ausgeprägte Selbstverständnis von Hamburg als Wissenschaftsstandort, der Hamburg definitiv ist.

Wo entspannen Sie am liebsten in Hamburg?

Kiehn: Ich habe leider kaum Freiräume zum Entspannen. Ich genieße aber die Momente nach einem Projekt, wenn alle Arbeit getan ist und alle Teilnehmer gegangen sind. Dann sitze ich gerne einen Augenblick für mich alleine und lasse alles nochmal in Ruhe auf mich wirken. Häufig mit einem Lächeln im Gesicht.

Staske: Ich liebe Wasser! Daher muss ich ab und zu an die Elbe – das ist einfach näher als Nord- und Ostsee – egal ob in der Speicherstadt, der Hafencity oder am Hafen. Wenn Zeit ist am liebsten mit der HADAG Fähre nach Oevelgönne und mit lieben Menschen am Elbstrand spazieren gehen.

Ihr Lieblingsschnack, Lebensmotto oder Lieblingszitat?

Staske: Das ist schwer, es gibt so unfassbar viele kluge Sprüche meiner Großmutter, die leider alle wahr sind. Aber mein Motto ist „erstmal selber besser machen“ – das ewige Schlechtmachen und Kritisieren geht mir so auf die Nerven es wird Zeit sich mal selbst an die eigene Nase zu fassen!

Kiehn: „Nicht meckern, sondern machen“ entspricht ja etwa dem Motto von Evelyn. Ansonsten muss ich bei Sprüchen wie „Optimisten mangelt es an Informationen“ schmunzeln.

 

Zur Person:

Kai Kiehn ist Diplom Wirtschaftsingenieur und Absolvent der Universität Hamburg, der TU Hamburg-Harburg und der HAW Hamburg. 2011 hat er in Kooperation mit der Universität den offiziellen Alumni Verein gegründet, dessen Vorsitzender er bis heute ist. Mit dem Verein schafft er ein lebendiges Netzwerk und baut Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen Hamburg und der Welt und zwischen Menschen. Heute ist der Verein eines der aktivsten Alumni Netzwerke in Deutschland mit Standorten in der ganzen Welt.

Evelyn Staske ist Diplom Kauffrau und Absolventin der Universität. Als gebürtige Hamburgerin kommt sie nach beruflichen Stippvisiten in den USA sowie allen Europäischen Hauptstädten gern in diese Stadt zurück. Als Mutter von vier Kindern arbeitet sie mittlerweile freiberuflich als Beraterin und organisiert derzeit die große Wissenschaftsgala für die Universität Hamburg.

 

Foto: © Alumni Universität Hamburg e.V.

 

28. Oktober 2016 von Redaktion

Kategorien: Hamburg feiert, Stadtliebe

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