Angela Braasch-Eggert ist für sechs Jahre zur Präsidenten des Weltverbandes der Jugendherbergen gewählt worden.

Die Jugendherbergs-Präsidentin schnackt hamburgisch

Eine „Herbergsmutter“ ist Angela Braasch-Eggert nie gewesen. Und als „Mutter“ aller Jugendherbergen fühlt sie sich auch nicht, obwohl sie Anfang August 2014 in Bangkok zur Präsidentin des Weltverbandes der Jugendherbergen gewählt worden ist. Zumal es dann aus dieser Sicht wohl auch „große Urmutter“ heißen müsste, da die Hamburgerin nunmehr an der Spitze von 70 Verbänden steht, auf die sich wiederum rund 4000 Jugendherbergen verteilen.

Dass es zu der Bezeichnung „Herbergsmutter“, „Herbergsvater“ oder „Herbergseltern“ dann in anderen Sprachen auch kein Äquivalent gibt, dürfte bei Vorstandssitzungen zu Irritationen führen. Anderseits hat Angela Braasch-Eggert nun sechs Jahre Zeit für weltweite Veränderungen. Aber bei dem Vorschlag, in dieser Zeit doch „Herbergseltern“ als Sprachregelung einzuführen und sich dabei an dem Begriff „Kindergarten“ zu orientieren, welcher im Englischen mangels Alternative verwendet wird, lacht die 65-Jährige. Keine Frage: Für die neue Präsidentin haben andere Aufgaben Priorität.

Die Häuser sollen die jeweiligen Länder widerspiegeln

70 Verbände, das heißt 70 unterschiedliche Vorstellungen von dem, was Jugendherbergen sein sollen und zu bieten haben, unter ein Dach zu bekommen. Denn eine Jugendherberge in Dubai – oder demnächst in Bahrain – kann nicht so sein, wie man sie aus Deutschland kennt. Doch dass die Häuser in den jeweiligen Ländern auch deren Kultur und Lebensart widerspiegeln, sei gewünscht, sagt Angela Braasch-Eggert. „Uns geht es um Standards wie Sauberkeit und Sicherheit, die erfüllt werden müssen.“

Natürlich, das klingt dann wieder typisch deutsch, aber schließlich ist die Jugendherberge ja auch eine „deutsche Erfindung“. 1914 wurde in der Burg Altena im Sauerland das erste Haus eröffnet. Heute gibt es hierzulande 520 Jugendherbergen, womit Deutschland dann auch der größte Landesverband innerhalb des Weltverbandes ist. Das heißt aber nicht, dass nun alles „Made in Germany“ werden muss. „Wir können hier bei uns sicherlich versuchen, mehr Gemütlichkeit für Backpacker zu verwirklichen, wie es in anderen Ländern der Fall ist“, räumt Angela Braasch-Eggert vielmehr ein.

Besondere Erfahrungen in Bolivien

Sie selbst habe 1965 in Kassel während einer Reise mit ihrem damaligen Sportverein zum ersten Mal in einer Jugendherberge übernachtet. Den Gedanken freilich, einmal Präsidentin des Weltverbandes werden zu wollen, erinnert sich die stellvertretende Bezirksamtsleiterin von Bergedorf, den habe sie damals nicht gehabt.

Selbst heute noch übernachtet sie aufgrund ihrer Tätigkeit in Jugendherbergen – auch vor Kurzem in Ratzeburg. Besonders erinnert sich Angela Braasch-Eggert an Bolivien, dort war sie auf der Sonneninsel im Lago Titicaca. „Der Herbergsvater sah aus wie ein Nachfahre des Inkakönigs“, erzählt Angela Braasch-Eggert von der Reise und lacht. „Und da es dort keine Heizungen gibt und man sich auf rund 4000 Metern Höhe befindet, wird es nachts natürlich sehr kalt.”

Eine Jugendherberge in Deutschland ohne Heizung scheint dagegen undenkbar. In Bolivien ist das so. Und es klingt irgendwie urgemütlich.

Autor: Markus Tischler

8. September 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg reist, Lebensfreude

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