Gruendungsgruppe Regionalwert AG Hamburg

B-Lounge: Regionales Netzwerk vom Acker bis zum Teller

Neue Chancen für Landwirte, Gastronomen und Lebensmittelhändler

Viele Verbraucher bevorzugen regionale Produkte. Aber die Produktion kommt kaum nach. Die Regionalwert AG Hamburg will das nun ändern.

Gutes Gemüse, köstlicher Käse, gutes Fleisch, schmackhafte Milchprodukte – und zwar von hier, aus der Region rund um Hamburg. Das suchen die Verbraucher.

Gerade für kleinere Gastronomie-Betriebe, Weiterverarbeiter und Händler ergeben sich dadurch attraktive Nischen. Wenn dann nicht doch vornehmlich Obst aus Spanien und Fleisch aus Übersee in den Regalen und auf den Tellern landen.

Als Partnerbetrieb der Regionalwert AG Hamburg kann das gelingen. Denn die Regionalwert AG Hamburg bringt nicht einfach nur das Eigenkapital ihrer Bürger-Aktionäre mit. Sondern sie will damit einen regionalen Verbund aufbauen, in dem alle profitieren. Vom Acker bis zum Teller, vom Landwirt bis zum Händler, vom Weiterverarbeiter bis zum Kunden und Aktionär.

Neue Kunden, neue Vermarktungsmöglichkeiten – und Eigenkapital

Wie das geht? Indem sie die Interessen gleichrichtet Die Regionalwert AG Hamburg beteiligt sich an Betrieben entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Erhält ein Betrieb eine Investition, verpflichtet er sich gleichzeitig auf ökologische und soziale Kriterien. Und dazu, möglichst eng mit den anderen Betrieben des Netzwerks zusammenzuarbeiten. Zum Beispiel: Milch und Käse bei der Regionalwert-Molkerei zu kaufen oder Gemüse beim Regionalwert-Bauern.

Dass das funktioniert, beweist die Regionalwert AG Freiburg seit 2006. Gegründet und geleitet vom Bio-Bauern und Gärtnermeister Christian Hiß, hat sie in den letzten Jahren einen echten Wertschöpfungsverbund aufgebaut. Die Einzelhändler kaufen direkt bei den Landwirten ein. Oder beim regionalen Großhändler, an dem die Regionalwert AG Freiburg ebenfalls einen Anteil hat.

So bleibt die Wertschöpfung in der Region, und selbständige Betriebe bekommen wieder eine Chance. Und zwar eine sehr gute, denn die Aktionäre der Regionalwert AG – Bürgerinnen und Bürger der Region – haben ebenfalls ein großes Interesse daran, bei den eigenen Händlern einzukaufen oder in eigenen Gaststätten zu essen. Denn sie wissen: Hier gibt es echte, gute regionale Produkte. Und die fragen sie gezielt nach, wie die Erfahrungen aus Freiburg deutlich zeigen.

Dazu kommt: Das Eigenkapital, das die Unternehmerin oder der Unternehmer erhält, soll möglichst langfristig im Betrieb bleiben. Anders als Darlehen ist es gewinn- und verlustbeteiligt. Das heißt: Hat ein Betrieb mal ein schlechtes Jahr, kann die Regionalwert AG das mittragen. Anders als bei klassischen Darlehen fallen weder Zinsen oder Tilgungen noch Rückzahlungen an. Ab Ende 2014 soll es neue Aktien geben, voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2015 will die Regionalwert AG Hamburg dann investieren.

Investitionen ab sofort anfragen

Wie kommt ein Betrieb zu einer Investition? Zunächst reicht er einen Investitions-Steckbrief ein, die Vorlage ist auf Anfrage erhältlich. Auf einer bis zwei Seiten stellt er dar, wofür er die Investition braucht – und ob er gut zum Netzwerk passt. Damit kann die Unternehmerin oder der Unternehmer sofort loslegen, denn parallel zur Aktienausgabe möchte die Regionalwert AG Hamburg den Aktionären zeigen, wo sie deren Geld investieren will.

Der Vorstand der Regionalwert AG Hamburg sieht sich anschließend den Steckbrief an und entscheidet, ob man gemeinsam die nächsten Schritte macht. Das Ziel: ein Businessplan als handfeste Grundlage der Investition. Zahlreiche Anfragen liegen bereits vor. Denn: die Zukunft heißt Kooperation statt Konkurrenz und Kostendruck.

Autor: Ulf Schönheim

Über den Autor:

Ulf Schönheim, 42, ist Vorstand der Regionalwert AG Hamburg.
Vorher war er zwölf Jahre in der Finanzbranche tätig. Seine Arbeit wurde mehrfahr für die beste Kommunikation der Branche ausgezeichnet. Er stammt aus Schleswig-Holstein und lebt heute mit seinen zwei Töchtern in der Winsener Elbmarsch. 2011 hat er Hamburger Regionalwaren gegründet. Im Rahmen der Regionalwert AG soll das bislang rein internetbasierte Unternehmen zu einem Ladengeschäft ausgebaut werden.

14. August 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg rechnet, Unternehmenslust

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