Der Herr der Playmo-Welten

Oliver Schaffer wird nicht müde, immer neue Playmobilwelten auszutüfteln. Im Freilichtmuseum am Kiekeberg zeigt er bis zum 25. Februar 2018 seine bisher größte Schau und seine erste im Hamburger Umland.

Endlich kann Oliver Schaffer einmal aus dem Vollen schöpfen. Die doppelgeschössige Ausstellungshalle im Freilichtmuseum am Kiekeberg, die der leidenschaftliche Playmobil-Sammler dort zur Verfügung hat, reicht für drei ganz unterschiedliche Themenwelten: die Geschichte der Menschheit, Alltagswelten und einen Ausflug ins Land der Fantasie. Es ist Schaffers 28. Ausstellung, die größte, die er je gemacht hat, und endlich ganz nah bei Hamburg, dass auch alle Kollegen und Freunde einmal erleben können, was Schaffer so in seiner Freizeit macht.

Schaukästen voller Geschichten

Oliver Schaffer entwickelt komplexe Dioramen zu ganz unterschiedlichen Themen. Auf den ersten, zweiten, dritten Blick kann man immer noch Neues entdecken. Detail für Detail sorgfältig arrangiert, erzählt Schaffer pralle Geschichten, über Dinosaurier, über das Leben in der Steinzeit, im alten Ägypten, bei den Römern, in einer Stadt um 1900, rund um Indianer und Cowboys im Wilden Westen und in einer Raumstation der NASA. In Schaffers Ausstellung geht es nicht nur historisch zu. Vom Blumenshop bis zum Zoo hat Playmobil eine Vielzahl von Alltagswelten im Programm. Passend zu Norddeutschland hat sich Schaffer für ein Küstenpanorama entschieden: mit Kreuzfahrtterminal, Flughafen, Hotel, Badestrand und Küstenwache. Am liebsten aber sind ihm seine Fantasiewelten vom Prinzessinnenschloss bis zum Drachenland.

 

Mit einem Zirkus fing es an

Lange hatte Schaffer seine Sammlung auf dem Dachboden seines Elternhauses in Kiel gelagert. Er war drei Jahre alt, als er seinen ersten Raubtierwagen bekam. Liebend gern hat er als Kind Zirkusprogramme entwickelt, mit Vater und Mutter als Zuschauer, die gelegentlich bei seinen Aufführungen auch eingeschlafen sind, wie er freimütig erzählt. Zirkusdirektor ist er nicht geworden. Stattdessen studierte Schaffer in Hamburg, ging als Musicaldarsteller mit Kreuzfahrtschiffen auf Tour und gastierte an vielen Bühnen. Inzwischen arbeitet er als Casting-Supervisor für die Kulturprogramme an Bord der Aida-Schiffe.

 

Eine Einladung in den Louvre

2004, zum dreißigsten Jubiläum von Playmobil, stellte Schaffer zum ersten Mal aus, 2009 zeigte er einen Teil seiner Sammlung im Pariser Musée des Arts décoratifs im Westflügel des Louvre. Seine eigene Jubiläumsschau, die dreißigste, ist für nächstes Jahr im Maximilianmuseum in Hamm geplant, zwei weitere laufen jetzt parallel in Chemnitz und Koblenz. Etwa 3,5 Millionen Menschen haben bisher Teile seiner Sammlung gesehen.

 

Die größte Sammlung der Welt

Oliver Schaffer hat eine Etage in einem alten Speicher im Harburger Binnenhafen gemietet. Von den 200 Quadratmetern Fläche bewohnt er einen kleinen Teil, der große Rest ist Playmobil-Lager und Werkstatt. Er besitzt mit etwa 20 000 Figuren und 100 000 Einzelteilen die größte Sammlung der Welt. Die könnte er dort gar nicht komplett unterbringen. Aber das ist kein Problem, denn meistens stellt er an mehreren Orten gleichzeitig aus – mit immer neuen Ideen für neue Arrangements, Figur um Figur liebevoll in Szene gesetzt.

 

Autorin: Herdis Pabst
Titelfoto: Oliver Schaffer © Susanne Dupont
Foto: Playmowelt Rom © Oliver Schaffer
Foto: Stadt um 1900 © Oliver Schaffer
Foto: Weihnachtsmarkt-Parade © Oliver Schaffer

15. November 2017 von Redaktion

Kategorien: Hamburg künstlert, Kulturgenuss

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