Apps aus Hamburg: das Navi für den Mittagstisch

Burger, Salat, Brötchen? In der Mittagspause muss es schnell gehen und möglichst günstig sein. Abwechslung und Gesundheit bleiben oft auf der Strecke. Die Hamburger Mark Witt und Julian Brott halten mit ihrem Start-Up LunchNow die Lösung parat.

Was erhalte ich mit LunchNow?

Julian Brott: Ganz knapp zusammengefasst: LunchNow ist eine kostenfreie App, mit der sich Mittagstische in der Umgebung einfach finden lassen, nach ganz individuellen Bedürfnissen.

Wie funktioniert es genau?

Mark Witt: Es ist eigentlich ganz einfach. Die meisten Berufstätigen kennen ja die Thematik: Man hat Mittagspause, Hunger, wenig Zeit und geht immer in die gleichen zwei drei Läden oder holt sich ein schnödes Brötchen und isst am Platz. Dabei isst ja gerade der Deutsche gerne etwas Warmes am Mittag, und es muss ja gar nicht teuer sein. Da setzt LunchNow an: mit der App finden sich alle Angebote in der Umgebung, gefiltert und sortiert nach individuellen Wünschen: Asiatisch, Mexikanisch, Vegetarisch, kann man mit Karte zahlen, ist es barrierefrei, gibt es einen Außenbereich?

Woher kam die Idee für die App?

Julian Brott: Aus der eigenen Situation heraus zu Unizeiten. Irgendwann hat man keine Lust mehr auf die Mensa oder den Italiener um die Ecke. Es gab unzählige, gute Alternativen, aber alle auf einen Blick, tagesaktuell… das konnte ich nirgends finden. Und als wir im Informatik-Studium ein App-Projekt hatten, habe ich mich der Sache einmal angenommen.

Und wie fanden Sie zu einander?

Mark Witt:  Julian ist der Sohn meines langjährigen Steuerberaters und erzählte mir von diesem Projekt. Ich konnte gar nicht glauben, dass es das für das Thema Lunch noch gar nicht gibt, schließen kennen wir alles dieses Dilemma: wo geh ich heute hin, ich kenne mich nicht aus, wo gibt es was, möglichst schnell, dennoch mal ein paar Varietäten. Allerlei Seiten zu vergleichen kostet ja nur unnötig Zeit und ist nicht wirklich übersichtlich.

Sie sind also beide ursprünglich nicht aus dem Gastro-Bereich?

Mark Witt: Nein gar nicht. Julian steckte noch im Studium, ich selbst komme aus der Unternehmensberatung.

Warum wurde die App auch für Hamburgs Gastronomen interessant?

Wir kennen viele Gastronomen hier aus Hamburg. Deren Bedürfnisse haben wir in der gesamten Entwicklungsphase immer berücksichtigt und auf deren Rat haben wir im Entwicklungsprozess auch bewusst gehört. Auch für sie ist LunchNow eine Vereinfachung für ihr Mittagstischgeschäft: Planung, Organisation, Werbung – insgesamt ein richtiger Booster für den Mittagstisch

Hamburg ist für Sie der Startmarkt?

Julian Brott: Die Hamburger sind offen für Neues und probieren vieles aus, auch die Kaufkraft ist vorhanden. Außerdem sind wir beide Hamburger, haben unseren Lebensmittelpunkt hier, sind gut vernetzt und wollen den Hamburgerinnen und Hamburgern einfach etwas Gutes bieten.

Wie erfolgreich ist die App?

Mark Witt: Sehr! Wir starteten Anfang des Jahres mit den beiden Apps – für Android und iOS -, konnten bislang schon knapp 300 Partnerrestaurants in Hamburg gewinnen und verzeichnen derzeit eine Menge App-Downloads. Auf die Seite bekommen wir auch täglich mehr Klicks. Es läuft also wirklich gut. Dennoch wollen wir natürlich weiter wachsen – Stillstand ist immer schlecht.

So etwas kommt nicht von ungefähr. Wie war bzw. ist Ihre Strategie?

Julian Brott: Hamburg ist unser Startmarkt, als nächstes steht Frankfurt am Main auf dem Plan, es werden weitere Ballungsräumen folgen. Auch technisch muss LunchNow natürlich steht‘s auf dem neusten Stand sein, es gibt immer wieder Innovationen, und wir probieren auch viele Dinge aus. Davon wird nicht immer alles gleich funktionieren, aber man kann sich ja nicht auf ersten Erfolgen ausruhen.

In den letzten Jahren sprossen viele Start-ups wie sprichwörtliche Pilze aus dem Boden. Ein Großteil hat es nicht geschafft. Was braucht es, um langfristig Erfolg zu haben?

Mark Witt: Auch wenn wir in einer schnelllebigen Zeit leben und gerade im Online-Bereich das Neue von heute schon morgen ein alter Hut ist, gilt trotzdem: Rom wurde nicht an einem Tag erbaut. Wir wollen und werden wachsen, wir haben ein gutes Team aufgebaut und realistische Pläne, die wir peu à peu umsetzen. Höhenflüge sind aber nie förderlich. Eine gute Idee ist immer das Fundament, eine gesunde Planung – dazu gehört auch ganz klar der Businessplan und eine solide Finanzierung – entscheidet am Ende über Erfolg oder Misserfolg.

So ein Start-Up bedeutet viel Arbeit. Wie und wo finden Sie Ihren Ausgleich?

Julian: Sport ist eine großartige Möglichkeit, sich auch mal woanders abzureagieren und die Programmierarbeit hinter sich zu lassen. Aber auch wenn es natürlich mit viel Arbeit verbunden ist, macht LunchNow auch sehr viel Spaß, man lernt viele unterschiedliche Leute und natürlich viele neue Restaurants kennen – ich muss definitiv mehr auf meine Linie achten mittlerweile.

Mark: Es bereitet ja auch Freude, zu sehen, dass etwas funktioniert, woran man von Anfang an geglaubt hat. Wir haben ein junges Team und jeder bringt sich bestmöglich ein. Man lernt nie aus; das hält auch persönlich frisch.

Haben Sie eine persönliche Empfehlung für den Mittag?

(Julian) Ich habe ja Most Wanted Burger in Eimsbüttel für mich entdeckt, großartig! (Mark) Haben Sie schon mal das Schnitzel im Blockbräu probiert? Sensationell.
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Dank und Foto: Für diesen Frische-Kick zur Mittagszeit danken wie herzlich Maria Baufeld, Frohe Botschaft PR, der auch das frühlingsfrische Foto an der Außenalster zu verdanken ist (links im Bild Mark Witt, rechts Julian Brott).

 

5. April 2017 von Redaktion

Kategorien: Hamburg teilt, Unternehmenslust

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