Mein Hamburg: Sabine Sternberg

Aus Liebe zur Stadt: Hamburgs Brücken

Sabine Sternberg leidenschaftliche Bloggerin. Eines ihrer Themen sind Brücken – und davon gibt es in Hamburg reichlich.

Über wie viele Brücken in Hamburg muss man gegangen sein, um auf die Idee zu kommen, einen Blog eben über diese Brücken zu veröffentlichen? Vielleicht sieben, analog zu dem von Peter Maffay neu arrangierten Lied der DDR-Gruppe Karat? Obwohl, da geht es ja eher um Herzschmerz und nicht um Historie. Also einhundert? Oder mehr?

Sabine Sternberg kann nicht sagen, über wie viele Brücken sie schon gegangen ist, bevor sie ihren Blog im September 2011 gestartet hat. Aber: „Hamburg ist das ‚Tor zur Welt‘ und Brücken verbinden. Verbinden Menschen, Herzen, überqueren Seen, Kanäle, Meere, Bäche, Straßen. Und gerade Brücken sind es, die mich immer wieder inspirieren.“

Die Speicherstadt – ein Muss für Brücken-Fans

Treffpunkt Speicherstadt, einem Stück Hamburg, wo man vor lauter Brücken auch schon mal eine davon übersehen kann. „Ehrlich, ich habe gedacht, dass ich hier schon alle Brücken fotografiert habe“, gesteht die 50-Jährige bei der Begrüßung: „Aber während ich auf Sie gewartet habe, ist mir aufgefallen, dass die Wandrahmsfleetbrücke nicht dabei ist.“

Brücken: Zollernbrücke

Die Zollernbrücke wurde 1633 erbaut und ist die älteste noch erhaltene Brücke in Hamburg

2497 Brücken soll es zurzeit in Hamburg geben. Inklusive der Wandrahmsfleetbrücke hat Sabine Sternberg, die in einem Großunternehmen als Assistentin der Geschäftsführung arbeitet, knapp 250 davon fotografiert und deren jeweilige Geschichte erzählt. Mal ausführlich und mal weniger ausführlich. Bei den zehn Landungsbrücken würde sich die Geschichte vermutlich auch wiederholen. Wobei das eigentlich Interessante ist, dass Brücke Nummer 8 gar nicht mehr existiert, da diese offenbar im Krieg zerstört und danach nicht wieder aufgebaut worden ist.

„Farbige“ Brücken in Billbrook

In Billbrook dagegen finden sich eine Blaue Brücke, eine Grüne Brücke oder auch eine Rote Brücke, was irgendwie dann doch recht einfallslos klingt. Sechs „farbige“ Brücken sind es insgesamt, und warum dem so ist, dafür gibt es zwei Erklärungen. Die eine lautet: Die Namen sollten in diesem Industriegebiet vor allem fremdsprachigen Arbeitern die Orientierung erleichtern. Die andere ist: Die Brücken wurden schon sehr viel früher so benannt, wie aus Karten aus dem 18. Jahrhundert zu entnehmen ist. So gesehen ist Erklärung Nummer eins also falsch.

Unterwegs in unbekannten Gegenden

Aber genau das ist es, was Sabine Sternberg reizt: Die Geschichten hinter den Bauwerken zu recherchieren. Ob sie alle Brücken in der Hansestadt beschreiben wird, bezweifelt die leidenschaftliche Bloggerin allerdings, obwohl sie mittlerweile von Lesern und Leserinnen immer wieder Fotos und Hinweise erhält. Doch diese Unterstützung werde sie nicht davon abhalten, weiter durch Hamburg zu streifen. „Das ist ja so schön daran: Ich bin plötzlich in Gegenden unterwegs, wo ich sonst eigentlich nicht hinkomme.“

Brücken: Die Landungsbrücken

Die Landungsbrücken

Vielleicht wird es vielen anderen Menschen bald auch so gehen, denn auf der App von AudioguideMe hat Sabine Sternberg bereits einhundert ihrer Brücken besprochen. Über die Veröffentlichung eines E-Books denkt sie nach. An Erzählstoff wird es ihr nicht mangeln. Brücken sind schließlich reichlich vorhanden.

Autor und Fotos: Markus Tischler
Header-Foto: Sabine Sternberg betreibt seit 2011 einen Blog über Hamburgs Brücken

26. Juni 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg publiziert, Wissensdurst

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