Nullmeridian

Altonaer Meridian: Es war doch einmal Dänemark

Am S-Bahnhof Königstraße liegt einem ein Stück Geschichte wortwörtlich zu Füßen. Ein Bronzeband im Boden markiert den Altonaer Nullmeridian.

In den eingravierten Buchstaben hat sich hier und da ein wenig Dreck festgesetzt. Ein paar Zentimeter entfernt von dem im Boden eingelassenen Bronzeband liegt ein Zigarettenstummel. Der Himmel ist bewölkt, und der Ausgang des S-Bahnhofs Königstraße gehört vermutlich zu den Sehenswürdigkeiten in Hamburg, die man sich weniger gerne ansieht.

Doch dieses Bronzeband am Boden, da macht die Gegenwart der Geschichte Platz. „Altonaer Meridian 0 s 30‘ 25“ östlich Paris“ steht dort geschrieben. Willkommen in Dänemark – oder besser: Willkommen auf dem früheren Hoheitsgebiet Dänemarks.

Denn Altona, das 2014 sein 350-jähriges Jubiläum feierte, war lange Zeit Teil unseres nördlichen Nachbarlandes. Was es mit dem „Nullmeridian“ auf sich hat, ist der Gedenktafel am genannten Bahnhofsausgang zu entnehmen. Auf dieser ist zu lesen, dass Heinrich Christian Schumacher, Geodät sowie Professor für Astronomie an der Universität Kopenhagen, 1815 „die Gradmessung und Triangulation des dänischen Gesamtstaates und die topographische Aufnahme von Holstein, Hamburg und Lauenburg“ vorgenommen hat.

1821 gründete Heinrich Christian Schumacher dann die Altonaer Sternwarte. Diese existierte bis 1870. An dem ehemaligen Standort an der Straße Palmaille befindet sich nunmehr das Bundesforschungsinstitut für Seefischerei. Heinrich Christian Schumacher, der 1850 starb, wurde auf dem früheren Heilig-Geist-Kirchhof beerdigt.

Heute befindet sich hier der neu gestaltete Schleepark. Grabsteine und- bauten früherer wichtiger Altonaer Familien wie jener von Heinrich Christian Schumacher blieben allerdings erhalten und stehen nur wenige Meter vom „Altonaer Meridian“ am S-Bahnhof Königstraße entfernt.

Autor: Markus Tischler
Bildbeschreibung Titelfoto: Bodenschatz am S-Bahnhof Königstraße: Der mit einem Bronzeband markierte Nullmeridian.

27. Februar 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg erinnert, Stadtliebe

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