Zimmerwetter

„Zimmerwetter“ und Orchideen-Freunde

Es gibt viele Möglichkeiten, ehrenamtlich tätig zu werden. Zum Beispiel als „Zimmerwetterprofi“. Die Aktivoli-Messe bietet einen Überblick.

Dicke Luft in Klassenzimmern ist eher die Regel als die Ausnahme. Nicht, weil Schüler untereinander streiten oder mit nicht mit der Lehrerin oder dem Lehrer können. Dicke Luft herrscht auch, weil es in Sachen Luftzufuhr oft nicht stimmt. Für Aufklärung sorgt die Initiative „Zimmerwetter“. Und Anna Lütje gehört zu jenen, die frischen Wind in die Schulen bringen wollen. Ehrenamtlich.

Auf der Aktivoli-Messe am 1. Februar in der Hamburger Handelskammer gehört „Zimmerwetter“ zu jenen Projekten, die sich vorstellen und neue Helfer finden möchten. HAMBURG schnackt! sprach vor der Veranstaltung mit Vertretern von Vereinen und Initiativen.

„Zimmerwetter“ sorgt für frische Luft

Das Projekt „Zimmerwetter“ beschäftigt sich mit dem Raumklima. Die Umweltingenieurin Anna Lütje ist daher in Schulen unterwegs, um Lehrern und Schülern die Bedeutung einer richtigen Luftzufuhr zu erklären.

Frau Lütje, wie sind Sie auf „Zimmerwetter“ aufmerksam geworden und seit wann sind Sie ehrenamtlich tätig?

„Ich bin erst seit November 2014 dabei und über ‚grüne Internetplattformen‘ darauf gestoßen. Nach der Teilnahme am Seminar zum Zimmerwetterprofi bin ich von diesem Projekt überzeugt.“

Wie viele Klassen betreuen Sie in Hamburg und wie groß ist das Interesse der Schulen an diesem Projekt?

„Wir betreuen im Großraum Hamburg pro Heizsaison von Oktober bis März etwa 30 Schulklassen. Inzwischen gibt es viele ‚Wiederholungstäter‘. Unter dem Motto: ‚Ingenieure erklären das ‚Zimmerwetter‘ betreuen ehrenamtlich jeweils zwei Personen – mit einem beruflichen Hintergrund eines Ingenieurs, Architekten oder Energieberaters – eine Schulklasse beziehungsweise Zimmerwetter-Unterrichtseinheit über vier Schulstunden.“

Und wie schaut zum Beispiel ein Experiment aus?

„Ein Experiment befasst sich mit dem CO2-Gehalt im Klassenzimmer, dabei messen die Schüler in der Nähe eines Fensters, das nach bestimmten Zeiten geschlossen, gekippt und ganz geöffnet wird.

Daran knüpft sich der Nebelversuch an, der die ‚Luft‘ mit Hilfe einer Nebelmaschine sichtbar und damit begreifbar macht. Die Schüler können die Bewegung der Luft im Klassenzimmer beobachten und sehen, welche Lüftungsvariante am effektivsten ist, nämlich die Querlüftung.“

Auch Orchideen brauchen Freunde

Heinz J. Plezia weiß, wie Orchideen gepflegt werden müssen. Er ist 1. Vorsitzender des Vereins Hamburger Orchideen-Freunde.

Herr Plezia, wie lange sind Sie schon ehrenamtlich tätig und woher rührt das Interesse gerade für dieses Gebiet?

„Meine ehrenamtliche Tätigkeit begann 1998 mit der Gründung des Arbeitskreises Heimische Orchideen Hamburg in Eisenach. Begonnen hat mein Interesse an Orchideen mit der ersten geschenkten Fensterbank-Orchidee 1990 von einem Freund.

Das Interesse an heimischen Orchideen, was schließlich 1998 zu der Gründung des AHO Hamburg führte, wurde bei einem Ausflug in den Kisdorferwohld geweckt.“

Wie genau schaut ihre ehrenamtliche Arbeit aus?

„Unsere ehrenamtliche Arbeit besteht hauptsächlich im Finden neuer Orchideenstandorte außerhalb von Naturschutzgebieten. Die Kartierung und Zählung der Orchideen auf Hamburger Gebiet. Ein Orchideen-Monitoring in der Boberger Niederung über einen längeren Zeitraum. Öffentlichkeitsarbeit, um auf die Bedrohung der hier wachsenden Orchideen und deren Schutz aufmerksam zu machen.

Alle Orchideen stehen unter besonderem Schutz und dürfen weder gepflückt oder von ihrem Wuchsort entfernt werden.“

Die Jugend hilft dem Wald

Der Verein Deutsche Waldjugend steht für Abenteuer und Natureinsätze. Ines Möller ist Geschäftsführerin.

Frau Möller, was hat Sie bewogen, beim Verein Deutsche Waldjugend tätig zu werden?

„Schon immer habe ich mich für die Natur und im Speziellen den Wald interessiert. Außerdem arbeite ich gerne mit Gleichgesinnten zusammen. Der praktische Naturschutz spielt auch eine Rolle und ist mir dabei wichtiger als politische Einflussnahme.

Bei der Waldjugend findet man all diese Themen und kann sich mit seinen individuellen Stärken einbringen. Ich bin nun seit 22 Jahren ehrenamtlich dabei.“

Wie gestaltet sich ihre Arbeit?

„Ich bin Gruppenleiterin, Geschäftsführerin, Netzwerkerin. Das bedeutet, dass ich Gruppenstunden plane und durchführe, Kontaktperson gegenüber Behörden und Institutionen bin, Anfragen von Interessierten beantworte, Kontakte zu anderen Verbänden aufbaue und pflege.“

Hinweis der Redaktion: Interview zum Aktivoli-Marktplatz.

Autor: Markus Tischler
Bildbeschreibung Titelfoto: Schüler lernen, wie man ein Klassenzimmer gut lüftet.

29. Januar 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg hilft, Tatkraft

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