Delf Ness

stilwerk-Berater Delf Ness: „Ständig Unruhe in mir“ 

Delf Ness ist Unternehmensberater. Das stilwerk gehört zu seinen Kunden. Neben dem Job ist der Hockey-Sport seine zweite Leidenschaft.

Wenn Delf Ness von seiner Arbeit erzählt, ist er kaum zu stoppen. Er kommt gerade aus der Filiale des stilwerks in Wien. Eine ganz besondere Art hätten sie dort. Der Unternehmensberater spricht mit der Begeisterung eines großen Jungen. „Ich habe ständig eine Unruhe in mir“, sagt Delf Ness.

Er sei ja eigentlich Hockeyspieler. Seit seiner Kindheit ist Delf Ness im DCadA, wie der Der Club an der Alster abgekürzt heißt. Er war Bundesligaspieler, brachte es sogar auf einige Einsätze im Nationalteam. Später trainierte er Jugendmannschaften.

Sein jüngerer Bruder Frederick „Freddy“ Ness war noch erfolgreicher. Er wurde mit der Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes Europameister. Vater Karl Ness stand dem DCadA jahrzehntelang vor. Der Name Ness zählt etwas im Hockey, und nicht nur dem Hamburger.

Für den Sportsmann Delf Ness war nicht der Kampf gegeneinander wichtig, sondern das gemeinsame Erlebnis. Er spricht von der „Hockey-Familie“. Spezielle und sehr pfiffige Typen seien das, die die vielen als elitär geltende Sportart betreiben und die etwas erreichen wollen.

Studium in den USA, Deutschland wurde ihm zu klein

Mit 21 Jahren habe er einen völligen Schnitt gemacht. Auslöser war seine Faszination für das Fernsehen. Weil er in Deutschland Mitte der 1980er Jahre keinen Weg für sich sah, ging er an eine US-Universität, um Fine Arts zu studieren. Hier lernt er nicht nur Technik und Inhalte kennen, sondern auch, wie man das Produkt verkauft.

Zurück in Deutschland produziert Delf Ness zunächst eine Pannen-Show für den Münchner Privatsender Tele 5, beschäftigt sich dann mit Rechtehandel und internationalen Co-Produktionen.

Damals saß er mal mit einem Paramount-Manager, Regisseur Volker Schlöndorff und dem Schauspieler Don Johnson in einer Bar und überzeugte den damaligen US-Star, ein Non-Stop-Format in die USA zu exportieren, das ausschließlich langsame Fische im Aquarium zeigt.

Das kuriose Vorhaben wurde nie verwirklicht. „Menschen und Projekte sind wichtiger als die Karriere“, sagt Delf Ness. Von Anfang an war Kommunikation seine Stärke, leicht sei es ihm gefallen, ein Netzwerk aufzubauen.

Hockeyspieler tummelt sich im Fußballgeschäft

Er habe sich dann selbständig gemacht, viel mit Fußballclubs zusammengearbeitet. Das Problem in der Branche bis heute: „Sponsoring ist oft völlig unstrategisch.“

Was eine Worthülse sein könnte, klingt aus Delf Ness’ Mund klipp und klar. Die Klubs nähmen oft alles, was sich ihnen bietet, statt ihre Marke zu pflegen. Dementsprechend wirr sehe es dann an der Bande und im Stadion aus.

In den Design- und Einrichtungshäusern von stilwerk ist Delf Ness für Strategisches Marketing und Expansion verantwortlich. Außer der 18 Jahre alten Urzelle in Hamburg gibt es mittlerweile vier Filialen in Düsseldorf, Berlin, Dortmund und Wien.

Wichtig sei, dass man vor Ort ist und nicht nur die Center-Manager trifft, sondern auch mit den Mietern spricht. „Ich hole überall Anregungen und gebe sie wieder hinein.“

Viel unterwegs, auch wegen Hilfsprojekt in Südafrika

Bei all seiner Umtriebigkeit empfindet er „keinen Cut“ zwischen Beruflichem und Privatem, die Übergänge seien fließend. Einige seiner Geschäftspartner wurden zu guten Freunden. Und Delf Ness ist verheiratet und hat zwei Kinder im Teenager-Alter.

Auch um denen die Welt zu zeigen, reist die Familie viel, zum Beispiel nach Südafrika. Dort betreut Delf Ness auch sein Hilfsprojekt „Alster Grootbos Hockey Foundation“. Seit fünf Jahren schickt der DCadA Trainer ans Kap, die Kinder unterschiedlicher Hautfarbe gemeinsam unterrichten.

Die jungen Südafrikaner lernen dabei nicht nur, dass sich Leistung lohnt, sondern auch Teamgeist. Delf Ness ist überzeugt: „Sport verbindet die Menschen besser als alles andere auf der Welt.“

Und die Zukunft? „Hamburg ist eine gute Stadt zum Leben“, sagt er nachdenklich, „aber die Vorstellung, hier bis 75 dasselbe zu machen, deprimiert mich.“ Er spricht von Entwicklung, Herausforderungen und dass er sich jung fühle.

Vielleicht tut er sich deshalb schwer mit dem Altern: „Der 50. Geburtstag war schlimm.“ Und vor drei Jahren habe er beinahe ein Auge verloren. Seither spürt er, dass alles jederzeit vorbei sein kann. „Deshalb“, sagt Delf Ness ganz aufgeräumt, „muss man jeden Tag leben.“

Autor: Redaktion
Bildbeschreibung Titelfoto: Tausendsassa Delf Ness: Immer was tun, bloß kein Stillstand.

5. Januar 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg berät, Unternehmenslust

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