Auf Visite im Kinderkrankenhaus: Erico Lampenschirm und Artur Apfelmus haben alles dabei, was Clowns brauchen.

Schmerz beiseite, hier kommen die Clowns!

Lachen ist gesund. Lachen ist die beste Medizin. HAMBURGschnackt! hat zwei Klinik-Clowns in ein Kinderkrankenhaus begleitet.

Der Trick mit den Seifenblasen wirkt immer. Dann fangen sie an zu leuchten, die Augen der kleinen Mädchen und Jungen in den Zimmern des Katholischen Kinderkrankenhauses Wilhelmstift in Rahlstedt. Da können die Clowns Artur Apfelmus und Erico Lampenschirm noch so blöde unter ihren Hüten hervorschauen und Witze machen. Seifenblasen sind einfach nicht zu toppen. Aber wenn Artur Apfelmus und Erico Lampenschirm nicht wüssten, wie sie Kinder auch anders zum Lachen bringen können, dann wären sie bestimmt keine richtigen Clowns.

Und sie wären auch keine richtigen Klinik-Clowns, wenn sie nicht wüssten, dass sie nicht jedes Zimmer mal eben zu ihrer Manege machen können. Ebenso ist ihnen klar, dass ein zu schrilles Outfit womöglich mehr Distanz schafft als Nähe. Deshalb trägt nur einer von beiden die rote und runde Clownsnase.

Die Kinder entscheiden, ob die Clowns eintreten dürfen

„Kleine Kinder sind oft ängstlich oder misstrauisch, wenn Fremde ins Zimmer kommen. Wir versuchen dann, ganz vorsichtig in Kontakt zu kommen“, erklärt Erich Hauptmann, der den Clown Erico Lampenschirm verkörpert. Schwer fällt beiden diese einfühlsame Annäherung nicht. Drei Töchter hat Erich Hauptmann großgezogen, Martin Schneider (Artur Apfelmus) ist Vater von drei Töchtern und einem Sohn.

Vermutlich sind die Erfahrungen mit den eigenen Kindern auch ein Grund, warum beide spüren, wann es Zeit ist zu gehen – oder doch noch einen Witz mehr zu machen. Vielleicht doch zu versuchen, den kleinen Patienten mitzunehmen, ihn einzubinden in den Spaß.

„Letztlich lassen wir natürlich das Kind entscheiden, ob es uns überhaupt sehen will“, sagt Erich Hauptmann. Auch an diesem Tag im Wilhelmstift ist das nicht immer der Fall.

Auf Spaßvisite: Annika Corleis (Nika) und Erich Hauptmann (Erico) heitern den vierjährigen Magnus auf

Auf Spaßvisite: Annika Corleis (Nika) und Erich Hauptmann (Erico) heitern den vierjährigen Magnus auf (Foto: Michaela Kuhn)

Erich Hauptmann und Martin Schneider sind seit fünf Jahren ein Duo und für den Klinik-Clowns Hamburg e.V. unterwegs. Sie waren unter anderem auch schon im UKE oder dem Altonaer Kinderkrankenhaus auf Visite. Man kennt sich, man versteht sich, man neckt sich. Martin Schneider, ausgebildeter Sonderpädagoge und erfahren in der Arbeit mit behinderten Menschen, sorgt mit seiner Ukulele aus Hawaii für die Musik.

„Humu Humu Nuku Nuku Apua’a“ zum Mitsingen

Erich Hauptmann, professioneller Clown, trägt dagegen den Koffer mit den Utensilien, die Clowns für ihre Späße halt so brauchen. Zum Beispiel die weltweit einzige Gießkanne, die Musik machen kann, oder die Nasenflöte.
Meist aber zupft Martin Schneider auf seinem Instrument ein paar Akkorde. Da darf ein ortsübliches Lied natürlich nicht fehlen. „Das heißt Humu Humu Nuku Nuku Apua’a“, erzählt der 60-Jährige einer Familie, die vor dem Ärztezimmer wartet, und fängt an zu singen.

Ein paar Lacher kommen zurück. Für einen Clown kann es vermutlich keinen schöneren Applaus geben. Außer vielleicht, es kommen später Anrufe von Eltern, die sich bedanken wollen. „In einem Fall hat ein Kind drei Tage nicht gesprochen“, erinnert sich Martin Schneider. „Aber als wir aufgetreten sind, hat es wieder angefangen zu reden.“

Für die „Kunststückvorführer und Quatschmacher“ (Martin Schneider) sind dieses ebenfalls bewegende Ereignisse. Besser jedenfalls, als wenn es nachher heißen würde, die Kinder haben vor Lachen nun auch noch Bauchschmerzen bekommen.

Engagement der Klinik-Clowns ausgezeichnet

Dass die Klinik-Clowns mit ihren Auftritten Gutes tun, hat sich herumgesprochen. Im Juni wurde der seit 2002 existierende Verein von der Versicherungsgruppe HanseMerkur mit dem Preis für Kinderschutz ausgezeichnet und erhielt den Hauptpreis in Höhe von 20.000 Euro. Geld für neue Utensilien ist also vorhanden, um kranken Kindern damit ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ansonsten bleibt ja noch der Trick mit den Seifenblasen – und der wirkt immer.

Autor: Markus Tischler
Titelfoto: Markus Tischler / Auf Visite im Kinderkrankenhaus: Erico Lampenschirm und Artur Apfelmus haben alles dabei, was Clowns brauchen.

28. Juli 2014 von Redaktion

Kategorien: Hamburg hilft, Tatkraft

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