Wolfgang Flemming: „Hamburg ist ja fast ideal!“

Mein Hamburg: Wolfgang Flemming

Was lieben Sie an Hamburg – und was nicht? Was bewegt Ihr Leben oder was wollen Sie in Hamburg bewegen? Menschen erzählen über ihre Leidenschaften, Lieblingsorte und ihr Leben in unserer Stadt. Wir fragen Wolfgang Flemming, Feuerwehr-Lehrer und Paternoster-Fan.

Einen „Trümmergucker“ nennt Wolfgang Flemming sich selbst. Schon als Kind reizten ihn alte Schlösser und Ruinen. Archäologe wurde der gebürtige Hamburger trotzdem nicht. Der Oberstudienrat unterrichtet Chemie und Biologie an der Feuerwehrakademie. Doch in seiner Freizeit geht er seiner Leidenschaft für historische Bauten und Technik nach. Besonders haben es ihm Paternoster-Aufzüge angetan: Der 60-Jährige hat ein riesiges Online-Verzeichnis der seltenen Fortbewegungsmittel erstellt (weil die Original-Site derzeit gewartet wird, verlinken wir auf die archivierte Version. Viele Paternoster hat er in Hamburg entdeckt.

Wolfgang Flemming, was muss in Hamburg unbedingt bleiben, wie es ist?

Das Stadtbild ohne Hochhäuser. Nicht wie Frankfurt mit seinen öden Ansammlungen. Da hat Hamburg bisher wirklich dämpfend auf die Hochhausbauerei gewirkt, damit seine Silhouette nicht durch große Bauten gestört wird.

Was sollte sich in Hamburg auf jeden Fall ganz schnell ändern?

Hamburg ist ja fast ideal! Aber die Stadt müsste einen besseren Schienennahverkehr bekommen. Die Straßenbahn abzuschaffen war der größte Fehler. Denn ist für mich das beste urbane Fortbewegungsmittel. Ich genieße es immer, wenn ich in anderen Städten mit der Straßenbahn fahren kann. Vor zwei Jahren war ich mit meiner Frau in Prag und Wien. Als wir vom Laufen wunde Füße hatten, haben wir uns aufs Geratewohl in eine Straßenbahn gesetzt und dabei vieles entdeckt.

Gibt es für Sie einen besonderen Ort, einen Lieblingsplatz in Hamburg?

Zwei völlig gegensätzliche: oben auf dem Stintfang und dann einfach im Hauptbahnhof. Dort stehen und auf die Züge hinunterschauen, vor allem genieße ich dort den schönen großen Raum. Die Halle hat durchaus Charme. An diesen beiden Plätzen kann man einfach gucken.

Schönster Paternoster Hamburgs: Lichthof im Laeisz-Hof
Schönster Paternoster Hamburgs: Lichthof im Laeisz-Hof

Was ist Ihr Lieblingspaternoster in Hamburg?

Einer der schönsten befindet sich im Laeisz-Hof an der Trostbrücke: ein fantastischer Lichthof. Die einzelnen Stockwerke haben Galerien mit schmiedeeisernen Balustraden und Säulen.

Haben Sie ein Lebensmotto, einen Spruch oder Schnack?

Neugierig sein auf die Umwelt. Nicht die eingefahrenen Gleise sehen, sondern Neues entdecken. Das sehe ich auch für den Beruf des Lehrers als Grundvoraussetzung an.

Interview: Hilmar Schulz

4. Mai 2015 von Redaktion

Kategorien: Hamburg entdeckt, Mein Hamburg, Stadtliebe

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