Craftspace: Gute Ideen brauchen Raum

Craftspace könnte man auch so übersetzen: Ein Stadtbewohner möchte seine eigenen Möbel bauen, ganz Hamburg mit veganen Lebensmitteln versorgen oder sein erstes Filmprojekt verwirklichen, aber guter Raum ist teuer!

Freiraum und Ausrüstung für Macher

Craftspace.de ist eine Online-Plattform, auf der man freie Räume und Ausrüstung zu günstigen Konditionen findet. Hier gibt es voll ausgestattete Werkstätten, Produktionsküchen und sogar Filmstudios zum Mieten. Die Plattform richtet sich an Macher und Gründer, die ein tolles Konzept ausprobieren oder einen Prototyp bauen möchten und nur eines wollen: machen einfach machen!

Geschichten vom Gründen

Einfach machen, das wollte auch einer der Gründer von Craftspace, als er sein Food-Startup „Holy Dogs“ ins Leben rief. Doch sein Traum vom Food Truck mit den besten Hot Dogs im Land drohte zu platzen. Weil die Werkstatt fehlte, um den Truck umzubauen und die Produktionsküche, um die Zutaten und Saucen herzustellen. Mit einem schmalen Budget war es undenkbar, selbst eine Küche zu mieten und mit Profi-Geräten auszustatten. Durch viel Improvisationstalent und private Netzwerke gelang es schließlich, das Unternehmen auf die Beine zu stellen. Aber viele Einsteiger haben keinen Zugang zu den informellen Netzwerken der Kreativ-, Gastro- und Handwerksszene.

Zusammenarbeit und Gastfreundschaft

Damit gute Ideen in Zukunft nicht aus Mangel an Raum scheitern, wurde Craftspace erfunden: Hier werden Gründer und Künstler mit Betrieben und Bastlern zusammengebracht, die ihre Räumlichkeiten vermieten. Kreative Macher können unter den Kategorien Food, Craft und Arts nach dem passenden Raum für ihre Idee suchen. Wenn eine Anfrage eingeht, stellt das Craftspace-Team dem Raum-Anbieter erst einmal die Idee vor. Dann wird geklärt, ob der Anbieter sich vorstellen kann, das Projekt in seinen Räumen zu beherbergen. Schließlich bringt Craftspace die Macher und den Vermieter ins Gespräch. Die Vermittlung fördert Zusammenarbeit und Gastfreundschaft: Wer seine Profi-Räume vermietet, ist Experte mit jahrelanger Erfahrung darin, wie man Projekte handwerklich und kreativ am besten angeht. Wenn die Chemie stimmt, können alte Hasen ihr Wissen an die Neueinsteiger weitergeben.

Selbstständig, mobil und flexibel

Mit Craftspace schwappt die Ökonomie des Teilens in das traditionelle Handwerk und die Gastronomie hinein. Das liegt daran, dass sich die Arbeitswelt radikal verändert (hat). Der Bedarf an Platz und Selbstverwirklichung nimmt zu, aber in der Stadt wird es immer enger. Gleichzeitig haben Studierende und Fachkräfte gelernt, dass es nicht darauf ankommt, ein eigenes Büro oder Atelier zu haben. Wer selbstständig arbeitet, kann das auch mobil und flexibel tun: zwei Tage die Woche im Home-Office, drei im geteilten Büro und am Wochenende im der Werkstatt für das kreative Projekt oder den neuen Prototypen. Entscheidend ist der Zugang zu Raum.

Kleine Checkliste für Craftspace-Einsteiger

  • Zweck: Wofür brauche ich den Craftspace? Ein neues Produkt herstellen, einen Prototypen bauen oder ein neues Workshop-Konzept ausprobieren?
  • Kompetenz: Kann ich mit einer Kreissäge oder einer Profi-Küche umgehen?
  • Der Zeitraum: Wie viele Stunden pro Woche möchte ich im Craftspace arbeiten?
  • Umfeld: Will ich das Projekt alleine machen oder brauche ich ein kreatives Umfeld?
  • Flexibilität: Wie flexibel sind meine Arbeitszeiten?
  • Risiko: Wie groß ist das Risiko, dass mein Projekt scheitert? Will ich es trotzdem versuchen?

 

Autorin: Julia Barthel

Foto: © Robert Schlossnickel Fotografie

 

 

 

2. November 2016 von Redaktion

Kategorien: Hamburg teilt, Unternehmenslust

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