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B-Lounge: Harriet Lemcke
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B-Lounge: Zehn Tipps für Ihre Imagebroschüre

Warum Sie bei Ihrer Unternehmenspublikation einmal die Brille wechseln sollten – ein Beitrag von Harriet Lemcke

Sie gehört in den Kommunikationsmix und nahezu jedes Unternehmen hat sie: die Imagebroschüre. Sie repräsentiert das Unternehmen und ist ein wichtiges Kommunikationsmittel im direkten und indirekten Kundenkontakt. Theoretisch. Praktisch haben die meisten Broschüren den Charme der Bedienungsanleitung eines Küchengerätes. Für teures Geld gedruckt liegen sie häufig wie Blei beim Marketing des Unternehmens, werden zu Messen mit- und viel zu oft auch wieder mit zurückgenommen, sind rasch überholt, werden eingestampft und neu aufgelegt. Und weil man den Dienstleister schon gut kennt und lange zusammenarbeitet, bleibt man beim Bewährten und produziert eine neue Auflage in „altbewährter Qualität“.

Damit Ihre Imagebroschüre tatsächlich beim Kunden oder besser noch beim potenziellen Kunden für Sie arbeitet, gilt es, einige Punkte zu beachten. Hier erfahren Sie, wie Sie Fehler vermeiden und einen guten Eindruck hinterlassen.

Machen Sie Ihren Kunden neugierig auf Sie

Eines vorweg: Bei der Imagebroschüre geht es NICHT um Sie! Selbst, wenn das Wort „Imagebroschüre“ vermuten lässt, dass sich alles um Sie dreht, so ist dieses Instrument Ihrer Unternehmenskommunikation doch letztlich dazu da, im Kopf Ihrer Kunden ein Bild entstehen zu lassen. Und daher steht auch Ihr Kunde oder vielmehr noch Ihr potenzieller Kunde im Mittelpunkt, denn um Ihn wollen Sie sich schließlich bemühen.

Holen Sie sich das „JA!“ Ihrer Kunden

Lassen Sie sich also auf den Leser, Ihren potenziellen Kunden, ein und lernen Sie seine Bedürfnisse kennen. Sein „Ja“ ist es schließlich, was Sie letztendlich wollen. Fehler machen Sie, wenn Sie den Fokus verlieren, Phrasen dreschen, sich in technischen Details ergehen oder Ihren Leser mit einer ausladenden Selbstpräsentation langweilen. Machen Sie neugierig! Überraschen Sie! Und zeigen Sie, wer Sie sind und wofür Sie stehen. Schon beim ersten Kontakt mit Ihrer Broschüre soll der Kunde erfahren und erleben, WER Sie sind, WAS Sie ausmacht und WIE sie ticken. Fehler machen Sie, wenn das Look & Feel beliebig ist, sie also eine austauschbare Optik wählen oder das falsche Papier. Bedenken Sie: auch mit Bildsprache und Haptik kommunizieren Sie. Und wie wirkt wohl ein Stock-Foto, welches der Kunde schon auf Dutzenden Websites, Flyern und Prospekten gesehen hat? Austauschbar, richtig. Und austauschbar wollen Sie für Ihren Kunden nicht sein.

Verankern Sie sich in den Köpfen Ihrer Kunden

In Ihrer Imagebroschüre „übersetzen“ Sie Ihr Unternehmen, Ihr Können, Ihre Philosophie so, dass Ihre Kunden und potenziellen Kunden eine Beziehung zu Ihnen aufbauen können. Orientieren können Sie sich an den journalistischen W-Fragen: „Wer sind wir? Was machen wir? Wen wollen wir ansprechen? Welchen Nutzen haben wir für unsere Zielgruppen bzw. Wie erleichtern wir deren Business, Alltag oder Leben?“

Beachten Sie dabei bitte: Fakten sind wichtig für Sicherheit und Orientierung. Menschen kaufen jedoch keine Produkte oder Leistungen, sie kaufen Lösungen für ihre Probleme und gute Gefühle. Achten Sie also darauf, dass Sie neben den Fakten auch die emotionale Seite ansprechen, denn nur so bauen Sie eine Beziehung auf und machen die Persönlichkeit Ihres Unternehmens, die Corporate Identity, erlebbar.

Werfen Sie einen Anker in die Köpfe der Leser! Seien Sie mutig und denken Sie Gewohntes neu. Mit griffigen Headlines fallen Sie auf, ebenso mit einer überraschenden Darstellung.

Meine Zehn-Punkte-Empfehlung für Ihre Broschüre

  1. Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen und nehmen Sie Rücksicht auf deren Bedürfnisse.
  2. Heben Sie sich von ihren Marktbegleitern ab.
  3. Transportieren Sie die Persönlichkeit Ihres Unternehmens auch in der Bildsprache und verzichten konsequent auf austauschbare Stock-Bilder.
  4. Setzen Sie auf eine klare Sprache, formulieren Sie aktiv und erzählen eine Geschichte.
  5. Lieber kurz und knackig als lang und langweilig – drosseln Sie Ihr Sendungsbewusstsein.
  6. Verzichten Sie auf Zeitangaben, sonst ist die Halbwertszeit Ihrer Broschüre gering.
  7. Achten Sie auf ein stimmiges Layout – „aus einem Guss“
  8. Wählen Sie ein Format und Papiere, die zu Ihnen passen (Look & Feel).
  9. Bauen Sie kurze Case-Studies oder Referenzen ein.
  10. Seien Sie unverwechselbar.

Fazit:

„Man kann nicht nicht kommunizieren“, diese Erkenntnis prägte einst der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick. Absolut alles trägt eine Botschaft, jeder Baustein trägt zum Gesamteindruck bei, den Sie vermitteln. Wenn Sie für Ihr Unternehmen definiert haben, wer Sie sind und was und wen Sie mit Ihrer Kommunikation erreichen wollen, dann gilt es, bei allen Entscheidungen diesen Kurs zu halten. Das Ergebnis: Kommunikation aus einem Guss, die Sie wiedererkennbar und unverwechselbar macht.

Über die Autorin:
Harriet Lemcke ist Kommunikations- und Marketingberaterin. Sie moderiert Veränderungsprozesse in Unternehmen und berät mit ihrer Agentur PR Perlen Kommunikation Unternehmen und Persönlichkeiten in allen strategischen und operativen Fragen des Markenmanagements und der Kundengewinnung. Sie trainiert Führungskräfte, Unternehmer und Selbstständige in Kommunikations- und Präsentations-Workshops.

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